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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
Die Froschfrauen mögen die Lauten am liebsten
Zwischenüberschrift:
Körpergröße bei Partnerwahl der Frösche zweirrangig
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Froschfrauen mögen die Lauten am liebsten

Körpergröße bei Partnerwahl der Frösche zweitrangig

Von Gerhard Kooiker

Vorbei ist der Sommer, vorbei ist die Mückenplage, vorbei sind die bekannten Froschkonzerte. Die können so nervtötend sein, dass gestresste Mitmenschen mit ihren Nachbarn wegen der laut quakenden Teichfrösche (Rana esculenta) vor Gericht streiten.

Diese früher weit verbreiteten Froschkonzerte stammen von den Grünfröschen, dem Teich-, See- und Kleinen Wasserfrosch, die landläufig als Wasserfrösche bezeichnet werden. Wasserfrösche sind Spätlaicher und werden erst bei 12 Grad Boden- und Wassertemperatur aktiv (Ende April / Anfang Mai). Sie bleiben nach dem Ablaichen überwiegend in oder am Gewässer. Die Paarungsrufe der Männchen erschallen von April bis September, also nicht nur zur Paarungszeit.

Die Stimme der Männchen spielt bei der Partnerwahl eine große Rolle, denn oft ist nicht die Körpergröße, sondern die Lautstärke entscheidend. Deshalb kann man das Gequake der Frösche oft sehr weit hören. Zwei äußere Schallblasen dienen ihnen als zusätzlicher Resonanzraum und erhöhen die Reichweite: Grasfrösche kann man etwa 50 Meter, Waserfrösche sogar bis 500 Meter weit hören.

Die Grünfrösche haben fast ausnahmsweise einen schmalen, hell gefärbten Mittelstreifen und sind übrigens nicht nur grün, sondern auch braungrün oder gelbgrün oder sehr variabel gefleckt gezeichnet. Seit ungefähr 40 Jahren ist bekannt, dass in Mitteleuropa drei " Grünfroschformen" existieren. Die häufigste Form, der Teichfrosch, ist keine eigenständige Art, sondern ein Bastard der Elternarten Seefrosch und Kleiner Wasserfrosch. Alle drei Grünfrösche sind wegen ihrer hohen Variabilität morphologisch nicht einfach zu unterscheiden. Experten jedoch können die Grünfrösche anhand der Stimme leichter unterscheiden als nach morphologischen Merkmalen.

Seefrosch und Kleiner Wasserfrosch kommen in der Regel nicht am selben Ort vor, da sie unterschiedliche Ansprüche stellen. Der Teichfrosch hingegen kann, vermutlich auf Grund der Bastardierung, die unterschiedlichsten Gewässer besiedeln. Übrigens tummeln sich in unseren Osnabrücker Tümpeln und Gartenteichen fast ausnahmslos Teichfrosche.,

In diesem Sommer beobachtete ich einen großen Wasserfrosch über mehrere Wochen am Rubbenbruchsee. Er hatte seinen festen Platz bei einer Anlegestelle für Boote, saß dort auf dem Uferrand unter Weidenzweigen und plumpste, wenn ich mich näherte, ins Wasser. Zeitweise lag er auch faul auf den Wasserpflanzen, die die Wellen hin und her schaukelten und ließ sich von der Sonne bescheinen. Er war groß, knallgrün und hatte gelborange Glotzaugen.

KEIN VERZAUBERTER PRINZ, sondern nur ein Wasserfrosch, der den Fotografen aus dicken Kulleraugen anschaut.

Foto: Bernhard Volmer
Autor:
Gerhard Kooiker


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