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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Nicht allein Nitrat bedroht das Trinkwasser
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke für strengere Bestimmungen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Für strengere Zulassungsbestimmungen bei Pflanzenschutzmitteln zum Schutze des Grundwassers hat sich Dr. Friedel Baurichter, Vorstand der Stadtwerke, in der 25. Hauptversammlung seiner Gesellschaft ausgesprochen (siehe auch gestrigen Bericht). Völlig verboten werden sollte nach seiner Meinung die Anwendung solcher Stoffe, deren rascher bilogischer Abbau zu unbedenklichen Produkten nicht nachgewiesen sei. Baurichter begrüßte die jüngst getroffene Entscheidung des Umweltbundesamtes, grundwassergefährdende Pflanzenschutzmittel nicht mehr neu zuzulassen. Jetzt müsse sichergestellt werden, daß die verbotenen Mittel nicht durch andere, neu entwickelte Pflanzenschutzmittel abgelöst werden, deren Unschädlichkeit für das Grundwasser nicht nachgewiesen sei.

Wegen der Nitratbelastung des Trinkwassers haben die Stadttwerke die Landwirte in den Einzugsgebieten der drei Wasserwerke Düstrup, Thene und Wittefeld zu Vortrags- und Gesprächsrunden zusammengerufen, um mit ihnen die Stickstoffproblemaitik zu diskutieren. Im Düstruper Wasser sind die Nitratwerte nochmals, wenngleich in abgeschwächter Form, angestiegen. Sie liegen inzwischen bei knapp 39 mg/ Liter und sind damit nicht mehr weit vom Grenzwert 50 mg/ Liter entfernt. Zunehmend stellen auch die leichtflüssigen halogenierten Kohlenwasserstoffe, die vor allem in Lösungs- und Reinigungsmitteln enthalten sind, eine Gefahr für das Trinkwasser dar. Die Brunnen Atter-Ort und Sutthauden I mußten vorsichtshalber außer Betrieb genommen werden, da der hier festgestellte Wert in der Nähe des Grenzwertes lag. Die Suche nach dem Verursacher führte noch zu keinen konkreten Erebnissen.

Besondere Aufmerksamkeit finden in jüngster Zeit auch die Pestizide (Schädlingsbekämpfungsmittel). Deren Rückstände nachweisen zu können, wurde die Laborausstattung entsprechend erweitert. Baurichter: Wir sind heute in der Lage, annähernd fünfzig verschiedene Stoffe identifizieren zu können." Dennoch sollte man sich nicht in Sicherheit wiegen, zeigten doch Brunnen, die aus der Muschelkalkformation des Westerbergs gespeist werden, relativ hohe Belastungen.

Im Bereich der Stromversorgung stehen die Stadtwerke noch in diesem Jahr vor einer entscheidenden Weichenstellung, wenn über die Fortsetzung des derzeitigen Strombezugsvertrages mit dem RWE beschlossen werden muß. Soll dieser Vertrag nicht oder nicht in seiner jetzigen Form, fortgesetzt werden, mußte er bis spätestens 31. Dezember 1988 gekündigt werden. Der Aufsichtsrat hat dem Abschlußprüfer Wibera den Auftrag übrt ein Gutachten erteilt, in dem Chancen und Risiken einer Kündigung untersucht werden sollen. Dieses wird im Oktober vorliegen.

Zu dem Ziel, einen kleinen Teil des Strombedarfs in einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage selbst zu erzeugen, stellte Baurichter fest, daß die notwendigen Rahmenbedingungen nur von wenigen Objekten erfüllt würden. Vorschläge und Angebote zur Wärme- und Stromversorgung von Bundeswehr-Krankenhaus und Paracelsus-Klinik aus einem kleinen Heizkraftwerk am Rande des Bundeswehrgeländes lägen den zuständigen Stellen seit über einem Jahr vor. Zur Verwertung des Deponiegases vom Piesberg gab der Vorstand bekannt, daß der Stadt seit einigen Wochen die Genehmigung der Bezirksregierung für Bau und Betrieb der Entgasungsanlage vorliege, doch sei diese Genehmigung mit einer Vielzahl von Auflagen verbunden, die auch die Entscheidungsfindung für die Auslegung der Gasverwertungsanlage maßgeblich beeinflußten. Das bei der Winkelhausenkaserne geplante Blockheizkraftwerk werde frühestens in der zweiten Jahreshälfte 1991 in Betrieb gehen können.

Zur geplanten Erdgassteuer sagte Baurichter, daß die Stadtwerke nicht darauf verzichten könnten, sie voll an die Verbraucher weiterzugeben. ,, Unsere bescheidene Marge läßt uns gar keine andere Wahl." Während Beigeordneter Fip (SPD) vorschlug, die Steuer nicht in voller Höhe auf den Kunden zu übertragen, sprach sich Prof. Dicke (FDP) dafür aus, die Steuer insgesamt wegfallen zu lassen.

Zur Frage von Dr. Simon (Grüne), ob beim öffentlichen Personennahverkehr der Takt verlängert und Personal abgebaut würde, sagte Baurichter, es gebe weder konkrete Maßnahmen noch Vorlagen. ,, Bei einem weiteren Rückgang (der Fahrgastzahlen) können solche Überlegungen nicht ausbleiben." H.
Autor:
H.


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