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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die Eversburger machen sich stark für ihren Bahnhof
Zwischenüberschrift:
Signal gegen eine Rotlicht-Nutzung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Von Rainer Lahmann-Lammert

Als Cafe, als Restaurant oder als Info-Anlaufstelle für die erhoffte Bundesgartenschau können sich die Eversburger ihren 90 Jahre alten Bahnhof gut vorstellen, aber als Rotlicht-Etablissement? Auf keinen Fall, sagten sich 30 tatkräftige Bewohner des Stadtteils. Zusammen mit Aktivisten der Bahn-lnitiativen räumten sie an der Station gründlich auf.

Zu der " symbolischen Freischneideaktion" hatte der Runde Tisch Eversburg gemeinsam mit den Initiativen Haller Willem und Tecklenburger Nordbahn aufgerufen, auch der Bürgerverein machte mit. Doch es blieb nicht bei symbolischen Gesten. Die freiwilligen Helfer hatten Heckenscheren und Motorsägen mitgebracht, um die Station aus ihrem Dornröschenschlaf zu befreien.

Mit einem Trennschneider wurde auch das demolierte Wartehäuschen aus den 70er Jahren fachgerecht zerlegt, zwei Schuttcontainer füllten sich im Nu mit allerlei Unrat. Und das alles bei Dauernieselregen. Auch zwei Ratsmitglieder, Alice Graschtat und Ulrich Sommer (SPD), packten mit an. Dagegen sahen die Arbeitshandschuhe von Joachim Tegeler (CDU) bis zuletzt noch erstaunlich sauber aus.

Nach der zweistündigen Entrümpelung wirkt das Umfeld der stillgelegten Station schon wieder etwas freundlicher. Aber das Hauptproblem scheinen die unsicheren Eigentumsverhältnisse zu sein.

" Am Haltepunkt muss das Umfeld stimmen"

Der Architekt Hartmut Eggemann berichtete, der Eigentümer sei in " Turbulenzen" geraten, die Banken und das Finanzamt hätten sich im Grundbuch ihre Forderungen absichern lassen. Deshalb sei vorerst nicht mit weiteren Investitionen zu rechnen. Doch die Pläne für ein Kartoffelhaus oder eine andere gastronomische Nutzung könnten jederzeit wieder aus der Schublade geholt werden.

Die Absicht, das " horizontale Gewerbe" im Eversburger Bahnhof zu etablieren, sei aber wohl ein Gerücht, vermerkte der Architekt. Ihm gegenüber habe niemand solche Pläne geäußert. Für die Eversburger Bürger, von der Aussicht auf ein Bordell in ihrer Nachbarschaft alarmiert, war das keine Entwarnung. Sie wollen weiterhin ein Auge auf den Bahnhof werfen - in der Hoffnung, dass sich eine sinnvolle Nutzung findet.

Auch die Initiativen für den Haller Willem und die Tecklenburger Nordbahn, die einen Haltepunkt in Eversburg unerlässlich finden, ziehen am selben Strang. " Für einen Haltepunkt braucht man zwar kein Bahnhofsgebäude", erklärte Nils Peters von der InitiativeTecklenburger Nordbahn, " aber ein Haltepunkt wird erst angenommen, wenn auch das Umfeld stimmt".

Die Eversburger wollen nun weitermachen, wie Volker. Schaarschmidt vom Runden Tisch ankündigte. Als nächste Aktion soll der Fußgängertunnel zur Atterstraße mit frischer Farbe freundlicher hergerichtet werden.

EVERSBURGER TATENDRANG: Bei Dauernieselregen wurde am Samstag rund um den alten Bahnhof gründlich aufgeräumt. Dabei füllten sich zwei Schuttcontainer mit allerlei Unrat. Foto: Detlef Heese
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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