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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Inhalt:
Überschrift:
Die Hase darf wieder ihrem alten Bett folgen
Zwischenüberschrift:
Renaturierung auf früherem Klöckner-Gelände erfolgreich
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Entstehung eines neuen Gewerbegebietes zwischen Schellenbergbrücke und Hamburger Straße hat sich herumgesprochen. Weitgehend unbekannt ist aber, daß auf diesem ehemaligen Klöckner-Areal zwischen allkauf, dem Stahlveredeler Magnum und dem künftigen Gewerbepark die Hase wieder auf rund 2, 5 Kilometer Länge in ihrem historischen Bett fließen darf.

Jahrzehntelang war der Fluß begradigt und in ein Korsett aus Betonhalbschalen gepreßt worden, was ihm den Charakter eines Abflußkanals gab. " Das war in den 60er Jahren die übliche und durchaus begrüßte Umgangsform mit Gewässern in Industriegebieten", verwies der kommissarische Leiter des Tiefbauamtes, Wolf-Rüdiger Sack auf die damalige Sicht der Dinge.

" Inzwischen ist glücklicherweise aber auch in ökologischer Hinsicht umgedacht worden und im Rahmen des hier realisierten städtebaulichen Kraftaktes ist es folgerichtig, nicht nur eine Industriebrache wieder nutzbar zu machen, sondern auch der Natur wieder zu ihrem Recht zu verhelfen", meinte Stadtbaurat Jörg Ellinghaus während einer Ortsbesichtigung. Auf dem Gesamtareal würden so wirtschaftliche Ziele mit positiver Stadtgestaltung und ökologischen Nebenwirkungen verknüpft.
Im Fall der Hase wurde dies nicht zuletzt durch ein Sonderprogramm der Europaischen Union ermöglicht, mit dem ein Großteil der für die Renaturierung veranschlagten 2, 8 Millionen Mark finanziert wird. Die Planung übernahm das im Widukindland beheimatete Ingenieurbüro Dütemeyer, für die Ausführung zeichnet das Osnabrücker Bauunternehmen Diekmann verantwortlich.

Deren Chef Reinhold Höcker verwies auf die besonders hohe Motivation seiner Mitarbeiter bei solchen Renaturierungsvorhaben, die jetzt immer öfter in Auftrag gegeben würden. " Uns macht das richtig Spaß, denn wir wollen doch alle mehr Grün um uns rum", bestätigte Polier Josef Wüste. Diese Renaturierung werde er aber aus zwei Gründen in Erinnerung behalten: Da seien zum einen die bis zu zehn Meter tiefen Betonfundamente alter Werksanlagen links und rechts der Uferböschung gewesen, die mühsam weggestemmt werden mußten. Außerdem hätten Spezialisten 20 Bomben-Blindgänger bergen müssen, bevor der Bagger das kurvige Flußbett ausheben konnte.
Plan: Verbindung bis nach Lüstringen

In den fertiggestellten Flußabschnitten fließt das saubere Wasser bereits wieder auf natürlichem Untergrund und folgt dem alten Verlauf. Notwendige Uferbefestigungen wurden aus Weidenholz geflochten und heimische Gehölze an die Ufer gepflanzt. Noch sieht der renaturierte Bereich etwas kahl aus, aber die Experten sind sich einig: " Das wächst bald zu".
In der Mitte des Geländes, wo gerade die Firma Magnum ihre Uferflächen an die Stadt abgetreten hat (wir berichteten), verschwinden die Betonschalen in den nächsten Tagen. Auch die Tankstelle vor dem Magnum-Haupteingang, wo zu Sonderkonditionen frühere Klöcknerianer und Mitarbeiter der Nachfolgefirmen tanken können, wird zum 1. November geschlossen und dann abgebaut. " Die rund 1500 Nutzer tanken künftig zu den selben Bedingungen an der Q-1-Tankstelle am Wittekindplatz", erläuterte Magnum-Chef Jost-W. Gehrhardt die gefundene Eösung.
Für die DIBAG-lndustriebau, der mit Ausnahme des 12 Hektar großen Magnum-Areals das gesamte Gelände gehört, zeigte sich Bauleiter Wolf Rüdiger Hebner erfreut über die Renaturierung. Die schaffe nicht nur einen Teil des ohnehin vorgeschriebenen Grünflächenausgleichs, sondern sei für ihn als Bauingenieur auch eine " schöne Aufgabe". Hebner widersprach allerdings der Einschätzung, die frühere Kanalbauweise sei üblich gewesen. " Die entsprach schon Ende der 60er Jahre, als ich noch studiert habe, nicht dem Stand der Technik". Sie sei vielmehr vorherrschendes Gedankengut bei den Wasserbaubehörden gewesen. Wie dem auch sei, die Hase nimmt es gelassen. Sie fließt gemütlich durch ihr neues Bett und wartet auf den unmittelbar bevorstehenden Abschluß der Arbeiten. Mit diesem Teilabschnitt will es die Stadt aber nicht bewenden lassen. " Unser Ziel ist die durchgängige Verbindung einer renaturierten Hase mit Fuß- und Radweg von Lüstringen bis in die Stadt", skizzierte Sack die Pläne.( fr)

Fotountertitel
VORHER: Solche Halbbetonschalen zwängten die Hase jahrzentelang in ein unnatürliches, begradigtes Flußbett: Sie wurde so zu einem reinen Industrie-Kanal degradiert und als Fluß nicht mehr wahrgenommen. Foto: Elvira Gotthardt
NACHHER: Dem ursprünglichen Lauf folgend, schlängelt sich der Fluß nun wieder. Jörg Ellinghaus, Reinhold Höcker, Wolf-Rüdiger Sack, Jost-W. Gehrhardt und Wolf Rüdiger Hebner überzeugten sich von den Fortschritten.
Autor:
fr


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