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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Vom Kaufhaus Merkur bis zum großen Gasometer
Zwischenüberschrift:
Neuer Bildband mit Luftaufnahmen der Stadt von 1956
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die " Elektrische" fuhr noch durch die Straßen der Stadt, die Autos waren noch keine Landplage und die Hase versleckte sich noch nicht unter einer Betonplatte. 1956 war der Wiederaufbau in Osnabrück erstaunlich weit vorangeschritten. Das lassen die Luftbilder aus dem Buch " Rundflug über Osnabrück vor fünfzig Jahren" erkennen, das jetzt erschienen ist.

Gefertigt wurden die Schwarzweißaufnahmen zum großen Teil für gewerbliche oder industrielle Kunden. So tauchen in dem Bildband Geschäftshäuser, Betriebe und öffentliche Gebäude auf. Viele von Ihnen existieren heute noch und haben sich weiterentwickelt, zum Teil auch unter anderem Namen wie das Kaufhaus Merkur, das heute unter Galeria Kaufhof firmiert. Andere, wie die Textilfabrik Hammersen oder der Steinbruch auf dem Westerberg, sind schon Geschichte.

Zwischen den 354 Motiven entdeckte Hubertus Wilker vom Medienzentrum Osnabrück zahlreiche Ansichten aus der Innenstadt und manches Wohngebiet, das damals noch von Ackerland oder Wiesen umgeben war. Huhertus Wilker hat die 61 Luftbilder ausgewählt und betextet, aus seiner Feder stammt auch das Vorwort. Als Gegenleistung tritt der Wartberg-Verlag die Negative an das Medienzentrum ab, wo sie allen Interessierten ab sofort zur Verfügung stehen. Die meisten Motive sind 1956 entstanden, zum Vergleich wurden einige Aufnahmen von 1965 herangezogen. So dokumentiert der Bildband ein wichtiges Kapitel der Stadtentwicklung, den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wer die Innenstadt unter die Lupe nimmt, entdeckt auf fast jedem Foto Trümmergrundstücke und Ruinen. Bemerkenswert ist aber, wie geschlossen sich das Stadtbild elf Jahre nach dem Ende der Zerstörungen schon wieder darstellt. Auffällig ist zugleich, wie wenig die Stadt 1956 vom Autoverkehr vereinnahmt war. Die große Motorisierung kam wenige Jahre später. Für ein autogerechtes Osnabrück wurden die Ausfallstraßen gebaut und die Walle abgeholzt. Im Bildband des Wartberg-Verlages ziehen sie sich noch als breiter Grüngürtel um die Innenstadt. Wer etwas Typisches für die Zeit sucht, wird beim Blick in den Schlossgarten auf die Naafi-Baracken der Briten stoßen. Oder auf den großen Gasometer an der Alten Poststraße, dort, wo heute die Stadtwerke-Zentrale steht. Er verschwand erst in den 60er Jahren von der Bildfläche. Ähnlich war es mit der guten alten Straßenbahn. Auf mancher Ansicht rumpelt sie ganz unspektakulär durchs Stadtbild. 1961 wurde sie abgeschafft - weil sie im autobeseelten Osnabrück jener Tage als Verkehrshindernis empfunden wurde. Heute würden wir uns glücklich schätzen, wenn es die Straßenbahn noch gäbe.

Manche andere Sünde der Vergangenheit hatte die Stadt noch vor sich, zum Beispiel den brachialen Ausbau der Dielingerstraße. Oder die Überbrückung der Hase zwischen Wittekindstraße und Georgstraße, die vor wenigen Jahren mit großem Aufwand rückgängig gemacht wurde. So ändern sich die Zeiten, und Hubertus Wilker vermerkt in seinem Vorwort: . Vieles mag uns heute kritikwürdig erscheinen und einiges würde man heute anders machen."

Der Bildband " Rundflug über Osnabrück vor fünfzig Jahren" ist Im Wartberg-Verlag erschienen und ab sofort für 34, 81 DM (17, 80 Euro) im Buchhandel erhältlich.

EIN MODERNES KAUFHAUS: 1955 entstand an der Wittekindstraße das sechsstöckige " Merkur", gegenüber wurde die neue Stadtsparkasse gebaut. Das alte Sparkassengebaude ist links im Bild zu sehen. Die Hase war zwischen Wittekindstraße und Georqstraße noch offen. Bemerkenswert die Ruinen am Kollegienwall im Vordergrund.

DIE | OHANNISKIRCHE und die Neustadt: Im Vordergrund die Handwerkskammer (heute Caritas), links unten Trümmergrundstücke, auf denen später die Johannisschule entstanden ist. Das Konfektionshaus Gebr. Leffers war noch nicht wieder aufgestockt, und auf der Fläche zwischen Kollegienwall und Johannisstraße beherrschen noch Trümmer das Bild.

DIE MARTINISTRASSE fast ohne Autos, aber noch mit Straßenbahnschienen. Hier der Blick auf den Arndtplatz, dahinter das Katharinenviertel.

DIE F.H. HAMMERSEN AG war eine Baumwollspinnerei und - weberei an der Iburger Straße. Sie ist vor 20 Jahren einer Wohnsiedlung gewichen. Im Vordergrund der Turm der Lutherkirche.

DEN GASOMETER auf dem Stadtwerke-Gelände an der Alten Poststraße haben viele noch in Erinnerung: Hier der Blick von der Innenstadt über die Schillerstrafte nach Osten, in der Bildmitte links die Herz-Jesu-Kirche. Bei dem großen, hellen Gebäude im Vordergrund handelt es sich um das 1955 erweiterte Modehaus Lengermann & Trieschmann.

BEI SCHOELLER lief die Produktion 1954 schon wieder auf Hochtouren. Fünf Jahre zuvor hatte die Papierfabrik den Wiederaufbau nach den Kriegszerstörungen abgeschlossen.

Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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