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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Elstern wieder zum Abschuss frei
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Landtag beschließt neues Jagdgesetz
Artikel:
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Originaltext:
Elstern wieder zum Abschuss frei

Landtag beschließt neues Jagdgesetz

Der Landtag in Hannover hat ein neues Jagdrecht verabschiedet: Danach sind Elstern und Rabenkrähen wieder zum Abschuss freigegeben. Die Osnabrücker Jäger nahmen es gestern zustimmend zur Kenntnis, Vogelschützer Dr. Gerhard Kooiker dagegen reagierte mit Abscheu.

SPD und CDU haben gemeinsam und gegen die Stimmen der Grünen im niedersächsischen Landtag die Novelle zum Landesjagdgesetz beschlossen. Heikelster Punkt war dabei die Wiederaufnahme der Rabenvögel in das Jagdrecht mit eigener Schuss-und Schonzeit, von Landvvirtschaftsminister Uwe Bartels als " Entbürokratisierung" gerechtfertigt. Die Grünen und die Naturschutzverbände sprachen dagegen von einem " Rückfall ins Mittelalter" und " sinnlosem Vogelmord".

Seitdem die Rabenvögel unter der damaligen Umweltministerin Monika Griefahn aus dem Jagdrecht herausgenommen wurden, liefen die Jäger Sturm gegen die aus ihrer Sicht sachfremde Regelung. Ihr Argument: Als opportunistischer Beutemacher mit einem breiten Nahrungsspektrum könne die Elster gefährdete Vogelarten wie Kiebitz und Rebhuhn, aber auch den Hasen an den Rand ihrer Existenz bringen. Weil es Aufgabe der Jäger ist, " einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten", wie es in der Präambel zum Jagdgesetz heißt, gilt deshalb in Jägerkreisen auch das Schießen von Elstern als praktizierter Naturschutz.

Derzeit können die Jäger eine gebührenpflichtige Sondergenehmigung zum Abschuss von Elstern und Rabenkrähen beantragen. In Osnabrück wurden so in den letzten vier Jahren zwischen 300 und 500 Abschüsse beantragt, die Zahl der geschossenen Tiere lag zwischen 266 und 437. Kreisjägermeister Konrad Brockmann berichtete zudem, vor 1989 - also vor der zeitweiligen Unterschutzstellung der Elster - habe der jährliche Abschuss im Stadtgebiet bei durchschnittlich 1 000 gelegen. Brockmann weiter: " Seit zwei Jahren gibt es keine Nachweise der Nachtigallen mehr in Osnabrück; die These wonach die Zunahme der Elstern keinen Einfluß auf die anderen Singvögel hat, wird durch die Praxis widerlegt."

Der Ornithologe Dr. Gerhard Kooiker dagegen, der seit mehreren Jahren die Situation der Rabenvögel im Stadtgebiet verfolgt und dazu Aufsätze und ein Buch geschrieben hat, hält an seiner Auffassung fest: Es gebe " keine ökologische Notwendigkeit, Elstern zu schießen", sagt er gestern, " in der Natur reguliert sich alles von alleine". In den Stadtrandgebieten finden die Elstern nun einmal ideale Lebensbedingungen. Ihre Zahl dürfte sich bei etwa 2 000 eingependelt haben, sagt er.

Für den Biologen Kooiker sind die Elstern - Nesträuber hin oder her - außerdem und vor allem Singvögel, wie Amsel und Zaunkönig auch: " Und wer Singvögel schießen will, der ist nicht besser als die Südländer, die auf Zugvögel schießen und sie dann auch noch essen." (fhv)

SCHILLERND SCHÖN, AUCH AUCH UMSTRITTEN: Die Elster darf demnächst wieder geschossen werden.

Foto: Bernhard Volmer
Autor:
fhv


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