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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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"CDU und FDP wollen Betonwüste"
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Die zusätzlichen 18 Baugebiete für den Flächennutzungsplan stoßen auf Kritik
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Originaltext:
" CDU und FDP wollen Betonwüste"

Die zusätzlichen 18 Baugebiete für den Flächennutzungsplan stoßen auf Kritik

Die Absicht der neuen CDU / FDP-Mehrheitsgruppe, 18 neue Baugebiete in den Flächennutzungsplan aufzunehmen, hat vor allem in den Ortsräten mit SPD-Mehrheit einen Sturm der Entrüstung entfacht. Herbe Kritik kommt auch von den Grünen, die von einem " gigantischen Fehlstart zu Lasten der Lebensqualität" sprechen. Aber es gibt auch Zustimmung von unerwarteter Seite.

Als " Stück aus dem Tollhaus" brandmarkt die SPD Darum-Gretesch-Lüstringen die neue Linie in der Stadtplanung und kündigt Protestaktionen an. Es dränge sich der Eindruck auf, CDU und FDP wollten die Stadt " lieber heute als morgen in eine Betonwüste verwandeln", mutmaßt der Ortsvereinsvorsitzende Frank Henning in einer Pressemitteilung.

Unverständlich sei die Absicht, eine Fläche am Hömmelkenbrinkweg, " mitten in einem Landschaftsschutzgebiet", zu versiegeln. Dieses Areal sei im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung als ökologisch hochwertig eingestuft worden, schreibt Henning und setzt noch eins drauf: " Wir lassen uns diesen einmaligen Naturraum und insbesondere den freien Blick vom Lüstringer Berg nicht durch eine vom Machtrausch völlig benebelte CDU / FDP-Mehrheitsgruppe kaputtmachen!"

Allein in Darum-Gretesch-Lüstringen wolle die neue Ratsmehrheit fünf zusätzliche Baugebiete ausweisen, " ohne auch nur einmal vorher den Ortsrat zu hören". Hier zeige sich eine " ungeheuerliche Arroganz" und eine " Missachtung der gewählten Ortsratsmitglieder". Offensichtlich hat Henning seine Pressemitteilung nicht mit Ortsbürgermeister Werner Knost abgestimmt. Von ihm waren gestern ganz andere Töne zu hören.

Der Ortsrat habe sich schon länger für zusätzliche Baugebiete eingesetzt, erklärte Knost gegenüber unserer Zeitung. Für fast alle der von CDU und FDP vorangetriebenen Ergänzungen in Darum, Gretesch und Lüstringen gebe es im Ortsrat breite Zustimmung. Auch die Fläche am Hömmelkenbrinkweg werde vom Ortsrat schon länger für eine Bebauung favorisiert, meinte der Ortsbürgermeister.

Kritik kommt dagegen von den Ortsbürgermeisterinnen aus Hellern und Atter. Anne Cordes (SPD) betont, die SPD-Mehrheit in Hellem habe sich mehrfach energisch gegen das geplante Baugebiet " Südlich Tongrubenweg" ausgesprochen. Jetzt werde rigoros die Meinung der CDU-Minderheit im Ortsrat Hellern durchge-

Maisacker als ökologisch wertvoll eingestuft

setzt. Die Meinung der Ortsräte sei wohl nur wichtig, wenn sie der CDU / FDP-Gruppe ins Konzept passe, folgert Anne Cordes.

Ähnlich äußert sich Anne Fitschen (ebenfalls SPD), die Ortsbürgenneisterin aus Atter: Ganz bewusst habe die Mehrheit im Ortsrat die Ausweisung weiterer Misch- und Gewerbegebiete entlang der Birkenallee und an der Bahnhofstraße abgelehnt. Nun versuche die neue CDU/ FDP-Mehrheit im Rat " durch die Hintertür, klammheimlich weitere Mischgebiete in Atter durchzusetzen". Das sei der falsche Weg, meint Anne Fitschen. Ziel müsse es sein, mit einer weiteren Wohnbebauung die Einwohnerzahl auf über 5 000 zu erhöhen, damit der Stadtteil zu einem dringend benötigten Einkaufsmarkt komme.

" Völlig ohne Grund plant Scbwarz-Gelb munter drauflos", kritisiert Birgit Strangmann als Vorstandssprecherin der Osnabrücker Grünen. Der Gesetzgeber fordere aber eine gründliche Abwägung, bei der alle anderen Belange berücksichtigt und die Bürger beteiligt werden müssten. Einige der von CDU und FDP ins Auge gefassten Flächen seien schon im Zusammenhang mit der Aufstellung des Flächennutzungsplans 2001 gründlich unter die Lupe genommen, aber aus ökologischen Gründen wieder verworfen worden.

Dies gelte zum Beispiel für das geplante Gewerbegebiet nördlich der Autobahn A 30 in Voxtrup, das im Trinkwasserschutzgebiet liege. Statt dessen werde aber ein Maisarker am Barenteich als ökologisch wertvoll eingestuft. Schwere Bedenken meldet Birgit Strangmann auch bei der vorgesehenen Gewerbeansiedlung an der Vehrter Landstraße nahe Belm an. Die Verkehrsprognose für die Vehrter Landstraße falle bereits beim Bau der Belmer Umgehungsstraße äußerst ungünstig aus. Ein neues Gewerbegebiet werde zusätzlichen Lkw-Verkehr anziehen. (rll)

BAULAND JA ODER NEIN? Am östlichen Stadtrand befindet sich eines von 18 möglichen Baugebieten, die nach dem Willen von CDU und FDP in den Flächennutzungsplan aufgenommen werden sollen. Foto: Uwe Lewandowski
Autor:
rll


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