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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Schwierige Suche nach Bleirohren
Zwischenüberschrift:
Trinkwasserversorgung wird geändert - Wie viele betroffene Häuser gibt es?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Im Vorfeld der neuen Trinkwasserverordnung wurde jetzt anlässlich einer Fachtagung in Osnabrück ein besonderes Problem deutlich: Bis in die 60er Jahre hinein wurden in der Stadt noch Blei-Wasserleitungen in Gebäuden installiert. Zahlreiche Häuser aus der Jahrhundertwende stehen ohnehin im Verdacht, noch über solche gesundheitsschädlichen Leitungen zu verfügen. Peter Tenhaken, Umweltingenieur im Gesundheitsamt, schätzt diesen Gebäudebestand auf fünf bis zehn Prozent und nennt insbesondere das Katharinenviertel und die vordere Wüste.

Eines machten die rund 100 Fachleute aus dem gesamten Bundesgebiet während der VDI-Tagung im Centrum für Umwelt und Technologie (CUT) deutlich: Das Trinkwasser in ganz Deutschland könne bedenkenlos getrunken werden und es gebe hervorragende Qualität zu einem günstigen Preis. " Denken Sie an Italien oder Portugal, wo teilweise nur Wasser aus Plastikflaschen getrunken werden kann", betonte Nikolaus Geiler den hohen Standard.

Der Verbraucherschützer aus Freiburg wurde von Joachim Nolte unterstützt, der für die Stadtwerke an der Tagung teilnahm. Wasser als das " Lebensmittel Nr. 1" rücke erfreulicherweise zunehmend in das Bewusstsein der Verbraucher. Dem trägt auch die kommende Trinkwasserverordnung Rechnung, die auf einer EU-Richtlinie basiert. Im Kern werden darin die Grenzwerte verschärft und der Verbraucherschutz erhöht. Gleichzeitig begrenzt sie die Verantwortung der Wasserversorger auf die Produktion, Aufbereitung und Weiterleitung bis zum Haus. " Damit steigt die Verantwortung der Hausbesitzer für einwandfreie Trinkwasserqualität", erklärte Prof. Gerhard Weil von der FH Osnabrück.

Genau deswegen rückt auch die Problematik der Bleirohre in den Vordergrund, denn bei ihrer - selbst nur abschnittsweisen - Verwendung können die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Zwar gelten Umrüstfristen bis 2013, aber zunächst müsste in Osnabrück der Bestand überhaupt geklärt werden.

Definitiv ausschließen können die Stadtwerke die Verwendung von Bleirohren in ihrem Wassersystem. " Wir sind völlig bleifrei", hob Nolte hervor. In den Gebäuden selbst aber herrscht je nach Bauzeit ein buntes Nebeneinander und Miteinander verschiedener Werkstoffe: Es gibt Leitungen aus Blei, Kupfer, Kunststoff, Edelstahl und verzinktem Stahl.

Blei als Transportröhre für Wasser kann bei Kindern zu Entwicklungsstörungen und bei Erwachsenen zu Leberschäden führen. " Das ist seit langem bekannt und deswegen sind die meisten alten Bleirohre längst ausgestauscht", berichtete Tenhaken. Da solche Arbeiten aber nicht meldepflichtig sind, kennen weder das Bauordnungsamt noch der Verein Haus und Grund verlässliche Daten. Auch Tenhaken spricht von " groben Zahlen". Angesichts von Haus- und Wohnungssanierungen dürften es in Osnabrück eher fünf als zehn Prozent des Gebäudebestands sein. In Hannover vermuten seine Kollegen dagegen in zehn bis fünfzehn Prozent noch Bleileitungen.

Tenhaken weiß von Stichprobenuntersuchungen, dass sich im Katharinenviertel und in der vorderen Wüste überdurchschnittlich viele Bleileitungen finden. Eine teilweise Sanierung biete keinen Schutz. " Was nutzt ein saniertes Badezimmer, wenn das Wasser aus dem Keller in Bleileitungen zur Wohnung befördert wird?", fragte er. Aufschluss können kostenpflichtige Beprobungen geben. Beratungen erteilt Peter Tenhaken im Gesundheitsamt unter Tel. 323-3248.

Auch der Verein Haus und Grund kümmert sich demnächst verstärkt um das Thema. " Wir werden unsere Mitglieder umfassend über die Problematik informieren", so Geschäftsführer Reinhold Nölkenbockhoff.( fr)

KÖSTLICHES WASSER, wenn kein Blei im Spiel ist. Foto: Hehmann
Autor:
fr


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