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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Damit das Kind nicht in den Brunnen fällt
Zwischenüberschrift:
Gesundheitsingenieure zum Thema Trinkwasser
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Noch ist es ein Verdacht, daß frühkindliche Leberschäden durch hohe Kupfergehalte im Trinkwasser verursacht werden. Ein Zusammenhang wird bislang vermutet, wenn die Nahrung für Säuglinge unter einem Jahr, die nicht gestillt werden, mit Trinkwasser zubereitet wird. Vorsorgliche Ermittlungen und Untersuchungen wurden von Gesundheitsingenieuren aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Bremen befürwortet, die sich gestern zu einem Erfahrungsaustausch über aktuelle Probleme der Umwelthygiene im städtischen Gesundheitsamt trafen.

Während Kupfer an sich ein lebensnotwendiges Spurenelement ist, kann es sich unter bestimmten Bedingungen schädlich auswirken, vor allem bei Hausbrunnen. In der Stadt Osnabrück sind, wie die Gesundheitsingenieure Peter Tenhaken (Gesundheitsamt Osnabrück) und Uwe Konik (Gesundheitsamt Oldenburg) im Anschluß an die Tagung bekanntgaben, rund 650 solcher Brunnen erfaßt, doch wird mit ,, wesentlich mehr" gerechnet. Im eigenen Interesse werden die Besitzer von Hausbrunnen um Meldung beim Gesundheitsamt gebeten. Außer Kupfer kann auch Nitrat problematisch werden.

Beim Landkreis, wo gut 10 000 Eigenwasser-Versorgungsanlagen bestehen, informierten sich die Gesundheitsingenieure über deren EDV-mäßige Erfassung in einem ,, Brunnenkataster". Die Daten werden ausgewertet, um bei bestimmten Tendenzen rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können, ehe ,, das Kind in den Brunnen gefallen ist". Gespräche laufen, um eine entsprechende EDV-Anlage auch für die Stadt einzurichten.

Um beim Wasser zu bleiben: Die Trinkwasserverordnung von 1986, deren Durchführungsbestimmungen für das Land Niedersachsen seit Februar dieses Jahres vorliegen, sehen eine Verbesserung der Erfassung von Hausbrunnen und der Information der Betreiber und damit einen besseren Schutz der Bevölkerung vor.

Viele Fragen sind noch ungeklärt bei den Auswirkungen chemischer Reinigungsbetriebe auf benachbarte Wohnräume durch PER-Belastung (wir berichteten). Hier sollte man nichts unter-, aber auch nicht überbewerten, sondern die Grenzwertproblematik von Fall zu Fall klären, meinten die Gesundheitsingenieure. Sie bedauerten das Fehlen von bundeseinheitlichen Richtlinien: ,, Es nützt nichts, wenn wir erhöhte Meßwerte feststellen und dem Betreiber keine Technik anbieten können." Eigene Untersuchungsreihen der Gesundheitsämter seien abgeschlossen und würden jetzt ausgewertet. Auch auf Bundesebene sei eine Arbeitsgruppe tätig geworden.

Die Tagungsteilnehmer, größtenteils Mitglieder der Bundesvereinigung der Ingenieure im öffentlichen Gesundheitsdienst, wollen in Niedersachsen eine feste Einrichtung schaffen, um einheitlich vorgehen, effektiver zusammenarbeiten und den Informationsfluß verbessern zu können. Als Bindeglied zwischen Medizin und Technik soll in Abgrenzung zum technischen Umweltschutz der gesundheitliche Umweltschutz im Vordergrund verstärkter Öffentlichkeitsarbeitstehen. H.
Autor:
H.


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