User Online: 3 | Timeout: 12:44Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Biss in Zitrone als saurer Denkzettel
Zwischenüberschrift:
Kinder der 3b stoppten gestern die Raser vor der Lüstringer Waldschule
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Da habt ihr aber eine besonders saure Zitrone ausgesucht", sagt der Mann nach dem kräftigen Biss und verzieht, wie von den Kindern erhofft, das Gesicht. Mit den Obstschnitzeln und Handzetteln machten die Steppkes der 3b der Waldschule Lüstringen gestern Morgen nicht nur diesen Autofahrer darauf aufmerksam, dass er vor ihrer Schule zu schnell gefahren war.

" Du sagst dem Nächsten, dass er zu schnell gefahren ist, und ich sage, er soll in die Zitrone beißen", schlägt ein Junge vor. " Aber erst sagen wir guten Tag", wirft der Schulfreund ein. Trotz der Kälte macht es den Grundschulen! Spaß, den Autofahrern, die auf dem Schledehauser Weg zu schnell fahren, die Leviten zu lesen.

Die Idee stammt von der Lehramtsstudentin und Aushilfslehrerin Kirsten Diekmann, die Material für ihren Psychologiekurs " Kinder und Straßenverkehr" sammelt. Zuerst hat sie mit den Schülerinnen und Schülern der 3b im Unterricht über schnelles Fahren gesprochen und dann im Namen der Klasse ein " Flugblatt für entnervte Autofahrer( innen)" entworfen. Gelassen läuft' s, steht darin und auch, was die Kinder im Unterricht schon gelernt haben und jetzt an die Fahrer weitergeben: Bei Tempo 30 ist der Bremsweg 13 Meter, bei Tempo 40 sogar 20 Meter lang. Gestern Morgen ging es auf die Straße. Allerdings schätzten die Kinder die Geschwindigkeit der Autos nicht selbst ein, sondern hatten sich professionelle Hilfe vom Lüstringer Ortssheriff Franz-Josef Schawe und seinem Kollegen Thilo Diemann vom 1. Polizeikommissariat, der im Messwagen saß und die Geschwindigkeiten über Funk durchgab. " Hier vor der Schule wird oft zu schnell gefahren, weil es auch etwas bergab geht", berichtet Schawe von den Ergebnissen der offiziellen Radarmessungen.

Immer der Reihe nach, ausgerüstet mit kleinen Warnwesten, den Handzetteln und den Zitronen, sprechen immer zwei bis drei Kinder die Autofahrer an, die von der Polizei gestoppt wurden. " Mein Auto ist so schnell. Eigentlich fahre ich ja immer 30. Aber ich war wegen der Weihnachtseinkäufe in Gedanken versunken", präsentiert eine Mercedes-Fahrerin Marvin und Fabienne gleich drei Ausreden. " Schönen Gruß, die Dame hat gerade 50 Mark gespart", gibt Thilo Diemann aus dem Radarwagen seinen Kommentar dazu.

" Das nächste Mal denken Sie aber daran, dass wir hier zur Schule gehen", geben die Kinder zum Schluss noch jedem Raser mit auf den Weg.

Bilduntertitel:

FREIWILLIG bissen ertappte Raser in die Zitronenspalten. Foto: Gert Westdörp

" SIE SIND ZU SCHNELL GEFAHREN." Die Kinder der 3b (hier Fabienne und Marvin) stoppten gestern Autofahrer, die vor der Waldschule Lüstringen zu schnell fuhren. Profi-Hilfe kam von Ortssheriff Franz-Josef Schawe und Studentin Kirsten Diekmann. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
d.


Anfang der Liste Ende der Liste