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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Großabnehmer für die Deponiegase gesucht
 
Klares Votum hilft
Zwischenüberschrift:
Ausschuss beriet über Piesberg-Nutzung und Müll-GmbH
 
Müll-Gmbh erneut vertagt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Großabnenmer für die Deponiegase gesucht

Ausschuss beriet über Piesberg-Nutzung und Müll-GmbH

Einstimmig beschlossen jetzt die Mitglieder des Ausschusses für Abfallwirtschaft den Wirtschafts- und Finanzplan. Außerdem ließen sie sich über eine neue Piesberg-Machbarkeitsstudie informieren.

Im Erfolgsplan 2002 weist der städtische Eigenbetrieb Abfallwirtschaft nach Angaben seines Leiters Willi Niggemann einen Jahresüberschuss von 2, 3 Millionen Euro aus. Dazu war eine in den Vorjahren gebildete Rückstellung von 3, 2 Millionen Euro aufgelöst worden. Mit dem Überschuss wird die Eigenkapitalverzinsung gegenüber der Stadt bedient und Geld für die Nachsorge des Piesbergs realisiert. " Ab 2003 stehen keine Rückstellungsauflösungen mehr zur Verfügung", erklärte Niggemann. Mit Ablauf des Jahres 2002 könne daher gegenüber dem Bürger keine Gebührenstabilität mehr garantiert werden.

Bekanntermaßen ließe sich dieses Problem am besten lösen, wenn der Abfallwirtschaftsbetrieb in eine GmbH umgewandelt wird. Nur dann kann das Team um Willi Niggemann auf dem freien Müllmarkt Mengen für den Piesberg anwerben und damit die Fixkosten wie bisher auf eine ausreichend große Müllmenge verteilen. Dann blieben auch die Hausmüllgebühren auf dem jetzigen niedrigen stabilen Stand. Über die GmbH, die seit langem im politischen Raum diskutiert wird, fiel allerdings auch gestern im nichtöffentlichen Teil der Sitzung keine Entscheidung.

Wie kann der Piesberg noch besser als Träger regenerierbarer Energien genutzt werden? Darüber gibt eine Machbarkeitsstudie Auskunft, die noch zu Zeiten einer rotgrünen Ratsmehrheit bei einem privaten Ingenieurbüro für 30 000 Mark in Auftrag gegeben worden war, nachdem sich der " Runde Tisch CO-2" dafür ausgesprochen hatte.

" Sie zeigt auf, was man aus dem Piesberg noch an verwertbarer Energie herausholen oder auf der Oberfläche des Berges machen kann", erklärte Deponieleiter Rudolf Hellmer den Ausschuss-Mitgliedern. Die von den Fachleuten aufgezeigte Bandbreite reicht von einer besseren Erfassung und Verwertung des Deponiegases über die Vergärung von Bioabfällen bis hin zur Erzeugung von Holzgas. Auch die Verflüssigung von Deponiegas und seine anschließende Nutzung als Treibstoff für Müllfahrzeuge oder Busse wurde aufgezeigt.

Hellmer betonte, die verstärkte Ausschöpfung des Deponiegases mit Hilfe von zehn zusätzlichen Gaspumpen sei ohnehin geplant. Es mache Sinn, für das anfallende Gas Großabnehmer zu suchen. Das könnten beispielsweise das Nettebad, das Industriegebiet West, das Piesberger Gesellschaftshaus oder die britische Kasernenanlage am Hafen sein.

Josef Thöle (CDU) und Oliver Löwin (SPD) sprachen von " hochinteressanten Ideen", die nach Ansicht Thöles vor dem Hintergrund der geplanten Bundesgartenschau am Piesberg Modellcharakter haben könnten. Auf die Frage Lowins, wie lange das Deponiegas nutzbar sein werde, antwortete Willi Niggemann: " In zehn Jahren ist das Gas auf dem absteigenden Ast."

Niggemann betonte, das Papier stelle lediglich das technisch Machbare vor. " Die Studie strotzt vor lauter Unwägbarkeiten und lässt die betriebswirtschaftliche Komponente außen vor", warnte er vor überzogenen Hoffnungen. Lediglich die ohnehin geplante verbesserte Erfassung und Verwertung des Gases mache auch betriebswirtschaftlich Sinn. " Den Rest halte ich für wahrscheinlich unfinanzierbar", stellte Niggemann mit Blick auf notwendige Gesamtinvestitionen von rund 300 Millionen Mark fest. (fr)

Teppichmesser kontra Kartons

Harte Kartons stellen für ältere Leute beim Versuch, sie für die blaue Tonne in handliche Stücke zu zerkleinern, oftmals ein Problem dar. Darauf wies Josef Thöle im Ausschuss hin. Auch Willi Niggemann ist das Thema bekannt. Er lehnte es aber ab, die Kartons in solchen Fällen auf oder neben die Tonnen stellen zu lassen: Dann seien die Abfuhrtouren nicht mehr in der kalkulierten Zeit zu bewältigen. " Ich empfehle, ein Teppichmesser zu nehmen, damit bekommt man die Kartons klein", sagte er.

Klares Votum hilft

Von Christoph Franken

Seit zwei Jahren schieben Osnabrücks Lokalpolitiker die Entscheidung über die Gründung einer Müllverwertungs-GmbH vor sich her. Inzwischen läuft dem Vorhaben die Zeit davon, denn nur noch für dieses Jahr können Willi Niggemann und seine Mitstreiter die Stabilität der Hausmüllgebühren garantieren; Danach braucht Osnabrück die Mengen für den Piesberg zurück, die momentan verstärkt in die neuen Bundesländer abfließen.

Das Niggemann-Team kann diese Mengen aber nur in der Rechtsform einer GmbH einwerben. All das ist sattsam bekannt und es mutet schon merkwürdig an, dass die SPD-Vertreter im Abfallwirtschafts-Ausschuss erneut Beratungsbedarf angemeldet haben. Dies ist umso mehr verwunderlich, als Niggemann erst vor kurzem die SPD-Fraktion gesondert informiert hat.

Was auch immer sich die Zauderer im Ausschuss davon versprechen: Zur GmbH gibt es keine Alternative und daher wird jetzt der Stadtrat während seiner nächsten Sitzung am 22. Januar die Weichen stellen. Dort gibt es übrigens auch in den Reihen der SPD starke Befürworter einer solchen Gesellschaftsgründung.

Je größer der Rückhalt für die künftige GmbH im Rat ist, umso selbstbewusster wird Niggemann sich auf dem heißumkämpften Müllmarkt tummeln können, den viele mit einem haiverseuchten Gewässer vergleichen. Ein klares Votum nutzt also nicht nur dem künftigen GmbH-Geschäftsführer, sondern im Endeffekt ganz vielen Bürgern dieser Stadt: den Müllgebührenzahlern.
Autor:
fr


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