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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Streit um den Haseuferweg: Ruf geschädigt?
Zwischenüberschrift:
Steinmeier hält Vorwurf für überzogen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Der fachliche Streit um den geplanten Haseuferweg bekommt offensichtlich einen persönlichen Nebenkriegsschauplatz. Prof. Dr. Herbert Zucchl sieht durch " gezielt in Umlauf gebrachte Falschmeldungen" seinen Ruf als objektiver Gutachter in Gefahr. Er will unter Umständen gerichtlich dagegen vorgehen. Klaus Steinmeier, Vorsitzender des Osnabrücker Umweltausschusses, hält die Kritik dagegen für überzogen.
Auf Anfrage der Neuen OZ räumte Steinmeier ein, daß er es für " unglücklich" halte, jemanden mit einem Gutachten zu beauftragen, der das zu beurteilende Projekt offenkundig ablehne. Von dem Gerücht, Zucchi habe mit einer Bürgerinitiative gegen den Haseuferweg zusammengearbeitet, sei in der vergangenen Umweltausschußsitzung aber nicht die Rede gewesen.
Der fachliche Steit zwischen dem Umweltscbutzbeauftragten der Stadt, Prof. Dr. Heinrich Weber, und Gutachter Prof. Dr. Herbert Zucchi entbrennt um den Umweltwert des Uferstreifens, über den der Weg einmal führen soll. Nach Abwägung aller Faktoren ist dieser Bereich nach Webers Auffassung keine Fläche, auf der der Naturschutz Vorrang haben müsse.
Auch wenn dort zum Beispiel die Sumpfdotterblume blühe, die auf der,, Roten Liste" der in Niedersachsen vom Aussterben bedrohten Arten stehe. Durch den geplanten, etwa 2, 5O Meter breiten Weg sei der Lebensraum der Pflanze nicht bedroht, denn entscheidend sei die Feuchtigkeit. Und feucht bleibe es dort auch mit einem Weg.

Zucchi vertritt dagegen die Auflfassung, daß Standorte von " Rote-Listen"- Arten nicht beeinträchtigt werden dürften. Das sei bei dem geplanten Weg aber der Fall, weil das betroffene Areal insgesamt nur 10 bis 20 Meter breit ist. Von entscheidendem Wert für die Tierwelt an dem Uferstreifen sei die Vielfalt der Unterschlupfmöglichkeiten und die relative Ruhe. Ausgeführte Hunde würden zum Beispiel die am Boden brütenden Vögel vertreiben. Zerstörungen auch abseits des Weges seien nicht zu verhindern.
Die von Zucchi in einem relativ kurzen Untersuchungszeitraum entdeckten Arten - unter anderem sechs " Rote-Liste"- Tierarten - ließen Rückschlüsse auf eine noch artenreichere Fauna zu. Zucchi: " Es gilt, sie in ihrer Gesamtheit zu schützen." Außerdem stelle der Uferabschnitt eine Vernetzungslinie dar, die für die Verbindung zum Umland und innerbalb des innerstädtischen Biotopverbundsystems bedeutsam ist.
Zucchi kommt zum Schuß: " Der Haseuferbereich zwischen Wachsbleiche und Römereschstraße muß unangetastet bleiben." Er hat aber den Eindruck, daß der Uferweg politisch gewollt ist. Die Planung basiere auf einer mangelnden Datengrundlage. Der Gutachter weiter: " Jetzt - nach Vorliegen der faunistiscben Daten besteht keine Bereitschaft, diese Entscheidung als falsch anzuerkennen und zu revidieren. Auch ein gefürchteter Gesichtsverlust mag eine Rolle spielen." (swa)

Fotountertitel:
Herbert Zucchi ist gegen den Bau des Haseuferweges auf dem linken Ufer zwischen Wachsbleiche und Römereschstraße.
Autor:
swa


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