User Online: 2 | Timeout: 13:39Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Die größte Baustelle birgt viele Überraschungen
Zwischenüberschrift:
Tiefbauarbeiten auf Klöckner-Gelände sind in vollem Gang
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
von Christoph Franken

Für Planer und Tiefbauer gibt es in der Stadt ein neues Mekka: auf Osnabrücks größter Baustelle, auf dem früheren Klöcknergelände südlich der Buerschen Straße/ Mindener Straße, geraten die Leute vom Bau ins Schwärmen, wenn sie von den Herausforderungen sprechen, denen sie seit Beginn der Arbeiten im November jeden Tag begegnen.

.. Der Boden hat es im wahrsten Sinne des Wortes in sich", erklärte jetzt Helmut Meinert im Rahmen einer Runde von Experten unter Leitung von Stadtbaurat Ellinghaus vor Ort. Meinert ist auf der Baustelle der Projektleiter des Tiefbauamtes. Die schweren Baumaschinen der beteiligten Firmen Wiittfeld, Echterhoff und Dieckmann stießen in den letzten Wochen beispielsweise auf Unmengen meterdicker Betonfundamente, für die eigens auf dem Gelände zwei Steinbrechanlagen installiert wurden, um das zerkleinerte Material an-

Die Bombenräumer sind immer dabei

schließend wieder einsetzen zu können. " Das wird zwar teurer, aber dafür konnte trotz des strengen Frostes weitergearbeitet werden", zeigte erich Sack als kommissarischer Leiter des Amtes Freud und Leid der Tiefbauer auf.

Apropos Bagger: Deren Bediener arbeiten sich ganz, ganz langsam voran, denn wegen der enormen Fülle von eisenhaltigen Schlacken, Stahlträgern und anderen metallhaltigen Hinterlassenschaften des Stahlwerks erwies sich eine vorherige Blindgängersondierung der 35 Hektar großen Baustelle als unmöglich. " Und das, obwohl das Stahlwerk ein Kernziel alliierter Bombetpilo-

Die Hase darf sich wieder schlängeln

ten war", so Sack. Daher stehen jedem Baggerfahrer gleich zwei Fachleute zur Seite: Der eine hält nach verborgenen Sprengkörpern Ausschau, der andere nimmt ständig Bodenproben, um dem ausgekofferten Material je nach Grad der Belastung seinen neuen Platz auf dem Areal zuzuweisen.

Rund 68 000 Kubikmeter belasteter Bodenaushub verschwinden abgedichtet in den bis zu sieben Meter hohen Wällen, die das Gelände künftig im Süden und Osten einfassen und begehbar sind. Weniger kontaminierter Aushub bildet den Untergumd für die 750 Meter lange Planstraße, die die Fläche durchschneidet. Sie ist über eine noch zu bauende Brücke von der Rothenburger Straße in Höhe des ehemaligen Verwaltungsgebäudes aus befahrbar und mündet gegenüber der Agnesstraße auf die Buersche Straße.

Auch dort wird eine neue Brücke gebaut und die Gestaltung des neu entstehenden Knotenpunktes an der Rosenburg wird ebenso wie die Verlegung neuer Kanalrohre und Gasleitungen von der Bahnunterführung bis zur Mindener Straße zu Verkehrsbehinderungen führen. An der Unterführung soll in Kürze mit den Arbeiten begonnen, die restliche Strecke im Sommer in Angriff genommen werden (wir berichten noch ausführlich).
Die Altlastenfrage wird von den Planern sehr ernst genommen. " Für Dauerarbeiter auf dieser Baustelle werden zu Beginn und Ende der Tätigkeit Gesundheitszeugnisse erstellt und sie müssen sich in der sogenannten Schwarz-Weiß-Anlage (schmutzig- sauber) dekontaminieren", erklarte Berthold Uphoff vom Osnabrücker Planungsbüro Hahm. Auch die Reifen von Fahrzeugen wurden gewaschen, bevor sie die Baustelle verließen.

Bei all den Maßnahmen geht es aber nicht nur darum, ein neues attraktives Gewerbegebiet im Innern des Geländes und aufgelockerte Wohnbebauung zwischen Hase und Mindener Straße zu realisieren, sondern der jahrzehntelang in

Der Uferweg nimmt Gestalt an

eine Betonrinne gepreßte Fluß soll renaturiert werden. Lothar Dütemeyer vom gleichnamigen Planungsbüro am Vaterlandsweg hat diesen Auftrag übernommen. Nach seinen Vorstellungen wird die " Klöckner-Hase" entsprechend ihrem historischen Verlauf wieder als offener Fluß mit Kurven und naturlichem Randhewuchs auf einer Strecke von 2, 5 Kilometern naturnah umgestaltet. " Wir entfernen allein 6080 Quadratmeter Betonplatten aus dem Flußbett", so der Wasserbau-lngenieur.
Auf Eis liegen die Renaturierungspläne allerdngs noch im Bereich der Firma Magnum, dessen Grundstück bis zur Flußmitte reicht .. Da sind wir aber in guten Gesprächen mit der Geschäftsführung und ich bin ganz optimistisch", meinte der Stadtbaurat.
800 Bäume und 72009 standortgerechte Sträucher werden gepflanzt. Im Zuge der Arbeiten hätten zwar auch Pappeln gefällt werden müssen, so Dütemeyer. Das sei aber nicht nur in enger Absprache mit dem Umweltamt geschehen, sondern auch notwendig gewesen, um der geplanten Bepflanzung zum Erfolg zu verhelfen.
Entlang der Hase soll dann ein Fuß-/ Radweg angelegt werden. " Damit sind wir in unserem Bemühen, eine durchgehende Grünachse durch die Stadt anzulegen, wieder ein großes Stück nähergekommen", freute sich Ellinghaus. Immerhin ermögliche es das neue Stück dann, vom Bahnhof bis zur Wellmannsbrücke zu gelangen.
Erstmals wird die gesamte Erschließung der ehemaligen Industriebrache auch per Video dokumentiert. Ein Unternehmen hat dazu das Gelände sogar mit einem Ultraleicht-Flugzeug überflogen. Das Bauvorhaben wird demnächst in einem Informations-Pavillon vorgestellt. .. Es ist zwar nicht der Postdamer Platz, aber für Osnabrück eine der wichtigsten Baumaßnahmen für die Zukunft", betonte Sack. Stadtbaurat Jörg Ellinghaus ergänzte: " Hier wird gleichermaßen etwas für Umwelt und Gewerbe getan, was sich sehen lassen kann."

Fotountertitel
DAS LOCH vor dem alten Verwaltungsgebäude in unmittelbarer Nähe des markanten Ankers nimmt das Fundament der neuen B... auf Fotos: Klaus Linde...

FRÜHER FÜHRTE DIESE TÜR in eine Werkstatt, heute scheint sie den Weg für ein neues Stück Stadtgeschichte freizumachen.

ALTE INDUSTRIEHALLEN weichen den Tiefbauern Stück für Stück
Autor:
Christoph Franken


Anfang der Liste Ende der Liste