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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Positive Signale für ein ganz neues Nettebad
 
Kräftig in den Apfel beißen!
Zwischenüberschrift:
Experten plädieren für Neubau
 
Die Pläne für das Nettebad
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Statt der ursprünglich als Kostenobergrenze veranschlagten 30 Millionen Mark soll das Nettebad jetzt für 45 Millionen Mark neu gebaut werden. Gleichzeitig empfehlen Fachleute die Realisierung eines Entwurfs des Osnabrücker Planungsbüros Rohling, der im Rahmen eines Architektenwettbewerbs zuvor schon in die engere Wahl gekommen war. Die endgültige Entscheidung über den Neubau trifft der Stadtrat während seiner Sitzung am 30. Januar. Diese Vorgehensweise wurde am Dienstagabend während eineröffentlichen Anhörung im Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße bekannt.

Dort hatten Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip, Sportdezernent Reinhard Sliwka, Bäderchef Roland Kettler sowie die von der Stadt beauftragten Kostencontroller Jen-Wilhelm Brand und Hartmut Weiß als Mitarbeiter der Bielefelder Ingenieurgesellschaft " Constrata" die Planungen einschließlich des notwendigen Sanierungsaufwandes für Niedersachsen- und Nettebad sowie die Neubaukosten erläutert.

Eines machte Kettler klar: Sollte der Neubau des Nettebades kommen, wird das Niedersachsenbad geschlossen.

Entscheidung fällt am 30. Januar

Damit wäre das Bäderkonzept verwirklicht: Es weist dem Moskaubad die Funktion des Freibades zu, " in dem die Osnabrücker Sonne tanken". Das Nettebad fungiert dann als Sport- und Familienfreizeitbad, " in dem die Osnabrücker Freizeit erleben". Als drittes Bad im Bunde dient das Schinkelbad als " das ruhige Gesundheitsbad" der Erholung und Entspannung.

Zuvor hatte Fip als Chef der Verwaltung, zugegeben, dass die erste Kostenschätzung von 30 Millionen Mark für den Nettebad-Neunau ein Flop war. " Wir haben dazugelernt", sagte er. Jetzt spreche eine in Relation zum gestiegenen Investment verbesserte Rentabilität, ein höher als ursprünglich angenommener Sanierungsaufwand in den alten Bädern und eine positivere Finanzlage der Stadt für den Neubau.

Auch Sliwka wies auf die Schäden im Niedersachen- und Nettebad hin. " Der dringende Sanierungsbedarf zwingt zum Handeln und beide Bäder sind nicht mehr zeitgemäß", plädierte er vor Bürgern, Sportfunktionären und Lokalpolitikern für den Neubau.

Günstiger als eine Sanierung

Die beiden externen Kostencontroller sprachen sich eindeutig für ein neues Nettebad aus. " Die Kosten für eine grundlegende Sanierung reichen schon fast an die Kosten für den Neubau heran", so Weiß. Sein Kollege Brand sprach mit Blick auf weitere Sanierungsfolgekosten von einem " Fass ohne Boden". Ihr Fazit der Kostenschätzung: Der Neubau ist günstiger als die Sanierung. " Das ist im Zusammenhang mit der Schließung des Niedersachsenbades ein vernünftiger Weg, alles andere kann Osnabrück dauerhaft finanziell nicht leisten", so Weiß.

Stellungnahmen der SPD-Fraktionsvorsitzenden Alice Graschtat und ihres Kollegen Michael Hagedorn von den Grünen während der Veranstaltung ließen deutlich werden, dass zumindest diese beiden Fraktionen der neuen Entwicklung positiv gegenüberstehen. Auf die Frage aus dem Plenum, ob das neue Nettebad endlich auch die langgewünschte eigene Bushaltestelle bekomme, sagte Alice Graschtat: " Ja, die Stadtwerke wissen das bereits und die vertaktete Linie wird direkt am Bad halten". Auch die künftigenÖffnungszeiten stehen schon fest. Jeden Tag von 6 Uhr bis 23 Uhr", so Fip. Sollte der Ratsbeschluss am 30. Januar positiv ausfallen, wird im Oktober mit dem Bau des privat finanzierten und von der Stadt geleastcn Bades begonnen werden. Die Inbetriebnahme ist dann im August 2003 vorgesehen. (fr)

DAS ÜBERARBEITETE ERGEBNIS überzeugte: Dieser Entwurf des Osnabrücker Planungsbüros Rohling soll verwirklicht werden, wenn der Rat zustimmt. Im Sommer 2003 könnte so dann das neue Nettebad aussehen, in dem sich die Becken, Sauna, Umkleideräume und Gastronomie entlang des Gebäudetraktes gliedern, der das Areal wie ein Rückgrat durchzieht.

Die Pläne für das Nettebad

Kräftig in den Apfel beißen!

Von Christoph Franken

Nettebad: Erst waren 30 Millionen Mark die Obergrenze, jetzt dürfen es plötzlich 15 Milliönchen mehr sein. Der Bürger reibt sich verwundert die Augen, denn diesen plötzlichen Sinneswandel versteht er nicht.

OB Fip handelte daher richtig, als er gleich zu Beginn der Präsentation einen kapitalen Kalkulationsfehler der Verwaltung einräumte. Die hatte sich blauäugig auf die Kostenschätzung eines Osnabrücker Architekten verlassen, ohne den Entwurf gegenzuchecken. Erst als während der Ausschreibung alle beteiligten Planungsbüros die Obergrenze nicht einhalten konnten, dämmerte den Verantwortlichen: da stimmt was nicht. Experten räumten dann schließlich mit der Mär auf, für 30 Millionen Mark ein voll funktionierendes Sport- und Freizeitbad samt Sauna errichten zu können.

Was aber zunächst als bittere Niederlage und Ende des Projekts Nettebad aussah, entpuppt sich angesichts der veränderten Rahmenbedingungen als neue Chance. Das Votum der Controller ist glasklar: eine Sanierung wäre Verschwendung von Steuergeldern.

Verwaltung und Politik bleibt daher gar nichts anderes übrig, als den Neubau in die Wege zu leiten. Finanzierungsangebote von Investoren liegen zudem vor und Osnabrück ist eine Hochburg der Sport- und Freizeitschwirnmer in Niedersachsen. Das sind zwei gewichtige Argumente, die dem Rat die Entscheidung erleichtern sollten.

Also kräftig in den sauren Apfel gebissen, damit alle Wasserratten schon im Sommer 2003 das moderne Bad genießen können, Osnabrück eine Attraktion reicher ist und das Bäderkonzept nicht kläglich scheitert.
Autor:
fr


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