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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Ein Baum mit hoher Referenz
Zwischenüberschrift:
Die Bibel nennt die Libanonzeder oft
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Botanikern dient die Bibel sonst eher weniger als Nachschlagewerk, aber bei einem Baum werden sie im Alten Testament gleich in vierzig Büchern über hundert Mal fündig: Der Libanonzeder (cedrus libani). Wegen ihrer mächtigen Gestalt und ihrer Schönheit war sie von jeher ein Symbol der Kraft und Erhabenheit, der Würde und des Ruhms. Im Altertum galt sie als schönster Baum der Erde. Auch in Osnabrück kann man den viel beschriebenen Baum besichtigen. Im Botanischen Garten der Universität Osnabrück haben er und sein Artverwandter, die Atlas-Zeder {Cedrus atlantica, Foto) ihren Platz neben der Sonnenuhr.

Die Bibel berichtet wiederholt über aufwendige Tempel- und Palastbauten der Könige David (ca. 1000 bis 960 v.Chr.) und Salomon (ca. 960 bis 925 v.Chr.). Das Zedernholz hatte dafür lange Transportwege zurückzulegen. Es wurde sowohl zu Dachkonstruktionen, Säulen und Wänden verarbeitet als auch zum Bau des Chores und für die Täfelung der Altäre verwendet. Das Dach des Tempels in Jerusalem war mit Zedern-Schindeln gedeckt - eine Verwendung, die man noch heute in den Bergdörfern des Taurus wiederfindet.

Die Gattung Zeder, Cedrus, ist in den Gebirgen des Mittelmeergebietes und im westlichen Himalajagebirge beheimatet. Die Atlas-Zeder kommt in den Gebirgen von Algerien und Marokko vor. Gemeinsam mit der Libanonzeder wird sie heute in mediterranen Gebirgslagen Frankreichs forstlich angebaut. Die Zedern sind der Lärche ähnlich, unterscheiden sich aber unter anderem durch die dunklere Färbung ihrer Nadeln. Am bekanntesten ist die Libanon-Zeder, die im Taurus und Antitaurus sowie im Libanon-Gebirge anzutreffen ist. Cedrus libani ist die Nationalpflanze des Libanon. Der Baum wird bis zu 40 Meter hoch, und sein Stamm kann einen beeindruckenden Umfang von 5, 60 bis 6, 90 Meter erreichen.

Früher gab es im Libanon ausgedehnte Wälder, jetzt sind es nur noch einige kleine Haine, die von den Angehörigen einer christlichen Sekte, den Maroniten, geschützt werden. Auch heute noch wird Zedernholz wegen seiner Wetterbeständigkeit verbaut, zum Beispiel für Fensterrahmen und als Möbelholz. Auch für Masten und Schwellen wird es verwendet. Das Holz lässt sich leicht bearbeiten, gut polieren und lackieren, nimmt Holzschutzmittel jedoch nur schwer an.

Aus dem wohlriechenden Holz wird außerdem ätherisches Öl, das Zedernöl, gewonnen, das in der Parfumherstellung verwendet wird. Die Widerstandsfähigkeit des Zedernholzes gegen Insektenbefall und Fäulnis war auch schon den alten Ägyptern bekannt: Sie haben es zur Mumifizierung sowie für Särge benutzt. (jm)

DIE ATLAS-ZEDER ist im Botanischen Garten in beeindruckender Größe zu sehen. Foto: Gert Westdörp
Autor:
jm


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