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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Open Air: "Nichts über Knie brechen"
Zwischenüberschrift:
Gespräch mit Kulturdezernent Sliwka zum Piesberg
Artikel:
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Originaltext:
Sliwka zum Piesberg

Open Air: " Nichts übers Knie brechen"

Die städtische Kulturverwaltung soll - möglichst noch in diesem Jahr - die Voraussetzungen für eine Freiluftveranstaltung auf dem Piesberg schaffen. Ohne dass es die Stadt etwas kostet, so der Ratsauftrag. Kultusdezernent Reinhard Sliwka ist skeptisch, dass es in diesem Jahr noch klappt.

Neue OZ: Herr Sliwka, Sie haben sich in der Angelegeheit in der vergangenen Ratssitzung selbst als Bremser bezeichnet. Müssten Sie als Kultusdezernent nicht vielmehr Gas geben? Sliwka: So viel vorab, meinen Sie, dass es für die Stadtgeschichte bedeutsam ist, ob das erste Open Air im Piesberg 2001 oder 2002 stattfindet? Es wird eine Kulturveranstaltung im Piesberg geben; das ist meine feste Überzeugung. Das sage ich auch als glühender Befürworter einer Bundesgartenschau auf dem Gelände. Wir sollten aber nichts übers Knie brechen. Sie wissen, dass ich schon persönlich Open-Air-Erfahrungen gesammelt habe.

Neue OZ: Sie sprechen das dicke Minus beim Friedens-Open-Air 1998 an der Bremer Brücke an. Wo sehen Sie am Piesberg denn die Schwierigkeiten? Sliwka: Der Piesberg ist ein attraktives, aber gleichzeitig auch sehr schwieriges Gelände. Es handelt sich um einen arbeitenden Steinbruch, in dem zum Beispiel Sprengungen stattfinden. Das heißt: Die Infrastruktur für eine Veranstaltung kann erst freitags ab 16 Uhr aufgebaut werden und muss spätestens montags um 6 Uhr wieder verschwunden sein. In Dalhalla, dem schwedischen Open-Air-Steinbruch, den die CDU-Ratsfraktion besichtigt hat, ist die Situation ganz anders. Außerdem haben wir einmal durchgerechnet: Ein Busshuttle für 10 000 Besucher am Piesberg würde allein vier Stunden dauern.

Neue OZ: Ein Problem, an dem sich aber auch bis 2002 nichts geändert hätte. Sliwka: Zunächst nicht, aber die Stadtwerke kommen uns in dieser Frage schon sehr entgegen. Und ohne Busse geht es nicht. Denn ein weiteres Problem ist für uns die Verkehrssicherungsplicht. Stellen Sie sich vor, wie gefährlich es wäre, wenn nachts Besucher durch den Steinbruch irrten. Dazu kommt: Ein großer Teil des benötigten Geländes liegt auf Wallenhorster Gebiet. Wir möchten die Aktivitäten deshalb gern mit der Gemeinde Wallenhorst gemeinsam tragen. Neue OZ: Das kann ja nicht so schwierig sein. Es gibt doch auch schon den Truck Trial. Wieso klappt das alles bei dem Geschicklichkeitsfahren für Lastwagen? Sliwka: Ich muss da an den Ratsbeschluss erinnern: Das Open Air am Piesberg soll die Stadt nichts kosten. Die meisten Veranstalter, mit denen wir bisher gesprochen haben, wollten eine Ausfallbürgschaft von uns haben. Realisierbar scheint mir zum Beispiel, im Rahmenprogramm des Truck Trials ein kleines Rockkonzert anzubieten. Aber auch dafür müssten wir das finanzielle Risiko bis zur Höhe von 30 000 Mark übernehmen. Neue OZ: Ursprünglich war aber einmal von Sinfoniekonzerten, großen Rock-Ereignissen die Rede. Sliwka: Es gibt auch andere Konzepte, aber ein Veranstalter zum Beispiel, der ein großes Rockkonzert in den Piesberg bringen will, rechnet mit Kosten von bis zu 900 000 Mark. Wenn das Wetter nicht mitspielt oder die Leute nicht kommen, muss der Veranstalter das Risiko tragen. Zu den Kalkulationen kommen übrigens die Kosten für den Bustransfer hinzu. Das alles werden wir jetzt mit dem Pyer Ortsbürgermeister Josef Thöle und dem Kulturausschussvorsitzenden Ludwig Lanver besprechen. Dabei ist es meine Aufgabe, auch auf Schwierigkeiten hinzuweisen.

Neue OZ: Ihre Kultur-Fachbereichsleiterin Dagmar von Käthen gilt in dieser Frage als risikofreudiger. Sliwka: Ja, Frau von Käthen ist sehr engagiert. Sie ist in der Sache noch eifriger dabei als ich, und das ist gut so. Aber die entscheidenden Fragen tragen wir gemeinsam. (swa)
Autor:
swa


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