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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Volle Blütenpracht bis zum ersten Frost
Zwischenüberschrift:
Dahlien wachsen seit mehr als 200 Jahren in den europäischen Gärten - Zahlreiche Züchtungen
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Heute: Die Dahlia excelsa

Volle Blütenpracht bis zum ersten Frost

Dahlien wachsen seit mehr als 200 Jahren in den europäischen Gärten - Zahlreiche Züchtungen

Eine der insgesamt am meisten angebauten Garten-Schönheiten ist die Dahlie. Mit ihrer immensen und bis zum Frost anhaltenden Blütenpracht ist sie aus der europäischen Gartenlandschaft nicht mehr wegzudenken. Eine der Ur-Formen, die Dahlia excelsa, blüht zur Zeit im Botanischen Garten.

Die Experten des Gartens besitzen das Exemplar seit 1994.

Es wurde direkt vom Ursprungsstandort Costa Rica mitgebracht. In den vergangenen Jahren wurde die Pflanze so behandelt, wie Gartenfreunde das mit Dahlien üblicherweise tun: Vor der Frostperiode schneidet man die Blätter zurück und lagert die Knollen in einem kühlen, dunklen und trockenen Raum bis zum Frühjahr ein. Im letzten Herbst dagegen wurde sie im Botanischen Garten als Kübelpflanze über den Winter weiterkultiviert. Nun blüht sie das erste Mal. Nur mit Hilfe der Blüte war übrigens eine exakte wissenschaftliche Bestimmung der Art möglich.

Die Dahlie stammt aus Mittelamerika und dürfte wohl 1519 vom spanischen Eroberer Hernando Cortez als erstem Europäer erblickt worden sein. Der interessierte sich aber mehr für das Gold der Inkas, und erst der spanische Arzt Francisco Hernandez erwähnte die Pflanze Jahrzehnte später. 1789 kam Dahliensamen erstmals in den botanischen Garten von Madrid, wo der Neu-Import züchterisch bearbeitet wurde. Die Spanier benannten die Pflanze - wie in Botanikerkreisen üblich - nach einem Kollegen, dem schwedischen Botaniker Andreas Dahl.

Von Madrid aus trat die Dahlie den Siegeszug in die botanischen Gärten aller europäischen Hauptstädte an, wobei die Pflanzen in England wegen falscher Pflege schlicht eingingen. Dort hielt man sie fälschlicherweise in feucht-warmen Gewächshäusern.

Diplomatenfrauen förderten mit dem Austausch von Knollen die weitere Verbreitung, und auch der Forschungsreisende Alexander von Humboldt (1769-1859) sorgte mit neuem Samen für Nachschub in Berlin und Paris.

Anfang des 19. Jahrhunderts setzte in Europa ein wahrer Dahlien-Boom ein, wobei sich deutsche Züchter schnell einen Namen machten. Schon bald war die Pflanze kein Privileg der Reichen mehr.

In den vergangenen Jahren befand sich die Dahlie nach Beobachtungen von Gartenfreunden etwas auf dem Rückzug und wurde verstärkt nur noch in Bauerngärten gesichtet. Der neue Gartentrend mit einem Hang zur Nostalgie dürfte aber auch der Dahlie wieder zu ihrer früheren Bedeutung verhelfen.( fr)

NUN BLÜHT SIE ENDLICH: Die Dahlia excelsa im Botanischen Garten der Universität. Foto: Michael Hehmann
Autor:
fr


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