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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Alte Dokumente, neue Ergebnisse
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Osnabrücker Mitteilungen erschienen
Artikel:
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Alte Dokumente, neue Erkenntnisse

Osnabrücker Mitteilungen erschienen

Immer aufs Neue die Quellen befragen und nicht blindlings auf die Vorgänger-Forscher vertrauen, diese Skepsis lernen angehende Historiker schon im ersten Semester als eine Grundregel ihrer Wissenschaft. Welch überraschende Ergebnisse auch die Auswertung längst bekannter Dokumente bringen kann, zeigt der jüngste Band der " Osnabrücker Mitteilungen" aus dem Selbstverlag des Historischen Vereins.

Seit den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts werden Einwohnerzahlen für die Größe Osnabrücks gegen Ende des Mittelalters verwendet, die damals der Historiker Hermann Rothert in seiner " Geschichte der Stadt Osnabrück im Mittelalter" angeführt hat: Für das Jahr 1424 etwa 4 800 Einwohner, für 1459 dann 5 500 Einwohner und 1487 etwa 8 000 Einwohner.

Nun kommt aber Karsten Igel in einem kurzen Beitrag des vorliegenden Sammelbandes zu völlig anderen Ergebnissen für die Einwohnerzahl und Sozialstruktur des spätmittelalterlichen Osnabrück, wenngleich er sich auf dieselben Steuerlisten stützt. Demnach wäre zu Beginn des Jahrhunderts mit etwa 8 000 Einwohnern zu rechnen, im dritten Drittel mit 9 000 bis 10 000, gegen Ende des Jahrhunderts jedoch wieder mit weniger als 8 000. Zahlen übrigens, die wiederum gut zu der von anderen Historikern beobachteten Spitzenstellung Osnabrücks unter den vier westfälischen Hansestädten neben Dortmund, Münster und Soest passen.

Igels Beobachtungen sind hier nur als ein Beispiel für die mitunter überraschenden Ergebnisse der lokalen und regionalen Historiographie zitiert. Weitere Beiträge in diesem Jahrbuch beschäftigen sich mit dem Kirchen- und Schulwesen im Emsland oder der Frage, wie ein Kleriker im Mittelalter eine der begehrten Domherrenstellen ergattern konnte; sie zitieren einen protestantischen Wallfahrer, der am Rande des Westfälischen Friedenskongresses 1646 mit seinen " Luchsaugen" das Blutwunder in Rulle inspiziert; untersuchen die Presseveröffentlichungen im Vorfeld des Kriegsausbruchs 1914 oder geben einen biografischen Abriss der Karriere des Bürgermeisters und Regierungspräsidenten Dr. Johannes Petermann.

Der Band 106 der Osnabrücker Mitteilungen mit 412 Seiten und zwei Karten ist im Selbstverlag des Vereins erschienen. Er ist für 30 Euro über das Niedersächsische Staatsarchiv, Schlossstraße 29, zu bekommen. (fhv)
Autor:
fhv


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