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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Eine gutgemeinte Aktion endete im zähen Schlamm
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Umweltamt und Garnison wollten Flussregenpfeifer helfen
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TIEFE FURCHEN hinterließen die Reifen des Militär-Lkws auf der Wiese zwischen See und Rubbenbruch-Rundweg.Foto: Uwe Lewandowski

Eine gutgemeinte Aktion endete im zähen Schlamm

Umweltamt und Garnison wollten Flussregenpfeifer helfen

Einen Fehlschlag erlebten gestern Mitarbeiter der städtischen Umweltverwaltung und britische Pioniere, die zu einer kleinen Insel im westlichen Teil des Rubbenbruchsees eine Behelfsbrücke schlagen wollten: Ein allradgetriebener 30-Tonnen-Brückenlege-Lkw fuhr sich in einer Uferwiese fest, und bei den anschließenden Bergungsarbeiten entstand erheblicher Flurschaden. Der betroffene Landwirt Heiner Kolkmeier ist sauer.

Im Mittelpunkt aller Bemühungen stand der Flussregenpfeifer. Dieser seltene Vogel kam Vorjahren am Rubbenbruchsee noch zahlreich vor und brütete auf den offenen Kies- und Sandflächen der Inseln. Die wuchsen aber zunehmend mit Erlen und Birken zu und der Flussregenpfeifer machte sich als Folge davon rar.

Die städtischen Natur- und Umweltschützer wollten helfen und rodeten den Bewuchs auf der kleinen Insel. Um das Material abzutransportieren und zusätzlich den Boden mit einem kleinen Bagger zu bearbeiten brauchten sie einen Übergang. Sie baten die britische Garnison um Amtshilfe, und die sagte zu, im Rahmen einer eigens anberaumten Übung namens " Mercury Rat" die Brücke zu schlagen.

Bei dem Brückenleger-Team der 1. Kompanie des 21. Pionier-Regiments handelt es sich um absolute Fachleute. Im vergangenen Jahr hatten sie einen internationalen NATO-BrückenIeger-Wettbewerb für sich entschieden und dabei 23 andere Teams aus dem Rennen geworfen. Gestern aber erwischten sie einen rabenschwarzen Tag. Erst fuhr sich der schwere Lastwagen mit der riesigen Brücke fest und dann musste bei den Bergungsarbeiten noch eine große Brombeerhecke dran glauben. Die Aktion wurde schließlich abgebrochen.

" Wir hatten solche Schäden von vornherein eingeplant und wollen die Furchen zu Feuchtsenken umgestalten", erklärte gestern Abend Detlef Gerdts als Chef der Umweltverwaltung. Die anderen Schäden würden selbstverständlich beseitigt. Er sei den Briten nach wie vor für die Unterstützung dankbar, denke aber jetzt über den Einsatz von " milderen Mitteln" nach. " Vielleicht kann uns das Technische Hilfswerk helfen", so Gerdts.

Landwirt Heiner Kolkmeier, der dem Vorhaben auf seinem Gelände grundsätzlich zugestimmt hatte, ärgert sich über den betriebenen Aufwand. " Die Arbeit auf der . Insel hätte ich mit einem Helfer in zwei Stunden erledigt, und als Übergang für den kleinen Bagger hätten beim Frostwetter der vergangenen Tage ein paar starke Bohlen genügt", sagte er. Ihm sei unverständlich, warum die Stadt nach drei Wochen Frost bei Tauwetter und Regen mit völlig falschem Material überhaupt mit der Arbeit begonnen habe. " Ich habe die noch auf die schwierigen Bodenverhältnisse hingewiesen, aber die Mitarbeiter des Amtes verwiesen auf angebliches Militär-Spezialgerät, das alles ohne Probleme schaffe", so Kolkmeier.

Nun bleibt zunächst offen, wie es weitergeht. Sicher ist nur, dass die Flussregenpfeifer Anfang April zu brüten beginnen
Autor:
S.


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