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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Signalwirkung für die Stadt
Artikel:
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Signalwirkung für die Stadt

Zum Ratsbeschluss über die Tiefgarage beim Einkaufsprojekt am Kamp 12 in Osnabrück (" Ja zur Tiefgarage: Entscheidung mit Bauchschmerzen / Ausgabe vom 23. Mai).

" Das offensichtlich Unvermeidliche ist eingetroffen. Dem Investor für das Objekt " Am Kamp" wird zugestanden, eine Tiefgarage mit 330 Stellplätzen zu bauen. Davon wird ein Teil öffentlich zugänglich sein. Die Hoffnung, dass ein zu hoher Grundwasserstand dieses Vorhaben noch verhindern könnte, ist nun leider verflogen. Die autogerechte Infrastruktur in der Innenstadt wird damit gegen jede Vernunft weiter ausgebaut. Das Auto ist und bleibt ein nicht optimales Verkehrsmittel für innerstädtische Bereiche. Lärm- und Schadstoffemissionen, Unfallzahlen und der enorme Flächenbedarf sprechen eindeutig dagegen. Von der SPD zu erwarten, dem Investor in diesem Punkt nicht nachzugeben und damit ein mögliches Scheitern des ganzen Projekts in Kauf zu nehmen, ist sicher zu viel verlangt. Eine solche Streitvorlage für den politischen Gegner in Wahlkampfzeiten kann sich keine große Partei erlauben. Leider sind immer noch alle Investoren dieser Welt davon überzeugt, dass Parkplätze in möglichst großer Anzahl eine absolut notwendige Bedingung für den Erfolg eines Projekts sind. Und lässt sich das an dem einen Standort nicht durchsetzen, so doch ganz sicher am anderen in der Nachbargemeinde. Kunden, die zu Fuß, mit dem Rad oder dem öffentlichen Nahverkehr die Innenstädte erreichen, spielen im Kalkül der Einzelhändler offensichtlich keine Rolle. Politiker werden nicht müde zu betonen, dass das Überleben der Innenstädte davon abhängt, wie erfolgreich der Konkurrenzkampf mit den Einkaufsmöglichkeiten auf der grünen Wiese gestaltet werden kann. Dazu gehört, dass die Städte den Kunden ein interessantes Einzelhandelsangebot machen können. Das Projekt , Am Kamp' trägt zweifellos dazu bei. Wenn dieser Konkurrenzkampf aber im Wesentlichen über die Anzahl der Parkplätze in unmittelbarer Nähe zu den Geschäften entschieden wird, dann müssen die Innenstädte verlieren. Die Pfunde, mit denen die Städte wuchern können, sind ganz andere: Fußgängerzonen, gewachsene Strukturen, Altstädte, kulturelle Angebote, interessante Gastronomie, etc. Attraktiver werden sie ganz sicher nicht durch noch mehr Verkehr. Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Wenn also dem Drängen der Investoren nach viel Parkraum von Seiten der Politik nichts entgegengesetzt werden kann, so müssen auf der anderen Seite bei der Verkehrspolitik alle Anstrengungen auf die Stärkung des Umweltverbundes (Fuß-, Rad-und öffentlicher Nahverkehr) konzentriert werden. Durch gute Alternativen zum Auto werden Innenstädte attraktiver, und vielleicht setzt irgendwann auch mal ein Nachdenkprozess bei Investoren ein. Der Arbeitskreis Verkehr der lokalen Agenda wird die Planungszellen zum Neumarkt dafür nutzen, für eine Stärkung des Umweltverbundes zu werben. Dieser zentrale Platz bietet dafür hervorragende Ansatzpunkte und könnte eine Signalwirkung für die ganze Stadt entfalten."

Jens Meier

Am Turmhügel 14

Osnabrück
Autor:
Jens Meier


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