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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Nikolaiort: Leser lösten politische Diskussion aus
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Stellungsnahmen der Fraktionen und von Fachleuten
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Nikolaiort: Leser lösten politische Diskussion aus

Stellungnahmen der Fraktionen und von Fachleuten

Von Christoph Franken

Das enorme Echo, das die Umfrage unserer Zeitung zum Thema Nikolaiort ausgelöst hat, findet demnächst seinen Niederschlag auch im politischen Raum. Die SPD-Fraktlonsvorsitzende Alice Graschtat kündigte gestern eine entsprechende Initiative an. CDU-Fraktionsvorsitzender Prof. Dr. Rainer Tenfelde sprach sich ebenso wie sein Kollege Michael Hagedorn von den Grünen für eine breite Bürgerbeteiligung aus.

Stadtbaurat Jörg Kllinghaus machte allerdings deutlich, dass seiner Meinung nach stadtgestalterische Gesichtspunkte nicht einem " Volksentscheid" unterworfen werden dürfen. " Fachleute müssen das ausschlaggebende Wort hahen", betonte er. Er bleibe zudem bei seiner grundsätzlichen Haltung, den Nikolaiort frei zu lassen, damit er als Platz wirken könne. Das kleine Areal sei bereits jetzt konsequent und ausreichend gegliedert und schaffe für Veranstaltungen aller Art Flexibilität. Dem Großbaum, wie er von einer breiten Mehrheit der Leserzuschriften verlangt wird, erteilte Ellinghaus eine Absage: Grün sei allenfalls im Randbereich vorstellbar und Kunst müsse - wenn überhaupt - temporär und mobil bleiben.

Ähnlich äußerte sich Denkmalpfleger Bruno Switala. Der Platz solle frei bleiben, zumal nach diesem Kriterium auch der zuvor erfolgte Gestaltungswettbewerb erfolgt sei. " Schon die Kollegialität verpflichtet dazu, dieses Kriterium nicht leichtfertig aufzugeben."

Architekt Wilhelm Pörtner, Vorsitzender des Bundes Deutscher Architekten (BDA) im Bezirk Osnabrück, verwies auf eine klare Beschlusslage des BDA, dessen Mitglieder sich während ihrer letzten Sitzung mit dem Thema auseinander gesetzt hätten. " Den Nikolaiort sollte man frei halten, da er traditionell eine Drehscheibe zwischen Altstadt und Großer Straße darstellt." Mit einer " Möblierung" im Mittelpunkt beraube man sich zusätzlich der Möglichkeit, bestimmte Veranstaltungen auf dem Platz durchzuführen. " Ein Raum oder ein Brunnen kommt allenfalls im Randbereich in Frage."

Im Gegensatz dazu steht die Haltung von Detlef Wulfetange, Vorsitzender (Buchhalter) der Herrenteichs-Laischaft. Nach der vor Jahren geführten Debatte um die gegenstündliche Skulptur " Viehaustrieb", die schließlich als Kompromiss mit der Skulptur " Balance" am Theater endete, wünsche er sich ebenfalls einen Baum mit Sitzgelegenheit. " Damit würde ein Kontrast zur kahlen Fußgängerzone geschaffen." Wechselausstellungen von Kunst lehnt er ab. " Was da auf dem Betonblock gemacht wurde, ist gründlich danebengegangen".

SPD-Fraktionsvorsitzendc Alice Graschtat kann sich noch gut an die Diskussion " Viehaustrieb" erinnern: " In den Arbeitskreisen wurde damals lange darübei diskutiert, was man nicht wollte." Sie mochte die " dauerhafte Gestaltung eines so wichtigen Platzes" nicht einer Leserumfrage überlassen. Stattdessen werde ihre Fraktion die Stadtverwaltung bitten, die Meinungen von Fachleute und Anliegern einzuholen. Diese Ergebnisse sollten dann im Stadtentwicklungsausschuss beraten und dessen Votum anschließend einer Bürgerbeteiligung unterzogen werden. " Da bieten sich die neuen Bürgerforen an", so Frau Graschtat.

Ein ähnliches Vorgehen schlägt der grüne Fraktionsvorsitzende Michael Hagedorn vor. Er plädiert aber für eine sehr breite Bürgerbeteiligung. " Wichtig ist nämlich das, was Bürgerinnen und Bürger wollen, schließlich ist es ihr Platz und kein Selbstzweck." Er persönlich könne sich gut mit er Idee eines großen Baumes anfreunden.

Auch FDP-Fraktionsvorsitzender Robert Seidler gab seine persönliche Meinung wieder. " So ist der Platz nicht attraktiv, das muss was drauf." Er könne sich einen Brunnen mit mäßiger Begrünung unter Einbeziehung der vorhandenen Gastronomie vorstellen. " Das sorgt für Lebendigkeit auf dem Nikolaiort."

Prof. Dr. Rainer Tenfelde erinnert für die CDU-Fraktion an die " langen und intensiven" Diskussionen um den Ruwe-Bürgerbrunnen. Die Gestaltung von Plätzen und Kunst im Öffentlichen Raum löse immer heftige Debatten aus, und man werde nie einen Weg finden, allen gerecht zu werden. " Beim Nikolaiort muss man an die Funktion als innerstädtischer Platz denken, es ist keine Grünanlage", so Tenfelde. Außerdem sei das Areal ein Straßenkreuz. Bei jeder " Möblierung" müsse zudem auf die Nutzung als beliebter Veranstaltungsort Rücksicht genommen werden. " Aber wir müssen unbedingt die Bürger zu Wort kommen lassen und beispielsweise die Bürgervereine einbinden." Das habe sich seinerzeit bei der Gestaltung des Marktplatzes bewährt.

DAS NIKOLAIUM als Cafè mit Aufzug und Uhr schlägt Dorothea Kayser vor und fertigte diese Skizze an.

ALS MITTELPUNKT eines im Boden eingelassenen Mosaiksterns aus Marmor wünscht sich Sven Hoffmann diesen Wegweiser
Autor:
Christoph Franken


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