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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Krötenlockvögel entpuppten sich als Wetterfühler
Zwischenüberschrift:
Amphibienwanderung wird untersucht
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Im Frühjahr, das hat sich unter den Autofahrern herumgesprochen, wird der Hörner Weg für die Krötenwanderung gesperrt. Daß die kleinen Vierbeiner im Herbst zu ihren Winterquartieren zurückwandern, fällt dagegen kaum auf. Nicht zu übersehen sind jedoch einige Apparaturen, Fangzäune und ein Bauwagen, die neuerdings im Umfeld der Düteniederung stehen. Zwei Biologiestudenten untersuchen die Wanderbewegungen der wechselwarmen Tierchen, die den Fachleuten am Hörner Weg bislang Rätsel aufgegeben haben.

" Da sind Krötenlockvögel drin", juxt Karl-Robert (" Kalle") Wolf, wenn er nach der Bedeutung der hölzernen Kästen gefragt wird, die auf mannshohen Stangen stehen. Im Innern der weißen Stationen registrieren Thermohygrographen Tag und Nacht Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Wenn es feucht wird, kommen die Amphibien erst richtig in Bewegung. Weit kommen sie allerdings nicht, denn schon nach wenigen Metern laufen sie gegen den kniehohen Kunststoffzaun, den Kalle Wolf und Karin Stegemann auf einer Länge von 900 Metern gespannt haben. Unweigerlich landet jede Kröte in einem der 218 Plastikeimer, die am Zaun eingegraben sind.

Zweimal am Tag schauen die beiden Krötenspezialisten nach und entlassen die Krabbeltiere in die Freiheit. Mäuse und Laufkäfer, die sich in die Fallen verirren, können sich aus eigener Kraft über Holzstäbe befreien, die wie Schöpflöffel über den Eimerrand ragen.

Jedes Tier wird gewogen und markiert, alle Wanderbewegungen werden in einen Computer eingegeben und ausgewertet. Soviel haben Kalle Wolf und Karin Stegemann schon herausgefunden: Seit zwei Jahren geht die Zahl der aufgefundenen Amphibien zurück. Nicht allein den Autoverkehr machen sie dafür verantwortlich, sondern auch die Veränderung der Landschaft: Gerade in unmittelbarer Nähe der Laichgewässer wurden in den letzten Jahren Wiesen entwässert und umgebrochen, inzwischen wächst auf ehemaligem Feuchtgrund Mais. Auch Gülle, meinen die beiden Krötenschützer, mache den Amphibien das Leben zusätzlich schwer.

Für einige der komplizierten Wanderbewegungen haben Kalle Wolf und Karin Stegemann inzwischen eine Erklärung gefunden: Die Kröten buddeln sich offenbar mit Vorliebe in die künstliche Straßenböschung ein, um zwischen den Gesteinsbrocken und Schlackeresten zu überwintern. Weitere Erkenntnisse sollen der Stadt helfen, optimale Standorte für Krötentunnel festzulegen. Straßensperrungen sind für die Stadt nämlich nur eine Übergangslösung. rll
Autor:
rll


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