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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Der Steinmader vom Domhof ging in die Falle
Zwischenüberschrift:
Räuber in der Innenstadt: Der Kreuzgang war sein Revier
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Steinmarder vom Domhof ging in die Falle

Räuber in der Innenstadt: Der Kreuzgang war sein Revier

Fallensteller müssen Geduld haben. Drei Wochen lang hat Konrad Brockmann dem Steinmarder mitten in der Stadt nachgestellt. Gestern schnappte die Falle zu: Auf einem Dachboden an der Schwedenstraße fing er den graubraunen Gesellen, der auch im Kreuzgang über dem Diözesanmuseum sein Revier hatte.

Unheimliche Geräusche, Losung und die Überreste seiner Mahlzeiten verraten den heimlichen Räuber mit dem weißen Kehlfleck zuerst. So auch auf dem Boden über dem Diözesanmuseum. Irgendwann war die Geduld der Mitarbeiterinnen der kirchlichen Einrichtung erschöpft: " Da hat mich dann sogar der Bischof zur Hilfe gerufen", berichtete Konrad Brockmann gestern.

Steinmarder sind anpassungsfähig. Sie leben in Scheunen, in Schrebergartenlauben, aber auch auf Dachböden mitten in der Stadt. Wo sie sich heimisch fühlen, schaffen sie sich aus der Isolierwolle ein behagliches Heim und können dabei einen ganzen Dachboden verwüsten: " Ich habe schon Böden voller Federn und halb verzehrter Vögel gefunden", so Konrad Brockmann, " unhygienisch und für die Menschen sehr belastend."

So war es auch mit dem Weißkehlchen aus der Innenstadt. Der Marder habe sein Revier wohl entlang der Hase von der Ursulaschule über den Dom bis zur Pernickelmühle gehabt, vermutet Brockmann: " Singvögel, Mäuse und Ratten gibt es ohnehin; und wenn die Enten erst mal brüten, dann ist sein Tisch reich gedeckt."

Um den Marder aber zu fangen, braucht es viel Erfahrung. Brockmann, der die Schädlingsbekämpfung zu seinem Beruf gemacht hat und im Nebenamt zudem noch Kreisjägermeister ist, verwendet dazu eine absolut tödlich fangende Falle: Ein Ei-Abzugseisen, dessen Bügel sekundenschnell zuschlagen und so die Beute tierschutzgerecht töten.

Aber zuvor muss der Trapper seiner Beute einen verlockenden Köder präsentieren. Vor drei Wochen hat Konrad Brockmann am Dom und in der Schwedenstraße begonnen: Erst ein Nest aus trockenem Laub hergerichtet, dann ein oder zwei Hühnereier ausgelegt. Und erst als die zuverlässig angenommen wurden, hat er seine Falle aufgestellt. " Meist ist es dann schnell passiert."

So auch gestern Morgen: Als Brockmann seine Fallen auf den Dachböden über dem Dom-Kreuzgang und in der Schwedenstraße kontrolliert, hatte er prompt Erfolg: " Ein kapitaler Rüde", sagt er stolz, " und wenn es hier noch ein Weibchen gibt, dann kriegen wir das auch noch."

51 552 Steinmarder haben die Jäger im vergangenen Jahr in Deutschland erlegt. Mit steigender Tendenz: Nach der Statistik waren es im Vorjahr 5 000 weniger. Konrad Brockmann fängt allein in der Stadt Osnabrück etwa 70 Exemplare pro Jahr. Und allein in einem Möbelkaufhaus in Sutthausen hat er mittlerweile schon 26 Vertreter der heimlichen Räuber zur Strecke gebracht.

KAPITALE BEUTE: Auf einem Dachboden ging Konrad Brockmann dieser Steinmarder in die Falle.Foto: Gert Westdörp
Autor:
fhv


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