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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Schlips und rote Socke verbuddelt
Zwischenüberschrift:
Wüste-Gymnasiasten experimentieren
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Schlips und rote Socke verbuddelt

Wüste-Gymnasiasten experimentieren

Es war eine Beerdigung besonderer Art. Das Loch, das Philip Strothmann und Sönke Rath von der Klasse 8 des Gymnasiums in der Wüste gegraben hatten, sah aus wie ein kleines Grab. Von den Mienen der Schüler aus der Umweltgruppe aber war keine Spur von Trauer abzulesen. Die Umweltgruppe der Expo-Schule legte gestern für Versuchszwecke eine kontrollierte Deponie an.

Sie vergruben kleine Schätze. Oberbürgermeister Hans-jürgen Fip hatte rote Wollsocken gespendet, der CDU-Landespolitiker Christian Wulff eine Seidenkrawatte, und Schulleiter Peter Bohne beteiligte sich mit einem weißen Baumwolltaschentuch. Zu den Grabbeigaben gehörten eine aktuelle Ausgabe der Neuen OZ, eine Seite aus einem Magazin, Hölzerne Wäscheklammern mit eisernen Spiralen, Plastiktüten und Kohlköpfe.

Die Schüler wogen jedes einzelne Stück und verteilten alles auf drei Plastiknetze. Da Wulff aber nur eine Krawatte mitgebracht hatte, schnitten sie die in drei Teile zu je 13 bis 14 Gramm. Eines der Netze legten sie in das 1, 10 Meter tiefe Loch und schütteten die Altlasten-Erde darauf. Das zweite Netz lagert in 20 Zentimetern Tiefe. Das dritte kam in einen Schrank der Schule.

Die Schüler wollen herausfinden, was in einem Jahr in der Tiefe unter anaeroben und in der Nähe der Erdoberfläche unter aeroben Bedingungen - also ohne beziehungsweise mit Sauerstoff - mit den Gegenständen geschieht.

In einem Jahr, zu Beginn der Expo, wollen die Schüler ihre Schätze wieder ausgraben, sie erneut wiegen und mit dem nicht eingegrabenen Teilen vergleichen. Auch die Fachhochschule interessiert sich für den Werdegang der Gegenstände.

Auch was mit Geschenken geschehen kann, die Kommunen Politikern machen, war gestern zu sehen, denn die Seidenkrawatte, die Wulff als Gabe für das Experiment gespendet hatte, stammt von der Stadt Karlsruhe. " Möglicherweise stellen die das Verschenken von Schlipsen wieder ein", mutmaßte Wulff für den Fall, daß die Karlsruher von dem Vorfall erfahren.

Die 15jährige Schülerin Marie Desgardin von der Partnerschule in Angers zeigte sich von der Aktion angetan und will diese Idee auch zu Hause umsetzen. Anne Hammer, die sich in der Umweltgruppe engagiert, meinte dazu, das Gymnasium Wüste habe mit ihrem Bodenprojekt ohnehin schon die französische Partnerschule angesteckt. (jwe)
Autor:
jwe


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