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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Überschrift:
Lotter Straße: Durchbruch für den Tunnel
 
"Es haben viele dazu beigetragen"
 
Solidarität
Zwischenüberschrift:
CDU-Ratsfraktion "tendenziell" für schonendes, aber teures Kanalbau-Verfahren
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Lotter Straße: Durchbruch für den T\ innel

CDU-Ratsfraktion " tendenziell" für schonendes, aber teureres, Kanalbau-Verfahren

Aufatmen an der Lotter Straße: Für den Kanalbau wird die Straße wahrscheinlich nicht aufgerissen. Die Verwaltung bevorzugt die Tunnelbauweise, die den Anliegern ein monatelanges Verkehrschaos ersparen würde. Das letzte Wort spricht allerdings der Rat.

Die unterirdischen Wasserkanäle müssen erneuert werden. Daran führt kein Weg vorbei. Allerdings wäre der Weg für die Kunden in der Lotter Straße versperrt, würde im herkömmlichen Verfahren gearbeitet. Es stünde nur eine Fahrspur zur Verfügung, die an einigen Stellen über den Fußweg geführt werden müsste.

Das wäre existenzgefährdend, riefen die Geschäftsleute, und die Interessengemeinschaft brachte die Tunnelbauweise in die Diskussion. Der Haken: Dieses Verfahren ist um ein Dritttel teurer. Statt 2, 7 Millionen wären 3, 5 Millionen Euro nötig.

Ein Ortstermin in Hamburg, wo das Verfahren von der Osnabrücker Firma Echterhoff angewandt wird, überzeugte schließlich die Verwaltung. Sie wird dem Stadtentwicklungsausschuss am 6. November das Maulwurf-Verfahren vorschlagen, wie der Leiter des Fachbereichs Städtebau, Franz Schürings, am Dienstagabend während einer Bürgerversammlung der CDU erklärte.

Die CDU-Stadtratsfraktion schließt sich " tendenziell" dieser Meinung an, wie Ratsmitglied Nikolaus Demann während derselben Veranstaltung erklärte. Die Fraktion werde am Montag eine Entscheidung treffen. Er gehe davon aus, dass sie für die Tunnelbauweise falle. Die FDP ist klar dafür, wie Thomas Thiele gestern betonte.

Die Kosten werden über die Wassergebühren auf alle Bürger umgelegt. Das die Kernfrage: Ist es gerechtfertigt, die Lotter Straße anders zu behandeln als etwa die Iburger Straße - wo die Geschäftsleute schwer unter dem offenen Kanalbau litten?

Schürings wies auf einen weiteren Vorteil des Untertagebaus hin: Der Straßenausbau ist nicht sofort nötig, sondern kann ab 2006 in Angriff genommen werden, wenn Zuschüsse nach dem Gemeindeverkehrsfinanzie-rungsgesetz zu erwarten sind. Beim offenen Kanalbau müsste gleich anschließend die Straßenoberfläche erneuert werden und wäre ein weiteres Jahr ein Nadelöhr.( hin)

Drei Fragen an Ingo Klute

" Es haben viele dazu beigetragen"

Ingo Klute (CDU) ist Vorstandsmitglied der Interessengemeinschaft Lotter Straße.

Herr Klute, wie kam die Tunnel-ldee zu Stande?

Klute: Den Anstoß hat Herr Echterhoff gegeben, der sich mit Tunnelbau bekanntlich auskennt. Wir haben immer wieder nachgebohrt, und jetzt haben wir ein positives Ergebnis.

Was entgegnen Sie Kritikern, die sagen, an der Lotter Straße soll die Allgemeinheit für Elnzelinteressen zahlen?

Klute: Man muss ganz klar sehen: Der volkswirtschaftliche Schaden, der entstünde, wenn die Straße 16 Monate fast unpassierbar wäre, wären erheblich. Außerdem ist die Gefahr geringer, dass Schäden an den Häusern entstehen oder dass Blindgänger die Arbeiten behindern. Wir haben uns das Tunnelverfahren in Hamburg angeschaut. Da sagte man uns: Am liebsten würde man das Thema öffentlich nicht diskutieren, damit nicht jede Seitenstraße mit einer solchen Forderung kommt. Wir reden hier öffentlich darüber, denn an der Lotter Straße ist die Situation eine ganz Besondere.

Ist die Lotter Straße ein Beispiel für das besondere Engagement der Bürger oder der Verbindung von CDU und Interessengemeinschaft?

Klute: Das ist keine einfache Frage. Ich würde sagen: Es hat gut funktioniert. Der Bürgerwille und das positive Engagement von CDU und FDP haben die Behörden schließlich überzeugt. Es haben viele dazu beigetragen.

STÖRUNGSFREI soll der Verkehr oben auf der Lotter Straße rollen, während unter Tage der Kanal erneuert wird. Foto: Hehmann

Kanalbau

Von Wilfried Hinrichs

Solidarität

Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, aber die Tendenz ist eindeutig: Der Lotter Straße bleibt wohl das große Chaos erspart, das der offene Kanalbau ohne Zweifel auslösen würde. Die Kommunalpolitiker mögen sich noch etwas winden und mit Stirnrunzeln den Präzedenzfall beklagen, doch sie haben keine Alternative. Denn es geht in der Tat um Existenzen.

Die Anlieger der Johan-nisstraße oder der Iburger Straße werden grollen ob der Vorzugsbehandlung anderer. Doch Hand aufs Herz, die relativ breite Iburger und die schmale Lotter Straße sind nicht wirklich vergleichbar.

In einer solidarischen Gemeinschaft wird vom Einzelnen verlangt, sich in den Dienst der Allgemeinheit zu stellen. Es gibt aber auch Situationen, in denen die Allgemeinheit Solidarität mit Einzelnen zeigen muss. Die Lotter Straße ist ein solcher Fall. Es ist den Gebühren-zahlern durchaus zuzumuten, ein wenig mehr zu zahlen, um größeren Schaden abzuwenden.
Autor:
hin


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