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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Eindruckswolles Tor zur Domburg - Neue Funde in der Schwedenstraße aus der Zeit der Stadtgründung
Zwischenüberschrift:
Archäologen fördern hier keine Schätze zutage - Grabungen am Dom zur Überprüfung der Fundamente
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Neue Funde in der Schwedenstraße aus der Zeit der Stadtgründung
Aktuelle Grabungen belegen: Die Domburg als Kern des frisch gegründeten Osnabrück Im 9. Jahrhundert war vermutlich nicht nur durch seine natürliche Hanglage in der Haseniederung befestigt, sondern auch durch ein eindrucksvolles Tor.
Darauf weisen zwei mächtige Stützpfosten und ein hölzerner Kastenbrunnen hin, die der Osnabrücker Landschaftsverband jetzt an der Schwedenstraße bei der Kleinen Domsfreiheit in drei Metern Tiefe freilegte.

Eine aufwendige Konstruktion aus Holz und Erde, so vermutet Grabungstechniker Bodo Zehm, überbrückte den Graben, der die frühmittelalterllche Domburg urngab. Reste hölzerner Staken und

Schichten mit Kellen abgetragen

Querhölzer unterstützen die bislang umstrittene These die Burg sei neben den natürlichen Barrieren wie der Hase auch von einer mächtigen Befestigungsanlage gesichert worden. Der Sitz der Domburg wird auf der anderen Seite der Schwedenstraße unterm Staditheater vermutet; der Kastenbrunnen könnte der Wasserversorgung der Bewohner gedient haben.
Auf der gleichen Ebene wie Stüzpfosten und Brunnen entdeckten die Archäologen " Badorfer Keramikscherben" aus der nördlichen Eifel, die auf das 9. Jahrhundert datiert werden. Sie untermauern ebenfalls die zeitliche Einordnung der Toranlage auf die Osnabrücker Gründungsperiode.
Derartige Funde sind in der Grabungsfläche jedoch rar, weil das damals sumpfige Gebiet der Haseniederung unbesiedeltes Stadtrandgebiet war. Erst in den nachfolgenden Jahrhunderten wurde haufenweise Schutt aufgefüllt, um neuen Siedlungsraum zu schaffen. Diese Schichten haben die Archäologen nun fein säuberlich abgetragen, zum Teil leidiglich mit Kellen als Grabungswerkzeug, um keine der empfindlichen Holzstücke zu beschädigen.
Der Landschaftsverband kann im Bereich der Schwedenstraße noch bis zum Ende des Jahres graben, um die Anfänge der Osnabrücker Stadtgeschichte zu beleuchten. Danach wird der ursprüngliche Anlaß der Grabungen hinter dem Domhotel - ein Bauprojekt inklusive Tiefgarage - in Angriff genommen und die Osnabrücker Stadtgeschichte wieder bedeckt. (VvK)

Archaologen fordern hier keine Schätze zutage
Grabungen am Dom zur Überprüfung der Fundamente

" Warum wird denn hier gebuddelt?" fragt so mancher Passant der zur Zeit durch die Kleine Domsfreiheit geht. Hier, neben dem Eingang zum Kreuzgang des Domes, sind die Archäologen dabei, den Boden im Bereich der Fundamente bis auf 1, 80 Meter Tiefe auszuschaufeln.
Neugieriges Warten und Schauen, ob hier vielleicht " Schätze" zutage gefördert werden, dürfte allerdings vergeblich sein. " Wenn wir hier etwas Wichtiges finden, dann sind es Informationen über historische Gegebenheiten, wie es an dieser Stelle im Bereich der Domburg im Mittelalter mal ausgesehen haben könnte", erklärt Grabungsleiter Bodo Zehm.
Der Grund für die Grabungen ist allerdings ein anderer, wie Dombaumeister Nikolaus Demann betont: " Im Rahmen der kontinuierlichen Beobachtung und Wartung der Domgebäude müssen wir natürlich auch die Fundamente überprüfen. So können wir beispielsweise feststellen, ob Risse im Mauerwerk aufgrund von Veränderungen im Bodenbereich entstanden sind. Wenn zum Beispiel aufgrund massiver Baumaßnahmen in der Nachbarschaft des Domes der Grundwasserspiegel fällt, kann das solche negativen Auswirkungen haben."

Wie hat es früher einmal ausgesehen?

Den Umbau der Kleinen Domsfreiheit zur Fußgängerzone habe man zum Anlaß genommen, Statiker und Geologen jetzt in diesem Bereich des Doms aktiv werden zu lassen. Und überall, wo im Innenstadtbereich gebuddelt wird, sind auch die Archäologen zur Stelle: " Da hat sich mittlerweile eine effektive Kooperation zwischen den Historikern und den Dombaubehörden entwickelt, wenn im Dombereich gegraben wird", freut sich Zehm. " Wir wollen schließlich alle wissen, wie es hier mal ausgesehen hat."
Besonders interessant ist für ihn der Bereich des Kreuzganges, weil er hier eine Grenze zwischen verschiedenen Bodenarten im Untergrund vermutet: ein Übergang vom festen Schwemmsandboden, auf dem auch der Dom errichtet wurde, und einem nicht so tragfähigen Feuchtboden in der Nähe der Ursulaschule. " Wenn das stimmt, könnte es der Grund dafür gewesen sein, daß der Kreuzgang nicht rechtwinklig an den Dom angebaut wurde, wie es normalerweise üblicher war."
Um stichhaltige Aussagen über die frühmittelalterliche Situation rund um den Dom machen zu können, müßten weitere Grabungen stattfinden.
Bodo Zehm bremst: " Jeder Eingriff in den Boden zerstört historische Gegebenheiten. Daher schließen wir uns gerne an, wenn Grabungen aus anderen Gründen nicht zu umgehen sind." (thb)

Fotountertitel
MARTIN PILARCYK, örtlicher Grabungsleiter, vor dem hölzernen Kastenbrunne aus dem 9. Jahrhundert
GRABUNGSFUND in der Schwedenstraße: Keramikscherbe Badorfer Art aus der nördlichen Eifel, 9. Jarhundert Fotos: Michael Münch


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