User Online: 2 | Timeout: 08:22Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Dieses Kreiseldings ist volle Kanne supergut"
Zwischenüberschrift:
Grundschüler als Tester gaben Traumnoten - Spielgeräte auf der Großen Straße kosten 170 000 Mark
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Grundschüler als Tester gaben Traumnoten - Spielgeräte auf der Großen Straße kosten 170 000 Mark

Laura als Leichtgewicht. Um Alexander auf dem Hydrauliksitz In die Höhe zu hieven, muss David der Siebenjährigen helfen. Seit kurzem stehen neue Spielgeräte in der Großen Straße. Grundschüler spielten sie gestern durch und vergaben durchweg gute Noten.

Ihr Sinn erschließt sich nicht über die Namen. Wasserstrudel, Strömungstafel, Zirkelscheibe, Quirl. Was steckt dahinter? Keine Ahnung, denken sich die Tester achselzuckend und spurten los. Zunächst zu diesen drei merkwürdig ausschauenden Hockern in der Georgstraße. Unter dem Pflaster miteinander verbunden, sollen sie wie eine Wippe funktionieren: Setzt sich einer, geht der andere wie von Geisterhand bewegt nach oben.

So sollte es jedenfalls sein. Aber Laura scheint einfach nicht genug gefrühstückt zu haben. Es misslingt ihr, einen der beiden anderen in die Höhe zu hieven. " Da muss der Hersteller noch einmal ran und das verbessern", meint Kinderkommissions-Vorsitzender Uli Sommer, auf das Malheur angesprochen.

Rund 170 000 Mark haben die Geräte insgesamt gekostet; alle aus nicht rostendem Stahl stehen sie an elf Standorten auf der frisch gepflasterten Großen Straße. Oder besser gesagt: sollten sie stehen. Denn bislang sind nur fünf Geräte aufgebaut, der Rest wartet noch verpackt am Kamp auf den Einsatz. So werden zur großen Eröffnungsfeier in den kommenden Tagen nur Wasserstrudel, Quirl und Hydrauliksitze zur spielerischen Kurzweil einladen.

Aber warum keine einfache Schaukel oder die gute alte Wippe? " Die Große Straße ist eine Einkaufsmeile, kein Spielplatz", meint der Leiter des Kinderbüros Christoph Heller. Deshalb haben sich die Verantwortlichen der Straßenplanung und die Kinderkommission für diese Geräte entschieden. Während die Erwachsenen in den Geschäften stöbern, können die Kinder sich anders amüsieren. Bei der Standortwahl gab es eine enge Abstimmung mit den Kaufleuten - eine Diskussionskultur, die Sommer als " reife Leistung" bezeichnet.

Vielleicht nicht mit solch gewählten Worten, aber von der Aussage ebenfalls durchweg lobend bewerten die drei Tester diese Spiel-Ideen. Ganz vorn in ihrer Gunst: Die so genannte Pirouette am Jürgensort. Eine Scheibe zum Drehen umgeben von einem Geländer. Davids Urteil: " Dieses Kreiseldings ist volle Kanne supergut."

Also vergibt die Jury einmütig eine Eins als Note. Doch zehn Minuten später würden Alexander, Laura und David ihre Wahl am liebsten noch einmal überdenken. Denn nun stehen sie vor dem Wasserstrudel auf dem Nikolaiort. Mit einer Kurbel wird eine Fontäne erzeugt, die in dem gläsernen Behälter hochsteigt. Je heftiger gedreht, desto höher schlagen die Wellen.

Allerdings müssen die drei sich zunächst einen Platz erkämpfen, denn das Gerät ist heiß begehrt. Der zwölfjährige Mattes und seine Freunde haben ebenfalls Spaß am sportlichen Wettkampf. Einer dreht, der andere markiert mit dem Finger, wie hoch das Wasser steigt. " Höher, schneller", kommen ermunternde Zufrufe von allen Seiten.

Eine schweißtreibende, aber durchaus lohnende Aufgabe, urteilen die Prüfer. Also ebenfalls eine Eins. Geräte zum Austoben und andere zum Schauen und Entspannen: Nach diesen beiden Kriterien wurden die Spiele ausgesucht. " Wir wollten nichts Statisches", erläutert Sommer.

Eine gedankliche Mühe, die sich anscheinend ausgezahlt hat, denn die Kinder sind begeistert.

Allein die Mütter von Laura und Alexander kritisieren die fehlende Kennzeichnung als Spielgerät. " Ich wusste zunächst gar nicht, wo die stehen", meint Gaby Kösters. Dass dies auch Kindern passieren kann, zeigt der Weg der Tester. Vor etwas Buntem drehen die Kinder im letzten Moment ab. Was aus der Ferne als Spielerei lockt, erweist sich beim näheren Hinschauen als - Hydrant. (os)

SPRUDEL-SPASS: David (links) und Alexander bringen die Wassersäule zum Steigen. Fotos: Gert Westdörp

KAUM DA, SCHON KAPUTT: Das Spiel in der Georgstraße muss repariert werden - Unbekannte schnitten die Halterungen durch.

LAURA LEICHTGEWICHT: Die Siebenjährige (links) schafft es nicht, durch Körpergewicht David in die Höhe zu wippen.
Autor:
os


Anfang der Liste Ende der Liste