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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stadt will Arkaden nicht wiederbeleben
 
Eine Riesendummheit
Zwischenüberschrift:
Große Straße: Flächen für 1,5 Millionen Mark an Hauseigentümer verkauft
 
Die Arkaden verschinden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Stadt will Arkaden nicht wiederbeleben

Große Straße: Flächen für 1, 5 Millionen Mark an Hauseigentümer verkauft

Die Arkaden in der Großen Straße werden wohl keine Wiederauferstehung feiern. Vom Stadtentwicklungsausschuss wurde jetzt die Hoffnung begraben, dass sich die Eigentümer der Geschäfte zur Wiederherstellung der " trockenen 150 Meter" umstimmen lassen könnten. Dabei geht es nämlich ums Geld. Für die Stadt stehen 1, 5 Millionen DM auf dem Spiel.

Die Beseitigung der Arkaden zwischen Neumarkt und Georgstraße steht im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Großen Straße. Als die Stadt die Eigentümer drängte, sich an der Finanzierung zu beteiligen, forderten diese im Gegenzug, ihre Geschäfte auf Kosten der Arkaden erweitern zu dürfen. Den Erwerb der Flächen lässt sich die Stadt nach den Informationen unserer Zeitung mit rund 4 000 DM pro qm bezahlen. Auf diese Weise fließen bis zu 1, 5 Millionen Mark in die Stadtkasse.

Peu à peu sind die Arkaden der Häuser Große Straße 93 bis 95 bereits geschlossen worden, bei Nr. 91 bis 92 ist der Umbau in Vorbereitung, Nr. 87 bis 89 folgen im Zusammenhang mit dem Einkaufszentrum am Kamp. Der Fachbereich Städtebau rechnet damit, dass nur die Arkaden der Häuser 90 und 80 bis 81 vorläufig erhalten bleiben. Derzeit seien die Eigentümer nicht an einer Schließung interessiert, erklärte Fachbereichsleiter Franz Schürings vor dem Stadtentwicklungsausschuss.

Für den Erhalt der Arkaden hatte sich die CDU-Fraktion mit einem Ratsantrag stark gemacht. Die Bevölkerung sei gegen die Schließung der Arkaden, machte Bürgermeister Burkhard Jasper geltend. Im Ausschuss gab es dafür jedoch wenig Rückhalt, weil niemand die bestehenden Vereinbarungen zwischen der Stadt und den Eigentümern antasten wollte. Auch Jaspers Appell, doch wenigstens Gespräche zu führen, fand wenig Anklang. Fachbereichsleiter Franz Schürings nannte die Erfolgsaussichten " denkbar gering". Denn der Wunsch, die Arkaden zu beseitigen, sei ja schließlich von den Eigentümern gekommen.

SPD-Ratsherr Uwe Körte warnte davor, die Vereinbarung mit den Eigentümern in Frage zu stellen. Schließlich seien sie die Grundlage für die Kostenbeteiligung der Anrainer an den Umbauarbeiten. Probleme witterte auch Joachim Götz, der Leiter des Fachbereichs Immobilien. Angesichts der Grundstückspreise gehe es hier um einen " Millionenaufwand". (rll)

NICHT MEHR LANGE, und auch diese Arkaden werden verschwinden. Der Stadtentwicklungsausschuss sieht keine Lösung, um das zu verhindern.Foto: Michael Hehmann

Die Arkaden verschwinden

Eine Riesendummheit

Von R. Lahmann-Lammert

Im allgemeinen Schlamassel, den sich die Stadt mit der Umgestaltung der Großen Straße eingebrockt hat, werden die Arkaden meist als eine Randerscheinung angesehen. Zu Unrecht, denn ihr Verlust ist das eigentliche Ärgernis. Wenn sich die Große Straße demnächst im neuen Outfit präsentiert, sind die Fehlleistungen, über die wir uns amüsiert oder geärgert haben, vielleicht bald vergessen. Aber die Arkaden werden uns dann immer noch fehlen - bei jedem Regenschauer.

Die Stadt hat 20 Jahre gebraucht, um die Arkaden auf der ganzen Länge zwischen Neumarkt und Georgstraße durchzusetzen. Nicht gerade zum Entzücken der Eigentümer, für die jeder Quadratmeter Verkaufsfläche bares Geld ist. Aber ein schönes Beispiel für den Grundsatz, dass Gemeinnutz vor Eigennutz gehen soll.

Dass die Stadt diesen Grundsatz über Bord geworfen hat, um die Anrainer der Großen Straße bei der Finanzierung mit ins Boot zu holen, war eine Riesendummheit. Leider ist dieser Kardinalfehler der Öffentlichkeit erst viel zu spät bewusst geworden. Wenn die Verantwortlichen aus Rat und Verwaltung jetzt mit den Schultern zucken, ist das zu wenig. Sie sollten sich zu ihrem Fehler bekennen und zum alten Grundsatz zurückkehren: Gemeinnutz vor Eigennutz. Dann werden sich die Arkaden in der Großen Straße eines Tages wieder öffnen. Auch wenn es 20 Jahre dauert.
Autor:
rll


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