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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Die Haseverunreinigung.
Artikel:
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Originaltext:
Der Meinungsaustausch der Untersuchungsstellen über die Verunreinigung des Hasewassers und das Fischsterben erfährt durch eine uns eingesandte Erklärung des Öffentlichen Untersuchungsamtes der Stadt Osnabrück (Vorsteher Dr. Ohlendorf) eine Fortsetzung. Wir übergeben das Gutachten dieser amtlichen Untersuchungsstelle, das sich mit den gestrigen Ausführungen des Handelschemikers Heinig beschäftigt und die Haseverunreinigung vom gesundheitlichen Standpunkt aus als außerordentlich bedenklich bezeichnet, nachstehend der Öffentlichkeit:
Das in der Nr. 8163 des " Osnabr. Tagebl." veröffentlichte ausführliche Gutachten des beeidigten Handelschemikers Herrn Heinig betr. Haseverunreinigung, das sich nur auf chemische Untersuchungen stützt, dürfte wohl nicht als maßgebend betrachtet werden können, da Herr Heinig keine biologische Untersuchungen vorgenommen hat, die aber bei Flußwasserbeurteilungen mindestens ebenso wichtig sind, wie die chemischen. Die Flußwasserverunreinigungen durch Abwässer, wenn auch nur vorübergehender Natur, sind nicht ohne Einfluß auf Flora und Fauna eines Oberflächenwassers und lassen sich biologisch noch feststellen, wenn das verunreinigte Wasser selbst längst wieder rein geworden ist. Die Untersuchung hat sich in diesem Falle auf die festsitzenden Organismen zu richten. Durch die chemische Untersuchung allein läßt sich dagegen nur der augenblickliche Zustand eines Wassers erkennen, der naturgemäß je nach der Menge der gerade bei der Probenahme zufließenden Abwässer sehr verschieden ist. Hätte Herr Heinig die biologischen Verhältnisse mit in Betracht gezogen, so hätte er auf keinen Fall zu der durchaus haltlosen Folgerung kommen könne, daß " der Hauptsache nach durch die in die Hase gelassenen Kanalschmutzwasser im Schinkel" derzeit die erheblichen Verschmutzungen der Hase hervorgerufen sind. Die Schinkelabwässer - es fließen bei der Mittelburg nur die Abwässer aus dem Buerschen-Straßen-Viertel in die Hase - waren damals gegen die Abwässer der Papierfabrik ziemlich geringfügiger Natur. Die Behauptung des Herrn Heinig, daß das städt. Untersuchungsamt zu seinen Untersuchungen nur allein die Abwässer der Schoellerschen Papierfabrik herangezogen hat, ist unrichtig. Bei Feststellung der Ursache der derzeitigen großen Haseverunreinigung sind sämtliche in Betracht kommende Hasezuflüsse, insbesondere auch die Schinkeler Abwässer, berücksichtigt worden.
Bereits einem Laien müßte es bei objektiver Beobachtung auffallen, daß das Aussehen der Hase und ihrer Ufer nach Einmündung des Gretescher Mühlenbaches völlig verändert war. Die Ufer waren hier mit übelriechendem Schlamm bedeckt, das Wasser war schmutzig-trübe und hatte einen fauligen Geruch. Die im Wasser liegenden Gegenstände waren mit typischen Abwasseralgen fellartig überzogen. Und gerade diese Abwasserorganismen zeigten an, daß zeitweise Fäulnisstoffe enthaltende Abwasser in solcher Konzentration durch den Gretescher Mühlenbach in die Hase gelangt waren, die als ganz erheblich über das zulässige Maß hinausgehend betrachtet werden muß und vom hygienischen Standpunkte aus als außerordentlich bedenklich erscheint. Dies wurde auch durch chemische Untersuchungen bestätigt.
Ferner ist noch folgender Grund dafür zu nennen, daß die Papierfabrikabwässer derzeit die Hauptschuld an der Haseverschmutzung tragen, daß nämlich gerade von der Einmündung des Gretescher Mühlenbaches bis zur Mittelburg tote Fische in großer Anzahl auf der Hase trieben.
Es mag hier noch hinzugefügt werden, daß wiederholt gelegentlich der Hasebesichtigungen von Anliegern die heftigsten Klagen über die Verschmutzung der Hase oberhalb des Einflusses der Schinkeler Abwässer laut geworden sind.
Schließlich sei noch bemerkt, daß in der Zuschrift des beeidigten Handelschemikers Herrn Heinig das unterzeichnete Amt wiederholt nur als Untersuchungsamt für Nahrungs- und Genußmittel bezeichnet wird. Seit dem 1. Oktober vorigen Jahres führt das Amt die Bezeichnung " Öffentliches Untersuchungsamt der Stadt Osnabrück", es werden dort auch alle anderen Untersuchungen ausgeführt.
Öffentliches Untersuchungsamt der Stadt Osnabrück
Dr. Ohlendorf


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