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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
China-Granit für die Große Straße als Luftfracht
Zwischenüberschrift:
Höcker: Vordorglich - Seidler: Skandal
Artikel:
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Originaltext:
China-Granit für die Große Straße als Luftfracht

Höcker: Vorsorglich - Seidler: Skandal

Um weitere Risiken für die rechtzeitige Fertigstellung der Großen Straße auszuschließen, hat das Bauunternehmen Dieckmann China-Granit auf dem Luftwege nach Deutschland geholt. Firmenchef Reinhold Höcker bestätigte gestern Abend einen entsprechenden Hinweis des FDP-Ratsfraktionschefs Robert Seidler.

Es gehe dabei um Steine für eine Fläche von rund hundert Quadratmetern, teilte Höcker mit. Er erklärte den für die schweren Steine ungewöhnlichen und wohl auch teuren Transportweg (" Wir haben das nicht fröhlichen Herzens getan") mit der Notwendigkeit, weitere Pannen und Pausen bei der Pflasterung der Fußgängerzone zu vermeiden. Bei der Schiffslieferung, die unterwegs sei, habe die letzte Gewissheit gefehlt, dass das Material zeitgerecht verfügbar sei. Ein Transport habe bereits Ende vergangener Woche eintreffen sollen, stehe aber noch aus. Höcker auf Fragen nach der Ankunftszeit: " Fragen Sie die Götter."

Geliefert per Luftfracht werden nach Angaben des Unternehmers zwei Partien großer Platten (120 mal 80 Zentimeter). Von dieser Sorte sei bei den bisherigen Arbeiten eine größere Menge als geplant verbraucht worden. Mit dem Eintreffen wurde für den heutigen frühen Morgen gerechnet. Die Frage nach den Kosten des Transports ließ Höcker offen; er verwies darauf, dass er selbst gestern erst aus dem Urlaub zurückgekommen sei.

Nach Angaben Seidlers handelt es sich bei dem Pflastergranit, der am Wochenende auf dem Luftweg aus China über Südkorea nach Frankfurt geflogen wurde, um von dort per Lkw nach Osnabrück transportiert zu werden, um 36, 9 Tonnen. Der Lufttransport koste 125 000 Mark; hinzu kämen noch Verzollungs- und weitere Kosten, so dass sich der Aufwand auf insgesamt etwa 150 000 Mark belaufe. Der reine Warenwert der Steine betrage hingegen nur 15 000 . Mark. Seidler: " Eine derartige Aktion mit derartigen Kosten, nur um damit eine Verzögerung von ca. sechs Wochen ganz oder teilweise ausgleichen zu wollen, halten wir für völlig überzogen." Auch der Zoll in Frankfurt sei stutzig geworden.

Seidler (" Neuer Skandal") sprach von " unnötigen Kosten". Er will auf jeden Fall sichergestellt wissen, dass weder die Stadt Osnabrück noch die Anlieger daran beteiligt werden. Allerdings würden Bürger und Steuerzahler selbst dann, wenn die Firma Dieckmann die Kosten allein trage, indirekt einen Anteil daran zu tragen haben, meinte der FDP-Politiker. Das Bauunternehmen werde diese Ausgabe im Rahmen ihrer Bilanz " steuermindernd absetzen und bei einem Steuersatz von ca 50 Prozent einen Steuervorteil von 75 000 Mark erreichen". Das Geld stehe dann nicht für die entsprechenden Haushalte zur Verfügung, meinte Seidler, der auf fehlende Mittel für Schulen und soziale Einrichtungen hinwies. (hs)
Autor:
hs


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