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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schreckliches Ende einer jungen Liebe
Zwischenüberschrift:
1902: Brände und uneheliche Kinder
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Schreckliches Ende einer jungen Liebe

1902: Brände und uneheliche Kindei

So wie die Deutsche Mark In diesen Tagen von der Bildfläche verschwindet, erging es vor 100 Jahren dem silbernen 20-Pfennig-Stück. Anfang 1902 wurde es als offizielles Zahlungsmittel aus dem Verkehr gezogen, alwr noch das ganze Jahr über konnte es eingewechselt werden.

In der Silvesternacht das neue Jahr mit Knallkörpern zu beginnen, war vor 100 Jahren nicht üblich und fand auch keinen allgemeinen Beifall. Wohl ging man auf die Straßen und begrüßte das neue Jahr mit lauton Rufen und Glückwünschen. Vor mehreren Kneipen in der Neustadt und in Schinkel kam es dieses Mal zu Rangeleien, sogar zu Messerstechereien, die dann den ersten Einsatz der Polizei Im Jahr 1902 nötig machten.

An der Großen Hamkenstr. 24 brannte Anfang Januar die doppelstöckige Werkstatt der Tischlerei Welling aus und auch die daneben gelegene Schneiderei vom Textilgeschäft Simon stand lichterloh in Flammen, hier konnten aber wenigstens die Maschinen und viele Stoffballen gerettet werden, über die Brandursache ließ sich ermitteln und brachte dem Tischler viel Ärger ein. Welling selbst hatte morgens gegen 5 Uhr den Ofen angezündet, damit die frisch gestrichenen Möbel, die er am Vormittag ausliefern wollte, trocknen konnten. Das fortgeworfene Streichholz musste den Brand ausgelöst haben. Die Polizei holte den Meister noch am selben Morgen ab und behielt ihn in Haft.

Meister versehentlich ein Brandstifter

Im Januar 1902 wurde St. Marien noch renoviert und die Gemeinde fand sich in der gastlichen Katharinenkirche zu den Festen und Gottesdiensten zusammen. Dort wurde es eng und das ging nicht immer reibungslos. Alte Traditionen und die neuen Bestimmungen kollidierten derart, dass die Reporter Tageszeitungen in Osnabrück vom Kirchenvorstand um öffentliche Klarstellung gebeten wurden.

In der Osnabrücker Zeitung war zu lesen: »Mit Beginn des Hauptliedes sind sämmtliche Kirchenplätze frei, und zwar derart, dass auch kein Eigenthümer einer Kirchenstelle noch auf derselben bestehen darf, mithin auch Niemanden, der denselben eingenommen hat, vertreiben darf." Anders lauteten die Bestimmungen bei kurzen Gottesdiensten, hier waren von Anfang an alle Platze für Jedermanns Benutzung völlig frei".

Haupttodesursache: Lungenentzündung

" Tanz- und Anstandsunterricht" im Restaurant Bürgerhaus priesen Herr Fink und seine Tochter im Januar 1902 über die Zeitungen der Stadt an: " Sie erlernen alle Rundtänze, Francaise, Menuett-Walzer, Tyrolienne, Pas des Patineurs etc. etc.*. Privatunterricht war zu jeder Zelt möglich.

Der Jahresbeginn war schon immer eine Zeit, um Bilanz zu ziehen und so gab es im Januar 1902 die Liste der Bevölkerungsvorgänge" der Stadt Osnabrück zu lesen. Es hatten sich in den vergangenen zwölf Monaten 410 Paare vor dem Standesamt eingefunden und die stattliche Zahl von 1847 Kindern war lebend geboren worden.

Für 200 Kinder galt jedoch der Status " unehelich", ein steter Stein des Anstoßes für die Kirchenvertreter und die Moralprediger der Stadt. 836 Personen aller Altersgruppen waren verstorben, Lungenentzündung stand als Haupttodesursache in 110 Fällen auf dem Schein. 480 Personen ' starben an Krankheiten der verschiedensten Art. 6 Frauen waren Opfer des gefürchteten Kindbettfiebers.

Ein schreckliches Ende nahm eine junge Liebe im Januar im Gartlager Gehölz. Bei einem Spaziergang mit ihrem Freund brach ein junges Mädchen ohnmachtig zusammen und verstarb kurze Zeit später im Krankenhaus. Sie hatte in ihrer Not, ohne zu zögern, ein Fläschchen mit Nitro-Benzol getrunken. Das Gift hatte der Freund zu Abtreibungszwecken besorgt. Wegen fahrlässiger Tötung und weil er gegen den Paragraphen 218 verstoßen hatte, wurde der junge Mann verhaftet.

KINDER, WOHIN DAS AUGE BLICKT: Von 1847 Geburten in Osnabruck waren 200 unehelich. Vor 100 Jahren ein Stein des Anstoßes. Das Foto haben wir dem Buch . Getreuer noch, als die im Spiegel..." entnommen, es wurde um 1900 vor dem Heger Tor aufgenommen.
Autor:
Christiana Keller


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