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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Brennpunkt: Wo Autos fahren und Kinder spielen
Zwischenüberschrift:
Verkehrsplanung mit Kinderaugen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Brennpunkt: Wo Autos fahren und Kinder spielen

Verkehrsplanung mit Kinderaugen

Verkehrsplanung ist zwar kein Kinderspiel, aber durchaus auch Sache von Kindern. Beim " Verkehrskonzept Haste", das von der Stadt zurzeit unter breiter Beteiligung der Bürger erarbeitet wird, dürfen erstmals auch kleine Verkehrsteilnehmer mitreden. Deshalb durchstreifte die Klasse 4 d der Grundschule Haste in Kleingruppen ihren Stadtteil, um mit Fotoapparaten die Verkehrssituation aus Kindersicht festzuhalten.

" Das hier ist mein Revier." Balthasar (9) lässt zu Beginn der " Fotosafari" keinen Zweifel daran, dass er in Sachen Straßenverkehr Experte in eigener Sache ist. Denn die Verkehrsverhaltnisse rund um die Hardinghausstraße kennt er wie auch seine Klassenkameraden Patrick, Arthur und Benedikt bestens. Ob mit Rollern, Inlinern, Fahrrädern oder zu Fuß: Der Straßenraum wird von den vier Jungs besonders am Nachmittag in erster Linie als Spielfläche genutzt. Und da wurde es in der Vergangenheit manchmal auch schon " ganz schön brenzlig", erzählen sie Karl Heinz Schäfer vom beauftragten Aachener Büro für Stadt- und Verkehrsplanung an diesem Morgen.

So zum Beispiel an der Kreuzung In den Bleeken / Hardinghausstraße. " Da kommt man oft nur schlecht auf die andere Straßenseite", bemangelt Patrick. Schäfer hört aufmerksam zu, fragt nach und notiert die wichtigsten Punkte auf einem vorbereiteten Arbeitsbogen. Zum Abschluss macht Patrick noch ein Foto: Und so geht es weiter. Die Kinder machen den Planer auf Schleichwegen zum nächsten Spielplatz aufmerksam. Auch hier ist eine gefahrlose Überquerung der Hardinghausstraße nach Einschätzung von Balthasar nicht möglich. " Manche Autos sind hier einfach zu schnell", schimpft er.

Die Verkehrsplaner der Stadt bekommen aber auch viel Lob von den jungen Experten. " Gut" sind Zebrastreifen und Mittelinseln an der Hardlinghausstraße sowie aufgepflasterte Barrieren im Bereich von Parkplätzen. Nach einer guten Stunde sind die Kinder ihre wichtigsten Sorgen losgeworden. Eines allerdings ist noch unklar: " Kann die Stadt denn das alles bezahlen?", sorgt sich Balthasar. Schäfer weist darauf hin, dass zunächst alle Ideen gesammelt werden und " leider auch nicht alles umgesetzt werden kann".

Ausstellung in der Christus-König-Kirche

Der Verkehrsplaner hat bereits Erfahrungen mit der Einbeziehung von Kindern in Planungsprozessen gesammelt. Die Vernachlässigung kindlicher Perspektiven führe oft dazu, dass Straßen und Verkehrsgeschehen nicht kindgerecht gestaltet würden. Die Folge: Kinder sind immer seltener selbstständig unterwegs, werden sicherheitshalber von den Erwachsenen begleitet und gefahren. Für Karin Wank vom Büro für Kinderinteressen ist.es wichtig, dass Kindern ein Recht auf Mitgestaltung ihres direkten Wohnumfeldes eingeräumt wird.

Die Ergebnisse der Fotosafari werden jetzt für einen Planungsworkshop mit Kindern und Jugendlichen im November aufbereitet, in dem konkrete Maßnahmen für die ermittelten Gefahrenpunkte entwickelt werden. Bereits vor zwei Wochen hat sich der Arbeitskreis " Verkehrsberuhigung Haste" gebildet. Ziel ist es, im Konsens aller Beteiligten ein Maßnahmepakt zu erarbeiten, das in den nächsten Jahren in Haste umgesetzt werden soll. Eine Ausstellung, die im Oktober im Jugendheim der Christus-König-Gemeinde eröffnet wird, soll über die Ereignisse der einzelnen Projektphasen informieren.

Autor:
fan


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