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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Müllanlage: Kritik wegen Standorts
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Informationsveranstaltung in Haste: "Warum denn nicht im Landkreis?"
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Originaltext:
Müllanlage: Kritik wegen Standorts

Informationsveranstaltung in Haste - " Warum denn nicht Im Landkreis?"

In drei Jahren ist es bekanntermaßen mit der Deponie auf dem Piesberg vorbei. Dass dann eine Müllentsorgungsanlage für den Hausmüll aus Stadt und Landkreis kommen soll, ist sicher. Aber wie wird diese Anlage arbeiten, wo wird sie stationiert sein und welche Auswirkungen wird das auf die betroffenen Stadtteile haben?

Um diese Fragen zu beantworten, hatte Erhard Fricke vom CDU-Ortsverhand Haste / Dodesheide zusammen mit den Ortsverbänden Bürgerpark / Sonnenhügel und Pye am Dienstag zu einer Informationsveranstaltung geladen. Den Zuschlag für die Müllverwertung hat das hessische Unternehmen Herhof erhalten. Diplomgeologe Andreas Puchelt erläuterte im Namen der Firma die Verfahrensweise der geplanten Anlage, die nach dem so genannten Trockenstabilatverfahren arbeitet. In einer mehrstufigen Prozedur wird dabei der Abfall zerkleinert, getrocknet und vollautomatisch sortiert. Kondenswasser, Eisen, Glas und Batterien machen etwa 50 Prozent des Restmülls aus und werden in einen Wiederverwertungskreislauf geführt. Die andere Hälfte ist das neue Material " Trockenstabilat", das als Brennstoff weiterverwendet werden kann. Der Heizwert liegt bei rund 16 000 bis 18 000 Kilojoule und ist mit dem von Braunkohle vergleichbar, berichtete Puchelt.

" Das Trockenstabilatverfahren der Firma Herhof ist das innovativste und ökologischste, das derzeit in der Müllverwertung auf dem Markt ist", versicherten die CDU-Ratsherren Josef Thöle, Ludwig Lanver und Alfred Bongartz den interessierten Zuhörern im Kaffeehaus Osterhaus. " Die Richtwerte der neuesten Verordnungen werden weit unterschritten."

Nach anfänglicher Skepsis hatte die Mehrzahl der Gäste offenbar auch keinen Zweifel mehr daran; massive Bedenken hatten sie dagegen gegen den geplanten Standort der Anlage am Fürstenauer Weg. " Wir mussten in unserem Stadtteil Jahre lang die Deponie auf dem Piesberg ertragen, jetzt kriegen wir wieder den Müll vor die Nase gesetzt", lauteten erboste Stimmen. Von den 85 000 Tonnen Müll, die jährlich in der Anlage verwertet werden sollen, kommen etwa 50 000 Tonnen aus dem Landkreis. " Wieso wird dann die Anlage nicht auch im Landkreis stationiert?"

Willy Niggemann, Werksleiter des Abfallwirtschaftsbetriebes, suchte die Erklärung in der Ausschreibungsprozedur. " Die Verwaltung hat mit der europaweiten Ausschreibung einen wesentlichen Teil ihres Handlungsspielraums abgegeben. Als Bestandteil ihres Angebotes mussten die interessierten Firmen auch ein geeignetes Grundstück vorweisen können. Auflagen und Vorgaben in der Standortfrage gab es nicht.

" Der Baugrund am Hafen ist infrastrukturell traumhaft", erläuterte Puchelt die Wahl seiner Firma. " Die Kraftwerke, die wir zukünftig mit unserem in Osnabrück hergestellten Trockenstabilat beliefern werden, haben alle Gleisanschluss, einige sogar einen Hafenanschluss. Beide Transportanbindungen werden am Standort im Osnabrücker Hafen angeboten."

Alle Erklärungsversuche von Politik und Stadtverwaltung stießen beim Bürgerforum auf Skepsis. " Ich habe den Eindruck gewonnen, die Politik hat in dieser Angelegenheit versagt", meinte ein enttäuschter Bürger. " Man hätte eine Ansiedlung der Verwertungsanlage im Stadtgebiet vertraglich ausschließen müssen."

Josef Thöle sieht für das Grundstück aber auch einen Vorteil für die Politik: " Das Grundstück ist im Besitz der Stadtwerke, über die politischen Vertreter im Aufsichtsrat können wir die Einhaltung festgelegter Auflagen eindeutig kontrollieren." Zufriedenstellend war aber auch diese Aussage für die etwa 60 Zuhörer offenbar nicht ganz: " Fakt ist, dass der Landkreis in der Pflicht gewesen wäre." (dm)
Autor:
dm


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