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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mahlsteine hielten nur 100 Jahre
Zwischenüberschrift:
Nachschub aus Telgte für die Wassermühle im Nettetal
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zentimeter für Zentimeter senkt sich der Hydraulikarm durch die Eingangstür der Mühle, am Haken einen tonnenschweren Mahlstein. Zehn Minuten später steht auch der zweite Stein unter Dach und Fach; die Bohlenbretter biegen und knarren. Doch jetzt erst beginnt die Hauptarbeit für Müller Martin Laer und seine Helfer. Nach fast 100 Jahren bekam gestern die Wassermühle im Nettetal neue Mahlsteine.

Von der hydraulischen Krantechnik des 20. Jahrhunderts auf dem Lieferwagen schwenkt Martin Laer zur Technik der vergangenen Jahrhunderte. Denn mit einem Steingalgen, einer Art Kran, der fest in der Mühle verankert ist, werden beide Steinräder von 0, 8 und 1, 2 Tonnen Gewicht in den Mahlgang gesenkt. ,, Wichtig ist", erklärt Laer, " den festen Unterstein exakt zu justieren, damit die Achse genau paßt." Im Gegensatz dazu muß der sich drehende Läuferstein wie ein Autoreifen ausgewuchtet werden sonst wird er einseitig belastet und auch einseitig abgenutzt.

Im vergangenen Jahr hatte Martin Laer seine Mahlsteine erstmals schärfen lassen, nachdem er die Nettetalmühle, in Volksmund: Knollmeyers Mühle, vor fünf Jahren übernommen hat. Damals war bereits sichtbar, daß sich die Mahlfläche eines 1, 2 Meter großen Steins fast völlig abgenutzt hatte. Doch 5000 Mark für einen neuen Stein ließen sich nicht so einfach aus dem Hut zaubern. Schließlich griff die Denkmalpflege Martin Laer unter die Arme.

Bei den Mahlrädern handelt es sich um Natursteine aus Flußquarz und Basalt, die sehr hart sind. Während die alten Steine aus Österreich stammen, wurden die neuen von einer Firma aus Telgte geliefert, die sie in die ganze Welt exportiert.

Das Wasserrad drehte sich auch gestern während der Montagearbeiten, um Strom zu produzieren. Heute kreist auch wieder die Kornmühle. Die ausrangierten Steine dienen jetzt zum einen als Symbol vor der Mühle, zum anderen als Erklärungshilfe für Gäste und Schulklassen, die sich über das Mahlverfahren informieren wollen. Doch bevor Martin Laer wieder Weizen, Roggen, Hafer und Gerste für Brot und andere Mehlprodukte mahlt, wird er erst mal reichlich Hafer als Tierfutter durch die Mühle jagen, damit der Sand herausgerieben wird und der Brotesser nicht plötzlich ein Knirschen zwischen den Zähnen verspürt. pit
Autor:
pit


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