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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stichkanal wird breiter, Brücken müssen weichen
Zwischenüberschrift:
Planfeststellungsverfahren beginnt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der Stichkanal soll für die Schiffe der neuesten Generation hergerichtet werden. Gewaltige Erdmassen werden bewegt, acht Brücken abgerissen und durch neue ersetzt, die Hase bekommt ein neues Bett und der alte Zechenbahnhof am' Piesberg neue Gleise auf höherem Niveau. So sieht es" das ' Planfeststellungsverfahren für sechs Kanalkilometer vor, das in der kommenden Woche eröffnet werden soll.
Der Abriß der alten Kanalbrücken ist in Osnabrück umstritten (wir berichteten). Obwohl die Jugendstilbauwerke aus der Zeit des ersten Weltkriegs unter Denkmalschutz, stehen, ist ihr Ende schon besiegelt. An den Brücken hat der Zahn der Zeit genagt, aus Sicht der Planer sind sie " abgängig". So ein technisches Bauwerk werde für 70 oder 80 Jahre ausgelegt, sagt Henning Buchholz, der die Außenstelle Osnabrück der Mindener Behörde leitet. Die Brücken des Stichkanals hätten ihre Lebensdauer schon erreicht, teilweise sogar überschritten.

Für Schiffe zu niedrig

Aber mit ihrer Größe und ihrem Zustand seien sie den Anforderungen von heute nicht mehr gewachsen, vermerkt der Kanalbauer. Für das verbreiterte Kanalbett sind sie zu kurz, für die Schiffe von heute zu niedrig. Die Durchfahrtshöhe der neuen Brücken wird um 1, 25 m heraufgesetzt. Auch die Tragfähigkeit soll erhöht werden, an einigen Stellen sind zudem breitere Fahrbahnen für Radwege vorgesehen.
Bei den neuen Bauwerken wird es sich voraussichtlich um stählerne Stabbogenbrücken handeln, wie sie auch am Mittellandkanal zu sehen sind. Sie sollen in der Regel 15 bis 20 Meter neben den alten Brücken errichtet - werden. Eine Ausnahme bildet die Straße '" Die Eversburg" unweit des Wassersportzentrums. Dort wollen die Kanalbauer die; Straßenführung beibehalten und das neue Bauwerk an der alten Stelle anlegen.

Pye: Einbahnstraße für große Pötte

Baubeginn soll Ende 1997 sein. Das Planfeststellungsverfahren bezieht sich auf zwei Bauabschnitte, und zwar von Kanalkilometer 2, 5 bis 6, 15 (Pente-Hollage) und von 8, 9 bis 11, 54 (Pye). Nur die beiden Schleusenabschnitte in Haste und Hollage bleiben zunächst ausgeklammert. Sie sollen in etwa zehn Jahren für größere Schiffe hergerichtet werden. Um 2010 will das Neubauamt mit dem Gesamtausbau fertig sein.

Maßstab für die Planer Ist das sogenannte Großmotorgüterschiff mit einer Nutzlast von 2100 Tonnen und einer Lange von 110 m. So ein Frachter ist 11, 40 m breit, voll beladen taucht der Kiel 2, 80 m tief ein. Das Bett des nördlichen Kanalabschnitts soll mit 46 bis 55 m Wasserspiegelfläche breit genug sein, damit sich zwei größere Schiffe begegnen können. Unter Wasser wird es allerdings etwas enger, denn die Fahrrinne soll nicht auf der gesamten Breite für die großen ,, Pötte" hergerichtet werden.
In Pye ist der Ausbau noch eine Nummer kleiner vorgesehen. Zwischen den beiden Schleusen wird die Wasserstraße zur Einbahnstraße, zu-

Bett der Hase wird verlegt

mindest für die Großschiffe. Was den Planern nicht gefällt, ist der enge Kurvenradius rund um das Pyer Ding. Doch ein weiterer Radius hätte einen, gravierenden Landschaftseingriff nach sich gezogen, und den wollte die Stadt nicht mittragen.
Wird das Bett verbreitert, dann muß die Hase weichen, denn die verläuft auf der Bürener Seite parallel zum Stichkanal. Nach Ansicht von Hans-Heinrich Künker, dem Sachbearbeiter im Neubauamt, ist das aber kein Nachteil. Denn bei der Neuplanung werde das Revitalisierungskonzept zugrunde gelegt, das der Hase wieder zu mehr Natürlichkeit verhelfen soll. Weil die Hase der Grenzfluß zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist, mußte das Konzept zwischen beiden Landesregierungen abgestimmt werden.
Die Pläne werden nach der Veröffentlichung vier Wochen lang ausgelegt, und zwar im Stadtplanungsamt, im Neubauamt an der Arndtstraße 15, im Wallenhorster Rathaus und im Rathaus der Gemeinde Lotte. Einwendungen müssen spätestens zwei Wochen nach der Auslegungsfrist erhoben werden. (rll)

Fotountertitel
DER ZAHN DER ZEIT hat den Jugendstilbrücken am Stichkanal arg zugesetzt. Sie sollen abgerissen und durch moderne Stabbogenbrücken ersetzt werden. Das Foto zeigt eine Kanalbrücke in Pye.

Foto: Gert Westdörp
Autor:
rll


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