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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Große Straße: Das neue China-Pflaster rollt an
 
Farbwechsel
Zwischenüberschrift:
Die Bauarbeiten sollen in 14 Tagen beginnen
 
Große Straße
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Wenn das Wetter mitspielt, soll es in 14 Tagen mit der Pflasterei auf der Großen Straße weitergehen. Die neuen Steine aus China sind gestern in Rotterdam angelandet worden und treffen in Eisenbahnwaggons am Dienstag in Osnabrück ein. Die Bauarbeiten werden am Neumarkt und am Theater gleichzeitig beginnen und auf Wunsch des Einzelhandels von frühmorgens bis spätabends durchgeführt.

Diese Planungen stellten gestern während eines Pressegesprächs vor: Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip, Stadtbaurat Jörg Ellinghaus, Jürgen Schmidt vom Tiefbauamt, Jens Markendorf für die im Auttrag der Stadt als Bauherrin tätige Firma Baubecon, Reinhold Höcker von der Baufirma Dieckmann und Horst Dreyer als Vertreter der Werbegemeinschaft Große Straße.

Da das Vorhaben von zwei Seiten in Angriff genommen wird, rechnet Schmidt mit einem Ende der Arbeiten im August. Dabei werde die Maiwoche berücksichtigt, die " ohne gravierende Einschränkungen" über die Bühne gehen solle. Das Zentrum der Flaniermeile zwischen Jürgensort und Nikolaiort kommt nach seinen Worten im Juni dran. " Der Nikolaiort selbst soll bis zur Maiwoche bereits fertig sein."

" Wir hoffen auf pflastertaugliches Wetter", betonte Ellinghaus aber, wie abhängig der Beginn aller Arbeiten von Frost und Schnee ist.

Dreyer regte während des Gesprächs an, jetzt " rund um die Uhr zu arbeiten" und alle Maßnahmen in enger Kooperation mit dem Einzelhandel durchzuführen. An den Werktagen könne - auch rechtlich - problemlos bis 22 Uhr gearbeitet werden. Die Samstage schloss Dreyer wegen der hohen Kundenfrequenz aus und bat außerdem darum, Rücksicht auf den ab 29. Januar beginnenden Winterschlussverkauf zu nehmen.

Dieckmann-Geschäftsführer Reinhold Höcker griff den Vorschlag positiv auf: " Das mit den 22 Uhr und samstags nicht' hören wir gerne." Höcker, der mit Blick auf die fehlerhafte erste Lieferung der China-Steine und den daraus resultierenden Zwangs-Baustopp von einem " Unglücksfall" sprach, beschrieb die neuen Natursteine aus demselben chinesischen Steinbruch als " rustikal". Jeder Stein sei in China von Hand bebauen worden, und ein Sachverständiger aus Deutschland habe vor dem Abtransport die Qualität geprüft.

Auf die Frage, wer die entstandenen Mehrkosten trage, sagte Jens Markendorf: " Die zahlen Baufirma und der Zulieferer." Höcker ergänzte: " Den Löwenanteil trägt Steinelieferant Köhnken aus Diepholz, aber auch wir lassen Federn."

Horst Dreyer meinte, durch die " Fehllieferung" sei eine unglückliche Situation entstanden. " Wir haben ein schlechtes Jahr hinter uns", sagte er rückblickend. Dem widersprach Fip energisch. Dieser Begriff treffe nicht zu, denn der Einzelhandel habe im vergangenen Jahr gut verdient. Zusätzliche Marketingmaßnahmen für die Große Straße hätten zudem dafür gesorgt, dass der Standort Osnabrück nicht in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Es wurde alles kompensiert, allenfalls kann man von einem " schwierigen Jahr" sprechen, so Fip.

Die Runde schaute optimistisch nach vorn: Die Fertigstellung wollen alle Beteiligten mit einem großen Straßenfest feiern, und in diesem Zusammenhang sei auch ein langer Samstag oder ein verkaufsoffener Sonntag denkbar. (fr)

Große Straße

Farbwechsel

Von Christoph Franken

Allen Beteiligten am Desaster Große Straße war gestern das Bemühen anzumerken, möglichst schnell den Mantel des Vergessens über die zurückliegenden peinlichen Monate zu decken. Kein Wunder, hatten sich einige Teilnehmer der Runde dabei wirklich nicht mit Ruhm bekleckert. So wurde der Vorgang zum " Unglücksfall" herabgestuft, und auch Horst Dreyer als Vertreter des Einzelhandels hielt sich mit einer stärkeren Bewertung brav zurück.

Dieses nach außen gezeigte gute Einvernehmen dient der Sache, denn es bildet die Grundlage für einen möglichst reibungslosen und damit zügigen Fortgang der Arbeiten. Den allerdings erwarten die Bürger, die diese Neugestaltung schließlich bezahlen, nun zu Recht!

So negativ die ganze Angelegenheit auch war, es fällt tatsächlich etwas Gutes dabei ab: Das neue Pflaster aus tieferen Schichten des Steinbruchs ist eindeutig hellgrau, die Gelbfärbung der ersten Lieferung kommt nicht mehr vor. Damit erübrigt sich die bereits begonnene Diskussion, ob der zunächst gewünschte Farbton tatsächlich das Gelbe vom Ei war. Die Natur nämlich schuf Fakten: Grau statt Gelb, i

DER FLECKERLTEPPICH auf der Großen Straße soll bald der Vergangenheit angehören.Fotos: Michael Hehmann

GRAUER ist der neue Stein, den Dieckmann Geschäftsführer Reinhold Höcker hier zum Vergleich an ein Exemplar der umstrittenen ersten Lieferung (rechts) hält.
Autor:
fr


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