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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
"Wirklich ein toller Kerl"
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
" Wirklich ein toller Kerl"

Zum Bericht " Der Steinmarder vom Domhof ging in die Falle" (Ausgabe vom 3. März) meint ein Leser:

" Dieser Kreisjägermeister und Schädlingsbekämpfer Konrad Brockmann ist ja wirklich ein ganz toller Kerl: da hat er doch mit viel List und Tücke einen kapitalen bischöflichen Steinmarder zur Strecke gebracht, nachdem er bereits ein Möbelhaus von 26 Vertretern dieser abscheulichen Spezies befreit hat. Man musste ja Angst um die Möbel haben! Es kann ja auch nicht angehen, dass die Tiere mit unheimlichen Geräuschen Diözesan-Mitarbeiterinnen in Angst und Schrecken versetzen, auf Dachböden herumsudeln und sich sogar arme Entlein von der Hase schnappen - wo kämen wir denn da hin? Bewundernswert, wie sich der gute Mann auf dem Foto mit der zwischen den Bügeln des Fangeisens zerquetschten Beute präsentiert - ein echter Schädlingsregulierer, der uns Gott sein Dank bewahrt vor allerlei Bestien, wir sollten ihm dankbar sein. Man kann das Foto übrigens gut nutzen, um Kindern Achtung vor der Mitkreatur zu vermitteln. Wie heißt es doch am Ende eines viel strapazierten Jägergedichtes? Den Schöpfer im Geschöpfe ehrt! Herr Jägermeister, ich bewundere Sie und trinke einen ebensolchen auf ihren Erfolg. Weidmanns Heil!"

Prof. Dr. Herbert Zucchi

Rosenweg 3

Hasbergen-Caste

" Was hat denn nun dieser in der Innenstadt lebende Steinmarderrüde so Schreckliches getan, dass er tagelang vom Kreisjägermeister höchstpersönlich gnadenlos verfolgt wurde? Sein Vergehen war es, auf einem Dachboden des Bischofs herum zu poltern, um dort, wie es seine ureigenste biologische Aufgabe ist, nach Mäusen, Ratten und verwilderten Haustauben zu jagen. Dabei hat er leider einige klerikale Mitarbeiter erschreckt. Muss man denn sofort den Schädlingsbekämpfer rufen, um das Tier zu töten? Gerade die Kirche wird doch nicht müde, von der Bewahrung der Schöpfung zu reden. Es nützt aber auch gar nichts, dass der prächtige Steinmarderrüde getötet wurde. Ein anderer, vielleicht jüngerer Rüde wird in dieses attraktive Revier einwandern. Das Museum am Schölerberg zeigt überdies anschaulich in der Abteilung Stadtökologie den Steinmarder auf einem Dachboden als biologisch wichtigen Rattenfänger. Alte Dachböden werden von vielen Lebewesen als letzte Zufluchtstätte gesucht. Leider haben wir auch heute noch der komplizierten Räuber-Beute-Beziehung nichts anderes entgegenzusetzen als Fallen und Gewehre, denn es ist ökologisch völlig unsinnig, diese flinken Ratten- und Mäusevertilger immer noch massenhaft in Fallen zu fangen und zu töten. Das ökologische Gefüge der heimischen Wildbahn funktioniert ohne Fallen und Gewehre wesentlich besser und effektiver. Das Töten von Tieren in der freien Natur ist von der Gesellschaft ohnehin nicht mehr gefragt. Gefragt sind das Erlernen ökologischer Zusammenhänge und die Einsicht in die Notwendigkeit der Abstinenz bezüglich jagdlicher Eingriffe in das Gefüge unserer Wildarten. Dass sind hier der Kreisjägermeister als Fallensteller mit seiner getöteten Beute ablichten lässt, kann ich nur als ein peinliches Eigentor für die Jägerschaft werten. Die Jäger täten besser daran, sich in der Öffentlichkeit nicht als Trapper und Fallensteller abzulichten, sondern als Heger und Pfleger..."

Dr. Gerhard Kooiker

Alfred-Delp-Str. 107 .

Osnabrück

DER STEINMARDER - possierlich und nützlich oder lästig und unerträglich?
Autor:
Prof. Dr. Herbert Zucchi, Dr. Gerhard Kooiker


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