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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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"Richtig peinlich"
Artikel:
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" Richtig peinlich"

Kritik am Grünen Punkt wird in einer Zuschrift geübt, in der gleichzeitig für die Einführung eines Dosenpfands geworben wird

" Der Grüne Punkt - jedes Kind in Deutschland kennt ihn, unübersehbar prangt er auf jeder Verpackung, ob Pappe, Kunststoff oder Verbundsmaterialien und soll die Bürger daran erinnern, all diese weniger umweltfreundlichen Stoffe doch bitte in den Gelben Sack zu tun - denn damit, wo wird den Deutschen seit 1992 versucht weiszumachen, leisteten sie einen wichtigen Beitrag für den Umweltschutz. Dass hinter dem Grünen Punkt und dem dualen System nichts weiter als Geschäftemacherei steckt, die Verpackungen nicht wirklich so wie geplant getrennt und recycelt werden, ist inzwischen kein Geheimnis mehr - zudem regt das ganze Konzept, wie man sich mit dem gesunden Menschenverstand von Anfang an denken konnte, kein Stück zum Müll vermeiden an - weder die Produzenten noch die Konsumenten - aber Deutschland hält bis heute an diesem unsinnigen Grünen-Punkt-Konzept fest, brüstet sich sogar noch im Ausland damit, einen effektiven Ansatz zur Verkleinerung der Müllberge gefunden zu haben! Man kann es kaum glauben! Wenn ich in Schweden gefragt werde, wie denn der Grüne Punkt genau funktioniert und welcher Sinn dahintersteckt, ist mir dieses uneffektive und pseudo-müllverringernde Konzept des dualen Systems so richtig peinlich - ich könnte keinem erklären, weshalb die Deutschen darauf so stolz sind. Die Schweden selber bezeichnen sich selber ehrlicherweise nicht als gerade umweltbewusst - die Papier-und Glastrennung stellt noch längst keine Selbstverständlichkeit dar, man lässt gerne überall und immer Licht brennen - aber seit Jahren schon gibt es das erfolgreiche Pfandsystem für Dosen und Plastikflaschen: es darf keine Flasche oder Dose ohne Pfand verkauft werden - somit landen der größte Teil (oft von Arbeitslosen oder Wohnungslosen eingesammelt) wieder im Automaten, verdrecken wie ja in Deutschland gewöhnlich, keine Straßen und Wälder und können somit auch gezielt gesammelt recycelt werden - dafür! Braucht man in Schweden noch nicht mal einen Grünen Punkt! Nun hat sich ja Deutschland endlich nach langer Diskussion zum Dosen- und Plastikflaschenpfand entschlossen - natürlich stellt dies nicht die Lösung des Müllproblems dar, aber es trägt mit Sicherheit mehr zu einer gezielteren und effektiveren Verwertung des Mülls bei als der Grüne Punkt - hoffen wir nur, dass das duale System damit richtig unter Druck gesetzt wird und beginnt, über wirklich effektives Müllrecycling nachzudenken!"

Anette Wamhof

Själagärdsgatan 15

Stockholm
Autor:
Anette Wamhof


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