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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
In der Eiszeit auseinander gelebt
Zwischenüberschrift:
Sumpfmeise und die Weidenmeise sehen sich zum Verwechseln änlich
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
In der Eiszeit auseinander gelebt

Sumpfmeise und die Weidenmeise sehen sich zum Verwechseln ähnlich

Von Gerhard Kooiker

Mit sechs Arten ist die Familie der Meisen in Osnabrück vertreten. Sehr häufig sind Blau- und Kohlmeisen. Weniger verbreitet dagegen sind Sumpf-, Weiden-, Tannen- und Haubenmeisen, die bei uns regelmäßig in kleiner Zahl brüten. All diese Meisenarten können ganzjährig an geeigneten Stellen beobachtet werden.

Sie sind Höhlenbrüter, lassen sich leicht durch Nistkästen ansiedeln und sind nicht gefährdet. Meisen sind in erster Linie Standvögel, nur kleine Teile der Populationen wandern im Winterhalbjahr.

Kaum wurde am Feuchtbiotop Pappelgraben ein Haufen trockener Äste aufgeschichtet, siedelte sich schon ein Pärchen quicklebendiger Sumpfmeisen an, die dieses geschützte Plätzchen zeitweise mit einem Zaunkönig, einer Heckenbraunelle und einem Rotkehlchen teilten. Für die Tierwelt sind Totholzhaufen in Wald, Flur und Gärten sehr wichtige Refugien. Ein herrliches Stück Natur, voller Verstecke, Ritzen, Schlupflöcher und Höhlen.

Es ist eine wahre Lust, die stets in Bewegung befindlichen Meisen zu beobachten, wie sie geschickt in den Zweigen hängen, durch die Äste turnen, knicksen, hin und her hüpfen, gelegentlich laut zetern, wenn sich ein Hund nähert oder der Turmfalke vorbeistreicht. Ab und zu fliegt ein Vogel 15 Meter über freies Gelände zu einer welkenden Sonnenblume. Mit dem Rücken nach unten hängend, hält er sich mit den Füßen am Fruchtstand fest, pickt sich einen Samen heraus und fliegt damit zum schützenden Totholzhaufen zurück, um die Beute zu bearbeiten.

Die Sumpfmeise - früher auch Nonnenmeise genannt- besitzt eine Zwillings Schwester, die Weidenmeise. Beide sehen sich so ähnlich, dass sie lange Zeit für eine Art gehalten wurden. Dem scharfen Blick des alten Brehm sind aber die geringen Unterschiede nicht entgangen, als er bereits 1831 beide Meisenarten beschrieb. Die Stammform beider Arten wurde während der letzten Eiszeit in eine Ost- und eine Südwestform gespalten. Während der Isolation entwickelten sie sich auseinander, sangen unterschiedlich und differenzierten sich auch ökologisch. Zwei neue Arten waren entstanden. Nach Beendigung der Eiszeit kehrten beide Arten nach Mitteleuropa zurück, zum Teil sogar in den gleichen Lebensraum. Es erfordert viel Erfahrung, beide Arten im Freiland zu unterscheiden.

Die Sumpfmeise ist in Osnabrück eindeutig häufiger als die Weidenmeise: 300 Paare der Sumpfmeise stehen etwa 100 der Weidenmeise gegenüber. Das Mengenverhältnis beträgt demnach etwa drei zu eins. Die Sumpfmeise bewohnt Wälder und Feldgehölze aller Art und besiedelt im städtischen Bereich nur große, mit Bäumen bestandene, stark verbuschte Gärten, lichte Parks und alte Friedhöfe und erscheint nur vereinzelt an den Futterhäuschen. Von beiden Arten brütet nur die Sumpfmeise am Bürgerpark. Die Weidenmeise folgt der Sumpfmeise nicht so weit in den Siedlungsbereich der Stadt. Sie bevorzugt die in den Außenbereichen liegenden Laubund Nadelwälder, wo sie vielfach mit der Sumpf meise zusammenlebt.

DIE SUMPFMEISE (Foto) ist mit rund 300 Paaren in Osnabrück deutlich stärker verbreitet als die Weidenmeise, die ihr sehr ähnlich sieht.Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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