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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Strom aus Tiermehl für die Produktion von Papier
 
Das Kraftwerk und die Brennstoffe
Zwischenüberschrift:
Verwendung im Kämmerer-Kraftwerk läuft seit vier Wochen reibungslos - Freude über günstigen Brennstoff
Artikel:
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Originaltext:
Strom aus Tiermehl für die Produktion von Papier

Verwendung im Kämmerer-Kraftwerk läuft seit vier Wochen reibungslos - Freude über günstigen Brennstoff

Seit Ostern verfeuert die Firma Kämmerer jeden Tag 75 Tonnen Tiermehl aus Icker, um Strom und Dampf für die Papierproduktion zu erzeugen. Das Tochterunternehmen des finnischen Ahlstrom-Konzerns hat dafür das eigene Kraftwerk aufwändig umgerüstet. Die Abgaswerte sind besser als bei der Kohleverbrennung.

Auf Grund des europaweiten Verfütterungs Verbotes ist Tiermehl (zunächst bis zum Jahresende befristet) Müll, der teuer entsorgt werden muss. Die Firma SNP in Icker (vormals Eiweiß- und Fett Verwertung) produziert davon täglich 200 Tonnen. Kämmerer nimmt 75 Tonnen ab, der Rest geht an verschiedene Kraft- und Zementwerke im nördlichen Ruhrgebiet.

SNP-Geschäftsführer Ludwig Heitz findet es unter den gegebenen Umständen sinnvoll, Tiermehl zur Energiegewinnung zu verwenden - auch wenn es ihn schmerzt, kräftig für die Beseitigung zuzahlen zu müssen.

Harald Knoche, technischer Leiter bei Kämmerer, freut sich über den für das

Unternehmengünstigen Brennstoff. Da die Verfeuerung bisher reibungslos läuft, kann er sich eine dauerhafte Nutzung sehr gut vorstellen.

Tiermehl hat den gleichen Heizwert wie Braunkohle, die im 1990 erneuerten Kraftwerk weiterhin zum Einsatz kommt (siehe auch " Zur Sache"). Die Handhabung ist allerdings wegen des hohen Fettgehaltes aufwendiger. Es besteht zum Beispiel die Gefahr, dass Ablagerungen die Rohre verstopfen.

In nur wenigen Wochen opitmierte Kämmerer die Kraftwerkstechnik, um die Tiermehlverfeuerung bei 870 Grad zu ermöglichen. Neu sind unter anderem verschiedene Dosiervorrichtungen, die automatisch für die richtige Mischung im Kessel sorgen. Insgesamt handelt es sich von der Anlieferung bis zur Verbrennung um ein geschlossenes System.

Nach einer Infoveranstaltung mit Experten sei die anfängliche Skepsis der Mitarbeiter gewichen, berichtet Harald Knoche.

Um überhaupt Tiermehl als Brennstoff verwenden zu dürfen, schreibt der Gesetzgeber ein strenges Genehmigungs- und Kontrollverfahren vor. Das Gewerbeaufsichtsamt überprüfte im Kämmerer-Kraftwerk unter anderem den organisatorischen Ablauf und die Eignung der baulichen und technischen Anlagen. Ein Computer übermittelt ständig alle aktuellen Abgasdaten.

Sie liegen bei einigen Stoffen wie Dioxin um das Zehnfache unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten. Nach einem Gutachten des Technischen Überwachungsvereins in Hannover wirkt sich die Verfeuerung von Tiermehl jedoch grundsätzlich nicht negativ auf die Umwelt aus.

Offenbar ist auch die Kesselasche unbedenklich. Der Test eines anerkannten Labors hat gezeigt, dass sich keine Proteine darin befinden. Demnach können auch keine Krankheitserreger enthalten sein. Auch die streng überwachte Mischasche aus Tiermehl und anderen Brennstoffen kommt unter anderem beim Straßenbau zum Einsatz.( Jan)

Das Kraftwerk und die Brennstoffe

Das Kraftwerk von Kämmerer ist für den Einsatz von Kohle konzipiert. Seit acht Jahren dürfen auch sogenannte Reststoffe verwendet werden. Hierbei handelt es sich um ausgesuchte, genau definierte Stoffe, für die jeweils Einzelgenehmigungen der Gewerbeaufsicht erforderlich sind. Dazu zählen unter anderem Papier und Folien - und neuerdings auch Tiermehl. Die Abgas-Grenzwerte für diese Stoffe sind meist strenger als für Braun- oder Steinkohle. Unsortierter Müll darf nicht verbrannt werden. Die derzeitige Kesseltechnik und Rauchgasfilterung lässt eine Verbrennung des Trockenstabilates, das künftig bei der Abfallentsorgung in Osnabrück entstehen wird, nicht zu. Das Kämmerer-Kraftwerk erzeugt jährlich rund 60 Millionen Kilowattstunden Strom - so viel, wie eine Kleinstadt benötigt. Rund 50 Prozent des Strombedarfs muss das Unternehmen von außen zukaufen.

AUF DIE RICHTIGE DOSIERUNG kommt es an: Harald Knoche, technischer Leiter bei Kämmerer, zeigt im Kraftwerk die Einblasstelle für das Tiermehl. Foto: Klaus Lindemann
Autor:
jan


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