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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Der Kleiber: Ein flinker Klettermaxe mit Flügeln
Zwischenüberschrift:
Im Winter Gast an den Futterplätzen in der Stadt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Kleiber: Ein flinker Klettermaxe mit Flügeln

Im Winter Gast an den Futterplätzen in der Stadt

Hoch oben im herbstlich bunten Buchenwald des Schinkelberges flötet es. Weithin tönt das laute Pfeifen. Spaziergänger drehen die Köpfe und verrenken die Hälse und suchen den Pfeifer. Da entdecken sie einen kleinen sperlingsgroßen Vogel und sind fast ein wenig enttäuscht: Ein so kleiner Vogel - wer so laut flötet, müsste doch viel größer sein.

Aber der kleine Kleiber (Sitta F.uropaea) ist nicht groß und trotzdem laut. Sehr behende klettert er an der Borke hoch, zirpt fein und dünn, stochert mit dem spitzen Schnabel in der Rinde umher, zieht eine fette Raupe hervor und flötet wieder laut und voll.

Dann macht er etwas, das ihm kein Vogel des Waldes nachmacht. Er dreht sich um, dass sein Kopf nach unten hängt, und bearbeitet wie ein Specht, nur koptunter am Stamm hängend, eine Buchecker. Kopfüber, kopfunter, kopfseitwärts schnurrt, huscht und klettert er zum Fuße des Baumes und hüpft auf der Erde umher, meißelt hier eine Haselnuss auf, zerrt dort einen Käfer aus dem Moos hervor, da wird eine Puppe verspeist und dort eine Spinne verschlungen.

Die farbenprächtigen Kleiber haben sich wie die unscheinbar gefärbten Baumläufer und die Spechte auf den einen Lebensraum mit mitteldicken bis dicken Baumstämmen spezialisiert. Die Vögel sind an eine gewisse Stammdicke gebunden und besiedeln Wälder und größere Parks erst, wenn die Bäume ein Alter von etwa 50 Jahren erreicht haben.

Kennzeichnend für den Kleiber sind der gerade Schnabel, der kurze Schwanz und die kräftigen Kletterfüße. Kleiber sind fähig, an Bäumen und Felsen kopfabwärts zu klettern, ohne den Schwanz stützend zuhilfe zu nehmen. Andere Vögel können das nicht. Kleiber sind in Osnabrück überall häufig, wo es alte Wald-, Park- und Alleebäume gibt. Ihre lauten, schallenden Rufe und Triller sind bereits im Februar zu hören.

Im April beginnen die Vögel ihre Nester in ausgefaulten Baum- und Spechthöhlen anzulegen, in Mauerlöchern und Felsspalten, ebenso in Meisenkästen. Zu große Höhleneingänge werden mit ihm verklebt, passend zur Körporgröße. Vom Wort " kleben" leitet sich auch der Name " Kleiber" ab.

Im Winterhalbjahr besuchen Kleiber regelmäßig Futterplätze, gelegentlich sogar inmitten der Großstadt. Häufig tragen sie die Samen weg und verstecken sie in Rindenspalten oder in der Erde. Die " Töpfer des Waldes" sind äußerst ortstreu und verlassen uns auch im strengsten Winter nicht.

GESCHICKT kann sich der Kleiber an Bäumen und Felsen bewegen. Der behende Klettermaxe hat auch eine für seine Größe ungewöhnlich laute Stimme. Foto: Bernhard Volmer


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