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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Zu gefährlich: Kein Sport mehr auf Schlacke?
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"Plätze müssten gesperrt werden"
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Originaltext:
Zu gefährlich: Kein Sport mehr auf Schlacke?

" Plätze müssten gesperrt werden"

Einige Sportplätze in der Stadt haben ihre Altersgrenze überschritten und müssten eigentlich zur Sicherheit der Sportler gesperrt werden. Darauf weist die Stadtverwaltung hin - allerdings nur in einer Randnotiz.

In den " Erläuterungen der im Investitionsprogramm 2002-2005 enthaltenen Maßnahmen", die die Verwaltung den Mitgliedern des Stadtrates und der Ortsräte an die Hand gibt, heißt es wörtlich: " Einige Tennenplätze (Stadtweg, Gretesch und weitere) sind bereits in einem so schlechten Zustand, dass auf Grund von Unfall- und Verletzungsgefahren eine Sperre erfolgen müsste." In Amerika würden sich gewiefte Rechtsanwälte wahrscheinlich schon auf die Lauer legen: Wenn eine Stadt es hinnimmt, dass der Zustand eines Sportplatzes die Gesundheit der Sportler gefährdet, wird früher oder später ein Verletzter auf die Idee kommen, Schmerzensgeld von der Stadt einzufordern.

Die Verwaltung beruft sich auf ein schon zwei Jahre altes Gutachten des Planungsbüros Pätzold & Snowadsky. Die Experten stellten damals fest, dass der Sanierungsbedarf größer ist, als bis dahin veranschlagt worden war. Wenn nichts geschehe, sei davon auszugehen, " dass sich der Sanierungsaufwand weiter erhöhen wird", heißt es in den Erläuterungen der Verwaltung. Dringend renoviert werden müssten die Rundlaufbahnen Schölerberg und Schinkelberg, weil sie dem Schulsport zur Verfügung stehen müssen.

Dem Sportamt stehen jährlich 200 000 Mark (103 000 Euro) für die Instandhaltung der Sportanlagen zur Verfügung. Für die kommenden vier Jahre sind es also 412 000 Euro. Jörg Schirmbeck vom Sportamt räumt ein, dass damit keine großen Sprünge zu machen sind. " 17 oder 18 Tennenplätze" - Plätze mit roter Schlacke - gibt es nach seinen Angaben in der Stadt. Die Anlagen am Schinkelberg, in Nahne und Atter sind im vergangenen Jahr überarbeitet worden. Der Platz am Stadtweg wird von den Mitgliedern des SC Lüstringen gepflegt, die bemüht sind, die rote Erde in einem bespielbaren Zustand zu halten. Sportamt und Vereine tun, was mit 200 000 Mark und mit eigener Kraft zu schaffen ist. Den Alterungsprozess der Plätze halten sie damit nicht auf. Jörg Schirmbeck: " Wir haben einen gewaltigen Nachholbedarf."

Schlackeplätze altern. Mit jedem Fußtritt wird das Obermaterial gemahlen. Am Ende sind die Steinchen so klein, dass sich die obere Schicht verdichtet: Im Sommer wird

Scharfkantige Lavasteine

der Boden hart wie Beton, im Regen zur Seenlandschaft und Schlammwüste.

Die Verletzungsgefahren kommen aber aus der Tiefe. Unterhalb der üblicherweise vier Zentimeter dicken roten Erde liegt eine Schicht fingerdicker Lavasteine. Die sind porös und scharfkantig und vermischen sich allmählich mit der immer feinkörnigeren Deckschicht. Die offenliegenden Lavasteine werden zur Gefahr für die Sportler.

Für den Platz am Stadtweg war schon einmal eine Radikallösung im Gespräch: Die Fläche wird zum Baugebiet erklärt und vermarktet, das Geld für die Erweiterung des Gretescher Sportzentrums genutzt, wo die Sportler des SC Lüstringen den geplanten Kunstrasenplatz nutzen können. Die Pläne sind nicht weiter verfolgt worden. (hin)

DER SCHLACKEPLATZ am Stadtweg wird von Mitgliedern des SC Lüstringen, so gut es geht, in Schuss gehalten. Doch die meisten Tennenplätze in der Stadt haben ihre Altersgrenze erreicht und müssten eigentlich gesperrt werden, wie die Verwaltung in einer Fußnote anmerkt.Foto: Detlef Heese
Autor:
hin


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