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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Kamp: Noch kein Durchbruch für eine neue Passage
 
"Eine einmalige Chance vertan"
Zwischenüberschrift:
Pläne für Einkaufszentrum liegen vor
 
Kamp: Kritik an Parkhaus-Entscheidung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Kamp: Noch kein Durchbruch für eine neue Passage

Pläne für Einkaufszentrum liegen aus

Von Rainer Lahmann-Lammert

Heute beginnt die letzte Phase der Bürgerbeteiligung für das geplante Einkaufszentrum am Kamp. Bis zum 5. Juli legt der Fachbereich Städtebau die Pläne für die Umgestaltung der 5 500 Quadratmeter großen Fläche noch einmal öffentlich aus. Unterdessen klagt der Investor über Verzögerungen, die den Bau der geplanten Passage zwischen der Großen Straße und der Großen Hamkenstraße in Frage stellen könnten.

Nach dem Konzept der Multi Development Corporation (MDC) sollen die neuen Kaufhäuser keine Insellage bilden, sondern mit einer großzügigen Passage an die Große Straße angebunden werden. Zu diesem Zweck ist vorgesehen, das Haus Deutscher Ring (mit Deichrnann und Schlemmermeyer) an der Großen Straße abzureißen und in veränderter Form wiederaufzubauen. Ein sechs Meter breiter Durchbruch zielt auf den dreieckigen Platz, der das Zentrum der neuen Bebauung werden soll.

Doch nun gibt es Probleme, die den Durchbruch fürs Erste ungewiss erscheinen lassen. Multi Development hat zwar das Haus an der Großen Straße erworben, kommt aber bei den Verhandlungen mit einigen Mietern nicht voran. MDC-Projektleiter Jost Gödde sprach gegenüber unserer Zeitung von " überzogenen Forderungen", die eventuell eine Alternativlösung notwendig machten. Falls es keine Einigung gebe, sei es auch denkbar, mit dem Durchbruch zu warten, bis die letzten Mietverträge abgelaufen seien. Einen konkreten Zeitpunkt wollte er in diesem Zusammenhang nicht nennen. Es sind nicht die ersten Verzögerungen. Noch im Januar hatte die Geschäftsleitung von MDC angekündigt, schon im März solle es zum ersten Spatenstich kommen, und im Juni werde der erste Beton fließen. Zwischenzeitlich hat Multi Development gegen erhebliche Widerstände im Rat durchgesetzt, dass unter dem neuen Einkaufszentrum zwei Parkdecks mit zusammen 330 Stellplätzen entstehen sollen (siehe auch den untenstehenden Bericht).

Nach dem aktuellen Zeitplan kann der Bebauungsplan frühestens im August rechtskräftig werden. MDC-Manager Jost Gödde spricht inzwischen davon, dass " noch in diesem Jahr" mit den Bauarbeiten begonnen werden soll. Mit der Fertigstellung sei Ende 2003 zu rechnen, " spätestens im Frühjahr 2004", wie der Projektleiter hinzufügt.

Die Pläne sehen zwei große Baukörper vor, die unterirdisch verbunden werden. Auf rund 10 000 Quadratmetern Nutzfläche sollen Geschäfte verschiedener Branchen angesiedelt werden, aber auch einige Wohnungen mit Dachgärten sind geplant. Im westlichen Teil ist eine Erweiterungsfläche von 3 000 Quadratmetern für die Universitätsbibliothek Bestandteil des Konzepts.

Der Entwurf für den neuen Bebauungsplan Nr. 377 (Kamp / Große Hamkenstraße / Innenstadt) ist ab sofort im Internet unter www.osnabrueck.de zu finden. Im Fachbereich Städtebau Dominikanerkloster, Hasemauer) sind die Pläne ebenfalls zu sehen. Während der Auslegungsfrist bis zum 5. Juli können Anregungen in das Verfahren eingebracht werden.

" Eine einmalige Chance vertan"

Kamp: Kritik an Parkhaus-Entscheidung

Der Naturschutzbund Osnabrück (NABU) und die ökologisch-Demokratische Partei (ödp) kritisieren die Ratsentscheidung, für das neue Einkaufszentrum am Kamp 330 Stellplätze auszuweisen.

In einer Pressemitteilung des NABU-Vorsitzenden Andreas Eickhorst heißt es, damit sei eine " einmalige Chance vertan", an einem markanten Platz die Innenstadt aufzuwerten und mehr Lebensqualität zu schaffen. " Gerade an dieser Stelle in unmittelbarer Nähe zur Tiefgarage Ledenhof eine weitere Großgarage einzurichten, zeugt von städteplanerischer Kurzsichtigkeit", schreibt der Naturschutzbund weiter.

Das bisher vernachlässigte Gebiet am Kamp hätte vielmehr vom Verkehr freigehalten werden müssen. Durch eine moderate Geschäftsbebauung mit viel Grün würde es gewinnen. Städtische Lebensqualität werde nicht mehr über viel Platz für Autos definiert, sondern mehr und mehr über lärm- und abgasfreie Innenständte, fasst Eickhorst zusammen. Zaghafte Bemühungen der Stadt um eine autofreie Innenstadt wie an der Kleinen Domsfreiheit seien mit der Ratsentscheidung zugunsten der Stellplätze wieder entwertet worden.

Enttäuscht zeigt sich auch die Ökologisch-Demokratische Partei (ödp). " Die Stadt wird wieder einmal von Investoren regiert", bemängelt der ödp-Kreisvorsitzende Heiko Panzer. Mit der Errichtung einer Tiefgarage mit Platz für 330 Fahrzeuge verhalte man sich kontraproduktiv gegenüber der eigentlich gewellten Belebung der Innenstadt durch ein großes Einkaufszentrum.

" Die Fußgänger werden eindeutig zurückgedrängt, um einem Kurzparker mit dem einzigen Ziel Kamp den Vortritt zu lassen", moniert die ödp. Wenn sich vor dem neuen Parkhaus am Kamp womöglich Autoschlangen bilden, werde vermutlich sogar der Busverkehr zurückstecken müssen. Das sei schon einmal an der Herrenteichsstraße geschehen, nachdem das L+ T-Parkhaus eröffnet worden war. (eb)

EINE KLARE LINIE sollte es sein, doch jetzt denkt Multi Development über Alternativen nach. Der Durchbruch von der Großen Straße (im Vordergrund) über die Große Hamkenstraße hinweg bis zum Kamp wird vielleicht nicht oder nicht so schnell zu Stande kommen.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert, eb


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