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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
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Überschrift:
"Ich hätte den Baumfrevel sonst gerichtlich gestoppt"
Zwischenüberschrift:
Anlieger der Niedersachsenstraße fühlen sich getäuscht
Artikel:
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Originaltext:
Verärgert und enttäuscht reagierten in den beiden vergangenen Tagen Anlieger des Parkplatzes an der Niedersachsenstraße, wo für den AOK-Neubau zahlreiche Bäume gefällt worden waren. " Da sind viel mehr als die von der Stadtverwaltung angegebenen 13 Bäume umgehauen worden. Wir alle hier sind empört über die Fällaktion und die Verschleierungstaktik der Stadtverwaltung", erklärte gestern ein Sprecher der Anlieger. Auch Bernhard Schilling vom städtischen Fachbereich Grün zeigte sich traurig über den Verlust des Grüns in der Stadt.

Schilling verteidigte aber noch einmal die von ihm genannte Zahl der 13 Bäume. " Nur die waren schutzbewehrt, die kleineren Bäume fallen nicht unter die Satzung", sagte er. Seine Kollegen und er hätten sich nach den ersten Beschwerden von Anwohnern die Situation vor Ort noch einmal angesehen. " Das sieht fatal aus", gab er zu. Das Grün der großen Bäume fehle jetzt mitten in der Stadt an markanter Stelle. Aber das sei der " Fluch der Entwicklung" einer Stadt, so Schilling weiter.

Nur durch verdichtete Bebauung in der City lasse sich deren Ausbreitung nach draußen verhindern. " Sonst findet dort ein zusätzlicher Flächen verbrauch statt", betonte er.

Der Fachmann verwies aber noch einmal auf die geplanten Ersatzbepflanzungen, die auf dem künftigen AOK-Gelände erfolgen sollen. " Ich bin sicher, dasss die AOK als Bauherr da voll mitzieht und ermöglicht, was möglich ist", so Schilling.

Das unterstrich gestern Reinhard Oberbeckmann, AOK-Geschäftsführer Niedersachsen-West. Nicht nur die vorgeschriebenen Ersatzbepflanzungen würden selbstverständlich vorgenommen, sondern die AOK habe auch noch Randstreifen am Grundstück zu den Nachbargebäuden dazugekauft. " Auch da kommen Bäume bin", versicherte er. Die künftigen Parkflächen werden nach seinen Angaben auch nicht mehr so versiegelt wie bisher und das Dach des Gebäudes werde begrünt. " Unter dem Strich wird die Situationökologisch besser", ist Oberbeckmann sicher.

Für die Anlieger ist das momentan kein Trost. Sie sind stocksauer und fühlen sich von der Stadtverwaltung bewußt hintergangen. " Ich hätte den Bau per einstweiliger Verfügung gestoppt, wenn ich diesen Baumfrevel geahnt hatte", so ein Geschäftsmann. Viele Nachbarn halten die Entwicklung auf dem Parkplatz seit zwei Tagen photo-graphisch fest. " Das beauftragte Unternehmen führt auch noch ganz groß den Schriftzug " Baumschutz" auf ihren Fahrzeugen", berichtete eine Nachbarin.

Der Sprecher der Anlieger fühlt sich zusätzlich von der Verwaltung getäuscht. " Wenn die alle Großbäume der Umgebung mitzählen, um die Relation zu den gefällten Bäumen zu verringern, dann können die Bäume am Schölerberg gleich mitgezählt werden, wir lassen uns doch nicht veralbern". Damit spießte er die frühere Angabe Schillings auf, von den 24 Bäumen auf dem Gelände würden nur 13 gefällt. Für den Sprecher und viele seiner Nachbarn ist und bleibt der Vorgang eine " schiere Katastrophe". (fr)

WAR ES WIRKLICH ERFORDERLICH, alle Bäume zu fällen? Das fragen die Anlieger der Niedersachsenstraße, die sich über die Aktion in dieser Woche ärgern. Foto: Jörn Martens

Autor:
fr


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