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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Meßgeräte für die Universität?
Zwischenüberschrift:
"Tschernobyl" im Umweltausschuß - Stadtwerke lassen Wasser untersuchen
Artikel:
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Originaltext:
Mögliche Konsequenzen aus der Atomkatastrophe von Tschernobyl waren Gegenstand der gestrigen Umweltschutzausschuß-Sitzung. Neue Empfehlungen konnte der Ausschuß jedoch nicht aussprechen: Der ihm vorliegende Katalog war vom 11. Mal 1986, 13 Uhr, datiert und enthielt die Ankündigung, daß frisches Gemüse " bei anhaltender Situation ab 20.5.1986 voraussichtlich wieder unbedenklich verzehrt" werden könne. Ohne Widerspruch wurde die Anregung diskutiert, die Stadt solle der Universität bei der Anschaffung von Meßgeräten finanzielle Unterstützung leisten.

Nach Auskunft von Ordnungsamtsleiter Rolf Elbracht kostet ein Instrument zur Ermittlung der Luftradioaktivität etwa 60 000 DM, ein Gerät für Boden- und Gemüseproben etwa 200 000 DM. Prof. Dr. Hans-Albrecht Dicke (FDP) schlug vor, nicht nur die Gerate anszuschaffen, sondern auch für ein permanentes Meßprogramm zu sorgen.

die Informationspolitik von Bundes- und Landesbehörden stieß im Ausschuß auf Unverständnis und Kritik, Ausschußvorsitzender Peter Niebaum (SPD) sprach von einer " katastrophalen Informationsmisere". Ratsfrau Elisabeth Zumstrull (CDU) erklärte, die Urheberschaft der Sowjetunion dürfe ,, nicht unter den Teppich gekehrt werden". Und Thomas Polewsky (Grüne) erinnerte an das Kernkraftwerk in Lingen: Wenn es dort eine solche Katastrophe gebe, nütze die beste Informationspolitik nichts mehr, denn dann sei die Wolke innerhalb von einer Dreiviertelstunde in Osnabrück.

Nach den Empfehlungen der Stadt, gegen die es im Ausschuß keinen Widerspruch gab, sollte auf den Genuß von Schafsmilch verzichtet werden; für Kuhmilch gelten keine Einschränkungen. Nach wie vor gilt, daß Luftfilter auch in den kommenden Wochen möglichst nicht ausgetauscht werden sollten. Regenwasser, so wird empfohlen, sollte im Unterglasgartenbau nicht verwendet werden. Wegen fehlender Kenntnisse wird von Reisen in Ostblockländer (ausgenommen DDR) abgeraten.

Sonatige Einschränkungen für Gärtner und Landwirte (z. B. bezüglich Weideaustrieb und Blattgemüse) gelten spätestens seit Pfingstmontag nicht mehr, gegen sportliche Betätigungen im Freien so heißt es in dem Papier gebe es keine Bedenken. rll

Auf die Folgen des Reaktor-Unfalls ging gestern auch Stadtwerke-Chef Dr. Friedel Baurichter am Rande der Aufsichtsratssitzung ein. Bei Untersuchungen des Trlnkwassers aus allen Gewinnungsgebieten sei keine erhöhte Radioaktivität festgestellt worden, zu diesem Ergebnis sei Dr. Roland Schmidt von der Arbeitsgruppe Mikrobiologie der Universität gekommen, der sich seit längerer Zelt mit Radioaktivitätsmessungen befaßt habe.

Baurichter führte weiter aus, theoretisch sei ein Eindringen radioaktiver Stoffe in das Grundwasser zwar möglich, aber wegen der Filterwirkung des Bodens höchst unwahrscheinlich. Die langen Aufenthaltszeiten im Grundwasserleiter erhöhten außerdem den Schutz den Schutz der Trinkwasserkunden vor der Aufnahme von Radionukliden. i. Wie es heißt, wollen die Stadtwerke auch künftig ihr Wasser auf Radioaktivität untersuchen lassen, ,, um festzustellen, ob sich die bisherigen Nullwerte änderten".
Autor:
rll


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