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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Name stiftet Verwirrung
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Verwandschaftsverhältnisse beim Lauch sind ungeklärt

Artikel:
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Originaltext:
Name stiftet Verwirrung

Verwandschaftsverhältnisse beim Lauch sind ungeklärt

Wer glaubt, in der Botanik sei heute schon alles erforscht, irrt gewaltig, Ausgerechnet in der Familie der Lauchgewächse, zu der wirtschaftlich sehr wichtige Gewürz- und Gemüsepflanzen wie Küchenzwiebel, Porree, Schnittlauch und Knoblauch gehören, sind die Verwandtschaftsverhältnisse noch lange nicht geklärt. Lauchgewächse (Alliaceae) sind mit HO Gattungen und zirka 800 Arten in den gemäßigten Breiten aller Kontinente außer in Australien verbreitet. Bei der großen Vielfalt der Erscheinungsformen haben die Pflanzen eines gemeinsam: Als unterirdische Speicherorgane dienen Zwiebeln oder zwiebelähnliche Gebilde. Ihr Schaft ist blattlos.

Die wichtigste Gattung der Familie ist Allium (Lauch oder Zwiebel). Sie ist in den nicht zu kalten Zonen der nördlichen Hemisphäre beheimatet. In die Ziergärten hat diese bis zu einem Meter große, auffallende Pflanze mit ihren großen Blättern und zuweilen kindskopfgroßen Blüten schon seit Jahrzehnten Eingang gefunden. Im Botanischen Garten der Universität Osnabrück wird derzeit eine Allium-Sammlung aufgebaut, um deren Verwandtschafts-Verhältnisse zu untersuchen. Im Erdhaus und auf den davor liegenden Beeten ist eine Auswahl an Allium-Arten gepflanzt. Allium rosenorurn (Foto) stammt aus Mittelasien. Zu den ohnehin schwierigen familiären Beziehungen der Lauchgewächse brachte im 19. Jahrhundert der renommierte Botaniker Eduard Regel zusätzliche Verwirrung ins Spiel. Er notierte für diese Pflanze mehrmals den Namen Allium rosenba-chianum auf den Etiketten, mit denen Botaniker ihre Schützlinge üblicherweise benennen. Unter diesem Namen ist sie noch heute in europäischen Gärten und im Blumenzwiebel-Handel erhältlich, Der Grund für diesen Namens-Transfer ist nicht definitiv bekannt. Heute sind sich die Experten aber weitgehend einig, dass die Pflanzen, die ursprünglich am Platz von Allium rosenbachianum gesammelt wurden, verloren gegangen sind. An ihre Stelle werden andere Pflanzen aus benachbarten Sammelorten gerückt sein, ohne dass jemand bemerkt, dass der Name geblieben war. Ein Versehen, das schon manchen Wissenschaftler ins Grübeln gebracht hat. (jm)

AN AUSDRUCK und Pracht sind die Blüten des Lauchgewächses Allium rosenorum kaum zu überbieten. Die Pflanze wird daher auch im Garten gern gesehen. Foto: Elvira Parton
Autor:
jm


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