User Online: 3 | Timeout: 12:45Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
"Überholte Auflagen"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Überholte Auflagen"

Zum Bericht " Für eine Scheinzypressenhecke durch alle Instanzen" (Ausgabe vom 20. November)

" ... kommunale Vorschriften sprechen den vor vielen Jahrzehnten importierten immergrünen Pflänzchen das Lebensrecht ab. Nieder mit diesen Eindringlingen in die deutsche Flora mit ihren so erhabenen Hainen von Eiche und Buche. In der Presse liest man stets von großen Haushaltslücken und Stellenabbau. Anscheinend gibt es in den Bereichen Bauaufsicht noch immer zu viel Personal, wenn hier so akribisch die Einhaltung längst überholter städtischer Auflagen verfolgt werden kann. Hier könnte sich die neue schwarz-gelbe neue Mehrheit im Rat noch einige Pluspunkte vom Bürger verdienen, wenn sie solche überholten Bauauflagen per Mehrheit Ersatzlos streicht. Warum nicht mal ein Gewächs aus Ostasien dulden, wenn man die Große Straße mit chinesischem Granit pflastert? Der alte Fritz war da in Sachen , Pflanzenimport sehr viel toleranter: Er ließ in Preußen ein Knollengewächs aus den Anden anbauen, das uns Deutsche Jahrhundere lang gut ernährt hat: die Kartoffel, das urdeutsche Nahrungsmittel."

Wilfried Meyer-Koop

Schwanenburgstraße 74

Osnabrück

" Sollte das, was unsere Naturschutzbeauftragten alles zu beanstanden haben, flächendeckend über uns kommen, so sollten wir unsere Gärten wohl so schnell wie möglich aufräumen. Ich denke da an die Baumverordnung, die nichts anderes bewirkt hat, als dass viele Eigenheimbesitzer ihre im Garten stehenden Bäume abgesägt haben, weil Bäume, die einen bestimmten Umfang erreicht hatten, dann nicht mehr gefällt werden durften. Die Vorschrift hat also genau das Gegenteil ihres erklärten Zieles erreicht. Die Gärten wurden trister und für Vögel gab es weniger Nistmöglichkeiten. Wir Bürger müssen nur aufmerksamer durch die Landschaft gehen, dann würden wir viele Sträucher und Bäume finden, die in öffentlichen Parks und an Straßenrändern stehen und eigentlich ; nicht hier hin gehören. Dennoch verschönern sie unsere Erholungsgebiete. Hier sei nur der Tulpenbaum (Lirioden-drontulipifera L.) genannt - einer der schönsten Zierbäume, die Europa von Nordamerika übernommen hat, oder die Traubenkirsche, deren eigentliche Heimat Asien ist. Noch ein Wort zu unseren Obstbäumen, z. B. der Pfirsich oder die Aprikose. Was soll mit Bäumen dieser Art geschehen? Wenn wir (die Bürger) der Stadt Osnabrück mitteilten würden, wo sie überall Pflanzen stehen hat, die nicht heimisch sind, müsste eine riesige Anzahl von Pflanzen und Gehölzen entfernt werden. Unser Umwelt würde um vieles ärmer werden. Ganz zu schweigen von der heimischen: Insekten- und: Vogelwelt, die einen nicht unerheblichen Nutzen von den Pflanzen haben."

Karl-Heinz Wasmund

Düteweg 17

Osnabrück

" Der Vorgang um die Hecke aus nicht , standortgerechten' Pflanzen ist haarsträubend. Für den Steuerzahler ist es doppelt bitter. Die Stadt bezahlt generell keine Kosten für Gericht oder Anwälte und zum anderen schließen sich die Richter diesem Schwachsinn auch noch an. Ich wusste nicht, dass sich Städte mittlerweile nicht nur Autofahrer, sondern auch Falschpflanzer zur Brust nehmen. Diese Aktion ist einfach lächerlich und kostet nur unnötig Geld - und die Familie Hess Nerven. Die Stadt sollte sich lieber um Gedanken über Steuereinsparungen Gedanken machen, anstatt Steuer zahlenden Bürgern das Leben unsinniger Weise schwer zu machen. ... Es lebe die Bürokratie."

Ralf Nelles

Trierer Straße 193

Aachen

" Nachdem ich nun über das, was hier beschrieben wird, herzlich gelacht habe, stelle ich mir doch einige Fragen. Bezahlen wir wirklich mit unseren Steuergeldern Leute, die in den Ämtern Zeit für solch einen Unsinn haben? Ist nicht ein großer Teil unserer , einheimischen' Pflanzen und Gehölze irgendwann aus einem anderen Land eingeführt worden? Wie lange muss eine Pflanze in unserem Lande leben, bis sie die , Pflanzenbürgschaft' erwirbt? Muss ich jetzt die Tomaten und Kartoffeln in meinem Garten ausrotten, denn die sind ja auch nicht in Deutschland erfunden? Wieso duldet die Stadt gleiche Sträucher zu Tausenden auf Friedhöfen und Anlagen? Was soll man der Familie Hess empfehlen? Vielleicht: Eine stattliche Mauer bauen, aus einheimischen Steinen - wie sie auf der Großen Straße so repräsentativ und hübsch zu besichtigen sind?"

Eckhard Witkugel

Schanzenweg 4

Lotte-Halen
Autor:
Wilfried Meyer-Koop, Karl-Heinz Wasmund, Ralf Nelles, Eckhard Witkugel


Anfang der Liste Ende der Liste